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Neiddebatten sind nie hilfreich

Dienstag, 11. September 2018 | 07:07 Uhr

Bozen – Sieben Jahre totale Liberalisierung im Handel haben keine Vorteile gebracht: Der Umsatz ist gleich geblieben. Diese Bilanz zieht der hds in Südtirol, nachdem Industrieminister Luigi Di Maio eine Abkehr von der Monti-Regelung angekündigt hat.

Zugegeben: Der hds war nie ein Freund der Sonntagsöffnung – wie der italienische Handelsverband Confesercenti, die Gewerkschaften und die katholische Kirche. Auf Widerstand stoßen die Pläne der neuen Regierung in Rom bei den Großhändlern. Sie verweisen auf die Rechte von Konsumenten, auf die Konkurrenz des Online-Handels und auf das Risiko des Verlusts von Arbeitsplätzen.

Dass sie zu den Gewinnern der Liberalisierung zählen, wird nicht extra erwähnt.

Für Klein- und Mittelbetriebe sind liberalisierte Öffnungszeiten hingegen wirtschaftlich nicht vertretbar, stattdessen werden Konzentration und Wettbewerbsverzerrung gefördert.

Außerdem braucht es einfach einen Tag in der Woche für die Familien. Diejenigen, die ach so gern betonen, dass es im Gastgewerbe, in der Sanität oder in anderen Berufssparten auch nicht ohne Wochenendarbeit geht, schüren lediglich eine Neiddebatte. Und die ist niemals hilfreich.

Von: mk

Bezirk: Bozen

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9 Kommentare auf "Neiddebatten sind nie hilfreich"


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JingJang
JingJang
Grünschnabel
13 Tage 18 h

Wirtschaftlich geht es uns besser als vor 30 Jahren, Finanziell schlechter. Wirtschaftlich könnten wir uns längst eine 3 Tages Woche leisten und hätten den gleichen Wohlstand. Finanziell müssen wir aber bald rund um die Uhr arbeiten und werden doch ärmer. Wirtschaft und Finanzen sind mittlerweile zwei verschiedene Welten. Unser jetziges Finanzsystem funktioniert nur zum aufbau einer Wirtschaft, aber nicht zum Erhalt. Will man dieses Finanzsystem beibehalten, hilft nur der zusammenbruch der jetzigen Wirtschaft, am schnellsten hierfür ist ein Krieg. Ausser wir erarbeiten ein Finanzsystem, was sich an die Wirtschaft anpasst.

sakrihittn
sakrihittn
Superredner
13 Tage 4 h

Sehr gut analysiert, bravo..

michaelp
michaelp
Grünschnabel
13 Tage 3 h
@JingJang Sorry, aber so was Dummes hab ich schon lange nicht mehr gelesen. Eine 3-Tage-Woche ist in den besten Volkswirtschaften undenkbar, weil sich die Arbeit einfach nicht von alleine macht bzw. die doppelte Ressource “Arbeit” dann nicht rechnen würde bzw. unbezahlbar ist. Zudem: Vor 30 Jahren hat man den Begriff work life balance noch nicht mal buchstabieren können, heutzutage leben viele danach. Finanziell geht es nur denen schlechter, die zu hohe Ausgaben haben – es gibt halt viel mehr Möglichkeiten zum Konsum, aber der beruht immer noch auf Freiwilligkeit. Und ganz ehrlich: ohne gute Ausbildung hat man schon vor 30… Weiterlesen »
JingJang
JingJang
Grünschnabel
12 Tage 22 h
@michalp Ich könnte dir ein Modell zeigen, wo es locker möglich ist und sogar mehr ließe sich reduzieren. Erstens müsste wie gesagt das Finanzsystem von grund auf erneurt werden. Zweitens Bürokratie ließe sich dermaßen reduzieren und bei der Ausbildung extrem viel verbessern. Leider kann ich dies hier nicht alles unterbringen und für Leute die in alten Mustern denken, ist es logisch nicht nachvollziehbar. Denk einfach mal logisch nach wieviel Arbeit heute in Dingen gesteck wird, die total Sinfrei sind. Wieviel Brodukte werden Produziert und gleich wieder vernichtet nur das die Quote stimmt, wieviel Bürokratie wird Tagtäglich abgearbeitet und verschwindet dann… Weiterlesen »
Mastermind
Mastermind
Superredner
12 Tage 18 h

@michaelp Schon etwas von Automatisierung gehört und geplanter Zerstörung, wir könnten schon lange Geräte und Automobile bauen, die Jahrzehnte halten und auch Großbauernschaft wie in Amerika mit GPS gesteuerte Traktoren machen alles alleine, um das Grundlegende zu bieten haben wir technisch schon lange alles erreicht, damit man nur 3 oder 4 Tage arbeiten müsste. Die Bevölkerung von Deutschland schrumpft, seit 80 Jahren gab es einen Zuwachs von 1200% der Wirtschaft, die Bevölkerung blieb gleich, das Geld und Kapital ging in die Taschen von Leuten die mehr Privatvermögen besitzen, als manche Staaten BIP haben!

Gagarella
Gagarella
Universalgelehrter
13 Tage 10 h

Süd-TIROL sollte sich Generell nach Norden ausrichten Wirtschaftlich, Kulturell, einfach in jeder Beziehung, und nicht nach Süden.

Orschgeige
Orschgeige
Superredner
13 Tage 16 h

Neid ist geil!

Wohlzeit
Wohlzeit
Tratscher
12 Tage 22 h

Jetzt sollten wir schon nicht mehr neidisch sein dürfen, soweit kommen wir noch.

Neumi
Neumi
Universalgelehrter
12 Tage 5 h

Seit es Ausnahmen geben soll für gut besuchte Gebiete (touristische Gemeinden) ist mehr als klar, dass das Argument “Familie” vollkommen wertlos ist. Entweder soll überall geschlossen bleiben oder nirgends.

Ich habe nichts dagegen, wenn Sonntags die Geschäfte zu bleiben, aber den Unsinn über den Schutz der Familien braucht man mir nicht aufzutischen.
Das klingt immer so, als hätten nur Angestellte in Handel Familie – und das auch nur außerhalb von touristischen Gemeinden und Bahnhöfen.

Was passiert eigentlich mit den Angestellten, die es dank weniger langer Öffnungszeiten dann nicht mehr braucht?

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