Im Nvidia-Hauptquartier überdenkt man Milliarden-Investition

Nvidias Plan für Milliarden-Investition in OpenAI stockt

Samstag, 31. Januar 2026 | 16:56 Uhr

Von: APA/Reuters

Eine geplante Milliardeninvestition des Chipkonzerns Nvidia in OpenAI ist einem Medienbericht zufolge ins Stocken geraten. Grund dafür seien Zweifel an dem Vorhaben innerhalb von Nvidia, berichtete das “Wall Street Journal” am Freitag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Beide Unternehmen überdächten nun die Zukunft ihrer Partnerschaft.

Die jüngsten Gespräche umfassten demnach eine Kapitalbeteiligung in zweistelliger Milliardenhöhe im Rahmen der aktuellen Finanzierungsrunde von OpenAI. Nvidia-Chef Jensen Huang habe zudem privat die seiner Meinung nach mangelnde Disziplin im Geschäftsgebaren von OpenAI kritisiert und sich besorgt über die Konkurrenz durch Unternehmen wie die Google-Mutter Alphabet und Anthropic geäußert, hieß es in dem Bericht weiter.

Huang wies Berichte über ein Zerwürfnis mit OpenAI zurück, signalisierte zugleich aber Abstriche bei der ursprünglich geplanten Investitionssumme. Es sei Unsinn, dass er unzufrieden mit dem Partner sei, sagte Huang am Samstag in Taipeh. “Wir werden eine riesige Investition in OpenAI tätigen.” Auf die Frage, ob das Volumen wie im September angekündigt bei über 100 Milliarden Dollar (83,90 Mrd. Euro) liegen werde, antwortete Huang jedoch: “Nein, nein, nichts dergleichen.” Beide Unternehmen hatten im Herbst eine Absichtserklärung über eine Partnerschaft mit einem solchen Investitionsvolumen veröffentlicht. Über die genaue Summe der nun anstehenden Beteiligung entscheide OpenAI-Chef Sam Altman, sagte Huang weiter.

Größte Investition in der Geschichte des Chipkonzerns

Der ursprüngliche Plan sah vor, dass Nvidia sich an OpenAI beteiligt und das KI-Unternehmen im Gegenzug Nvidia-Chips kauft – eine Konstruktion, die Analysten wegen möglicher Wettbewerbsbedenken kritisch sahen. Dem Bericht zufolge hatte Huang intern die mangelnde geschäftliche Disziplin von OpenAI kritisiert. Öffentlich betonte er nun jedoch den Schulterschluss: “Ich glaube an OpenAI, ihre Arbeit ist unglaublich (…) und ich arbeite wirklich gerne mit Sam zusammen.” Nvidia werde sich auf jeden Fall an der laufenden Finanzierungsrunde beteiligen. Es handle sich wahrscheinlich um die größte Investition in der Geschichte des Chipkonzerns.

“Wir sind seit zehn Jahren der bevorzugte Partner von OpenAI und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit”, teilte Nvidia in einer per E-Mail an die Nachrichtenagentur Reuters übermittelten Erklärung mit. Eine Stellungnahme von OpenAI lag zunächst nicht vor.

OpenAI befindet sich derzeit in Gesprächen über eine massive Kapitalerhöhung, um den Kauf teurer KI-Chips zu finanzieren. Der Branchenpionier strebt einer früheren Meldung der Nachrichtenagentur Reuters zufolge frisches Kapital von bis zu 100 Milliarden Dollar an, was das Unternehmen mit rund 830 Milliarden Dollar bewerten würde. Neben Nvidia verhandelt Insidern zufolge auch Amazon über eine Beteiligung von bis zu 50 Milliarden Dollar. Huang äußerte sich am Rande eines Abendessens mit Zulieferern in Taiwan, das wegen des Börsenwerts der teilnehmenden Firmen – darunter der Chipfertiger TSMC – von örtlichen Medien als “Billionen-Dollar-Dinner” bezeichnet wurde.

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