Im Juni wird mehr Öl gefördert

OPEC+ erhöht nach Austritt der Emirate Ölförderquote

Sonntag, 03. Mai 2026 | 15:06 Uhr

Von: APA/AFP/dpa/Reuters

Nach dem Austritt der Vereinigten Arabischen Emirate hat die OPEC+ ihre Öl-Förderquote erhöht. Saudi-Arabien, Russland und die fünf übrigen Mitgliedstaaten der Organisation erdölexportierender Länder und ihrer Partner (OPEC+) fördern im Juni täglich 188.000 Barrel zusätzlich, wie die Organisation am Sonntag auf ihrer Website mitteilte.

In der Erklärung ging sie nicht darauf ein, dass die Emirate am Dienstag inmitten der Energiekrise überraschend ihren Austritt für den 1. Mai verkündet hatten.

In den vergangenen Monaten waren die Produktionsziele für April und Mai um jeweils 206.000 Barrel angehoben worden. Davon waren 18.000 Barrel für die Emirate bestimmt, die nun im jüngsten Anstieg fehlen. Die Anhebung entspricht der für Mai vereinbarten Menge abzüglich des Anteils der Vereinigten Arabischen Emirate.

Aktuelle Entscheidungen der Opec+ seien aber unerheblich, solange die Meeresenge von Hormuz infolge des Iran-Kriegs als wichtige Öltransportroute blockiert sei, hatten Analysten der Commerzbank vordem Wochenende betont.

Der Schritt soll zeigen, dass die Gruppe bereit sei, die Lieferungen zu erhöhen, sobald der Krieg ende, hieß es aus Kreisen der Opec+ und von Analysten. Zudem signalisiere die Allianz damit, dass sie trotz des Austritts der VAE an ihrem bisherigen Kurs festhalte. “Die Opec+ sendet eine zweischichtige Botschaft an den Markt: Kontinuität trotz des Austritts der VAE und Kontrolle trotz begrenzter physischer Auswirkungen”, sagte Jorge Leon, Analyst bei Rystad und ehemaliger Opec-Vertreter. “Hier geht es weniger darum, zusätzliche Barrel zu liefern, als vielmehr darum, zu signalisieren, dass die Opec+ immer noch das Sagen hat.”

Mehr Öl aus den Emiraten nach Hormuz-Öffnung erwartet

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) hatten vor wenigen Tagen ihren Austritt aus der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) und aus dem breiteren Verband OPEC+, zu der auch Russland gehört, bekanntgeben. Nach Angaben von Analysten hatten die VAE schon länger nach größeren Fördermengen gestrebt, als ihnen im Rahmen der OPEC zugesprochen wurde. Durch den Austritt würden sich die Emirate schon jetzt für die Phase nach Wiederöffnung der Straße von Hormuz in Stellung bringen, hieß es.

Die Quote des führenden OPEC+-Produzenten Saudi-Arabien wird im Juni auf 10,291 Millionen Barrel pro Tag steigen. Dies liegt weit über der aktuellen Produktion. Im März hatte das Königreich eine tatsächliche Produktion von 7,76 Millionen Barrel pro Tag an die OPEC gemeldet. An der Sitzung am Sonntag nahmen Saudi-Arabien, der Irak, Kuwait, Algerien, Kasachstan, Russland und Oman teil. Mit dem Austritt der VAE umfasst die OPEC+ nun 21 Mitglieder; einschließlich des Iran. In den vergangenen Jahren waren jedoch nur diese sieben Staaten sowie die VAE an den monatlichen Produktionsentscheidungen beteiligt.

Der am 28. Februar begonnene Iran-Krieg und die daraus resultierende Schließung der für die weltweite Energieversorgung so wichtigen Straße von Hormuz haben die Exporte der OPEC+-Mitglieder Saudi-Arabien, Irak und Kuwait gedrosselt. Die Lieferunterbrechung hat die Ölpreise auf ein Vierjahres-Hoch von über 125 Dollar pro Barrel getrieben. Analysten erwarten Engpässe bei Flugzeugtreibstoff in ein bis zwei Monaten und zudem einen Anstieg der weltweiten Inflation. Die sieben OPEC+-Mitglieder wollen sich am 7. Juni erneut treffen, hieß es.

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