Arbeiten für 240.000 Euro

Naturnahes Flussbett für den Pidigbach in St. Martin in Gsies ­

Donnerstag, 16. April 2026 | 10:33 Uhr

Von: luk

Gsies – Die gewässerökologische Funktionsfähigkeit des Pidigbachs (Gsieserbachs) war durch die starke Verbauung im gesamten Verlauf sehr beeinträchtigt. Im Bereich oberhalb von St. Martin in Gsies hat sich zudem die Sohle stark eingetieft und die flussnahen Flächen trockengelegt, dadurch konnte sich standortfremde Vegetation ausbreiten. Das Amt für Wildbach- und Lawinenverbauung Ost in der Agentur für Bevölkerungsschutz hat nun Arbeiten zur Revitalisierung des Pidigbachs abgeschlossen. “Ziel unserer Arbeiten war es, auf den Flächen des öffentlichen Wassergutes ein aufgeweitetes, möglichst naturnahes Flussbett mit Vernetzung des Umlandes zu schaffen und so die potenzielle natürliche Vegetation zu fördern”, fasst Bauleiter Thomas Gamper zusammen: “Dieses Ziel haben wir durch eine großzügige Entnahme der Fichtenbestände und Schaffung eines naturnahen Auwaldes erreicht.”

“Die EU-Wasserrahmenrichtlinie ist das zentrale Regelwerk für den Schutz aller Gewässer in der EU”, erklärt der Direktor der Agentur für Bevölkerungsschutz Klaus Unterweger: “Diese Richtlinie schreibt einen guten ökologischen Zustand der Fließgewässer vor und verpflichtet alle Mitgliedstaaten, Maßnahmen zu ergreifen, solange dieser Zustand nicht erreicht ist. In diesem Sinne verfolgt die Agentur für Bevölkerungsschutz seit Jahren das Ziel, Gewässerabschnitte aus ökologischer und hochwassertechnischer Sicht aufzuwerten.”

“Seit 2011 arbeitet die Agentur für Bevölkerungsschutz an einem Entwicklungsplan der Fließgewässer Südtirols”, erläutert der Direktor des Funktionsbereichs Wildbachverbauung Fabio De Polo: “Dafür haben wir Vorschläge gesammelt, um den Lebensraum Fließgewässer und Umland aufzuwerten und mehr Natur in unsere Landschaft zu bringen. In den vergangenen Jahren wurden bereits viele Maßnahmen aus diesem Entwicklungsplan entsprechend einer Prioritätenreihung umgesetzt. Das Projekt in Gsies entstammt ebenfalls aus dem Entwicklungsplan der Fließgewässer Südtirols und umfasst die Maßnahmen zur Förderung des Auwalds und der naturnahen Strukturierung und zur Wiederherstellung des Fließgewässerkontinuums.”

Der Bautrupp mit Vorarbeiter Armin Oberarzbacher hat vor zwei Jahren mit der Ausführung des ersten Bauloses im Pidigbach angefangen. Mit dem zweiten Baulos haben die Wildbacharbeiter im November vergangenen Jahres begonnen und damit die Arbeiten taleinwärts auf einer Länge von 550 Metern bis unterhalb der Mündung des Weiderbachs (Irenbergbachs) fortgeführt. Diese Arbeiten wurden jetzt abgeschlossen.

Die Gesamtkosten dieser Arbeiten belaufen sich auf insgesamt 240.000 Euro; sie wurden mit Geldern aus dem Fonds Wassergebühren 2023 und 2024 des Landes Südtirol finanziert.

Bezirk: Pustertal

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