Grünes Licht für Erweiterung eines Berggasthauses

Nationalpark Stilfserjoch: Wie sanfter Tourismus funktionieren kann

Montag, 25. Juni 2018 | 11:32 Uhr

Martell – Der Landesbeirat für Baukultur und Landschaft befürwortet die “sanfte” Erweiterung eines Berggasthauses im Nationalpark Stilfserjoch.

Ein Vorhaben, das die Identität des Ortes bewahrt und das Landschaftsbild schont: So lautet die Zielsetzung für die Erweiterung des Berggasthauses Stallwies, das mitten im Nationalpark Stilfserjoch im Martelltal auf 1.953 Metern Höhe liegt. Dazu hat die Familie Stricker, die den Bergbauernhof schon in der neunten Generation bewirtschaftet und 1986 den Ehrentitel “Erbhof” verliehen bekam, zwei Vorprojekte ausarbeiten lassen. Um den geschlossenen Hof mit traditioneller Viehhaltung und Roggenanbau sowie einem Berggasthaus mit fünf Gästezimmern auch in Zukunft bewirtschaften zu können, wurden Möglichkeiten eines Nebenerwerbs gesucht.

In Absprache mit der Gemeinde und dem Landesamt für den Nationalpark Stilfserjoch konnte eine kleine touristische Zone angrenzend zur Hofstelle ausgewiesen werden. Wie dort das Weiterbauen am Hof erfolgen soll, war vor kurzem Gegenstand eines Beratungsgesprächs mit Vertretern des Landesbeirats für Baukultur und Landschaft, der Gemeinde und des Landesamtes für den Nationalpark Stilfserjoch.

Geplant ist eine behutsame, schrittweise Erweiterung um acht Ferienwohnungen, die der Authentizität dieses Ortes Rechnung trägt. Es wurden verschiedene Lösungsansätze diskutiert und über Materialien und Ausführungsweise gesprochen. Zwei Häuser zu je vier Wohnungen mit Erd- und Dachgeschoss sollen in den Hang hinter dem Haupthaus positioniert werden. Die Mitglieder des Landesbeirats für Baukultur und Landschaft – Sonja Gasparin, Sergio Pascolo und Armando Ruinelli – und der Direktor des Landesamtes für den Nationalpark Stilfserjoch Hanspeter Gunsch begrüßten die vorsichtige Herangehensweise an das Bauvorhaben im Zeichen des sanften Tourismus. “Inmitten einer sensiblen geschützten hochalpinen Landschaft steht dank konstruktiver Gespräche einer adäquaten Projektlösung, die die lokalen Ressourcen aufwertet, nichts mehr im Wege”, so Gunsch.

Von: mk

Bezirk: Vinschgau

Kommentare

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2 Kommentare auf "Nationalpark Stilfserjoch: Wie sanfter Tourismus funktionieren kann"


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Tratscher
21 Tage 14 h

Das ist Salamitaktik, um den Stilfserjoch Nationalpark schrittweise in ein Stilfserjoch Disneyland zu verwandeln und früher oder später hohe Eintrittspreise zu verlangen, die der Südtiroler Otto Normalverbraucher und Steuerzahler sich nicht mehr leisten kann.
Auch sind das die üblichen Privilegien an die Landwirtschaft, die mit Steuergeldern subventioniert werden, um zusätzlich den letzten Rest an halbwegs intakter Natur zu zerstören (Hof auf 1.953 m  Meereshöhe!).

anonymous
anonymous
Superredner
21 Tage 13 h

Wir haben keinen sanften Tourismus in Südtirol, wir haben länst schon Massentourismus

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