OPEC erhöht Ölproduktion ab Mai

OPEC: Erhöhte Ölproduktion ab Mai

Sonntag, 05. April 2026 | 18:34 Uhr

Von: APA/AFP/dpa/Reuters

Angesichts der Auswirkungen des Iran-Krieges auf die weltweiten Ölpreise haben Mitglieder der Organisation erdölexportierender Länder und ihrer Partner (OPEC+) zum zweiten Mal in Folge eine Erhöhung ihrer Produktionsquoten für das kommende Monat beschlossen. OPEC+, zu der die führenden Ölproduzenten Saudi-Arabien, Russland und mehrere Golfstaaten zählen, habe “eine Förderanpassung ab Mai” in Höhe von 206.000 Barrel pro Tag beschlossen, so die Organisation am Sonntag.

Für den April hatte die OPEC+-Gruppe bereits ebenfalls eine Erhöhung um 206.000 Barrel pro Tag angekündigt. Die Gruppe warnte jedoch, dass infolge von Schäden an der Energieinfrastruktur weiterhin mit Preisschwankungen auf dem Ölmarkt zu rechnen sei. Von entscheidender Bedeutung sei “die Sicherung internationaler Seewege, um einen ununterbrochenen Energiefluss zu gewährleisten”. Die weltweite Versorgung werde möglicherweise noch lange beeinträchtigt sein.

Wiederherstellung beschädigter Energieanlagen ” kostspielig”

Die acht Kernstaaten des Öl-Kartells OPEC+ zeigten sich tief besorgt über Angriffe auf die Energieinfrastruktur durch den Iran. Die Wiederherstellung beschädigter Energieanlagen sei kostspielig und zeitaufwendig, was die allgemeine Versorgungssicherheit beeinträchtige, erklärten die Länder am Sonntag nach einem Onlinetreffen. Entscheidend für die Versorgung sei auch der Schutz internationaler Seewege, so das Bündnis mit Blick auf die weitgehende Blockade der Straße von Hormuz.

Angesichts der steigenden Ölpreise hatten acht OPEC-Mitglieder zuvor über eine Änderung ihrer Produktionsquoten beraten. Seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar ist die Straße von Hormuz, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, durch das iranische Militär de facto gesperrt. Die Meerenge zwischen der Arabischen Halbinsel und dem Iran wird von den iranischen Revolutionsgarden kontrolliert. Zudem beschoss der Iran Ölanlagen in mehreren Ländern der Golfregion sowie Öltanker. Diese Entwicklungen ließen die Öl- und Gaspreise in die Höhe schnellen.

Bei erneuten iranischen Angriffen auf den Golfstaat Kuwait wurden unterdessen nach Angaben der staatlichen Ölgesellschaft mehrere Ölförderanlagen beschädigt. Die Angriffe hätten “in mehreren Anlagen zu Bränden geführt und schwere Sachschäden verursacht”, erklärte die Ölgesellschaft Kuwaits am Sonntag.

Ölmarkt hat aktuell eher ein Lieferproblem

Der aktuelle Schritt hat wegen der weitgehenden Blockade der Meerenge von Hormuz eher Signalcharakter. Der Ölmarkt hat aktuell weniger ein Produktions- als ein Lieferproblem. Nach den Angriffen der USA und Israels auf den Iran hat dieser die Straße von Hormuz blockiert, was die Exporte der OPEC+-Mitglieder Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate, Kuwait und Irak begrenzt. Andere Staaten wie Russland können ihre Förderung wegen westlicher Sanktionen und Schäden durch den Krieg mit der Ukraine nicht steigern. Zudem ist die Infrastruktur am Golf durch Raketen- und Drohnenangriffe schwer beschädigt. Derzeit fallen schätzungsweise zwölf bis 15 Millionen Barrel pro Tag oder bis zu 15 Prozent des weltweiten Angebots weg.

Das treibt den Ölpreis in die Höhe. Derzeit kostet ein Barrel fast 120 Dollar. Sollte die Meerenge bis Mitte Mai blockiert bleiben, könnten die Preise laut der Bank JPMorgan auf ein Rekordhoch von über 150 Dollar klettern. Bei dem aktuellen Treffen geht es um die Förderquoten für Mai.

Kommentare

Aktuell sind 1 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen