Vinschger Hauptort gewinnt EU-Einzelhandelspreis „European Capitals of Small Retail (ECoSR) 2026“

Schlanders macht das Rennen in Brüssel

Donnerstag, 29. Januar 2026 | 10:49 Uhr

Von: luk

Schlanders – Schlanders hat sich gestern Abend im Finale des ersten europäischen Wettbewerbs zum Einzelhandel in der Kategorie der Kleinstädte durchgesetzt. Auf Initiative des Wirtschaftsverbands hds hat die Gemeinde an dem prestigereichen Wettbewerb „European Capitals of Small Retail (ECoSR) 2026“ teilgenommen – und diesen gewonnen. Die Vinschger Delegation mit Bürgermeisterin Christine Kaaseser hat den ersten Preis von der EU-Kommission entgegengenommen.

„Für uns ist dieser Sieg ein großes Zeichen der Wertschätzung für das Durchhaltevermögen und den Einsatz unserer Kaufleute, unserer Gastronomie und Dienstleister. Wir sind auf dem richtigen Weg und wenn ein Dorf wie Schlanders diese Entwicklung schafft“, erklärt in einer ersten Reaktion hds-Bezirksleiter Aaron Pircher, der die Delegation in Brüssel begleitet hat.

Als Zentrum regionaler Nahversorgung ist Schlanders für den Vinschgau bereits ein wichtiger Treffpunkt für Jung und Alt. Zahlreiche Fachgeschäfte, Cafés, Dienstleister und Pop-up-Konzepte sorgen für ein lebendiges Ortsleben. „Am Ende sind es die Menschen, die Schlanders attraktiv machen. Wir halten zusammen, halten regionale Kreisläufe am Laufen und Schaffen mit Blick auf die nächsten Generationen einen Ort mit hoher Lebensqualität“, sagt Bürgermeisterin Christine Kaaserer.

Im Finale des Wettbewerbs „European Capitals of Small Retail (ECoSR) 2026“ in Brüssel ist Schlanders gegen die Mitbewerber Makarska (Kroatien) und Silla (Spanien) angetreten. Vertreter der Gemeinde haben die eigene Strategie für nachhaltige Ortsentwicklung und Einzelhandel vorgestellt. Bis zum letzten Augenblick wurde die Entscheidung der Jury von der Vinschger Delegation mit hoher Spannung erwartet.

Hannes Götsch von der Plattform BASIS Vinschgau Venosta und Thomas Schuster von der Eisdiele Ortler stellten nicht nur ihre Arbeit vor, sondern auch die Angebote für nachhaltige Mobilität wie Citybus oder Radwege, Slow Shopping und Digitalisierung. „Dieser Erfolg ist jedoch erst der Startschuss. Mit dieser Auszeichnung wird Schlanders zum europäischen Reallabor für den Einzelhandel im ländlichen Raum”, erklärt Schuster.

Außerdem kann Schlanders auf ein tief verwurzeltes Vereinsleben setzen und über Initiativen wie die BASIS zukunftsfähige Kompetenzen gezielt stärken. „Heute gilt es mehr denn je, wichtige Traditionen mit innovativen Gedanken zu verbinden, offen zu sein für Neues und uns auf europäischer Ebene noch besser zu vernetzen. Das hat nicht nur einen großen Mehrwert für unsere Gemeinde, sondern für den ganzen Bezirk Vinschgau”, erklärt Götsch. „Um das Konzept der Sieben-Minuten-Stadt weiter auszubauen, wollen wir die Begegnung im Ort stärken, bei der Nachfolge von Traditionsunternehmen unterstützen und dank digitaler Möglichkeiten, wie die neue hds-App MIAr, Benefits für den Einkauf vor Ort schaffen”, fügt Pircher hinzu.

Über den Wettbewerb

Die von der Europäischen Kommission initiierte Auszeichnung würdigt Städte und Dörfer, die einen beispielhaften Beitrag zur Stärkung des lokalen Einzelhandels, zur nachhaltigen Ortsentwicklung und zur Förderung der Lebensqualität leisten. Gestern Abend wurden je Kategorie drei Gewinner ausgezeichnet – eine Kleinstadt, eine mittelgroße Stadt und eine Großstadt. Die Siegerstädte profitieren von europaweiter Sichtbarkeit, Veranstaltungen sowie umfassenden Austauschmöglichkeiten mit anderen Modellregionen.

Der Wettbewerb ist damit nicht nur eine Antwort auf die europaweite Herausforderung des Einzelhandels, sondern rückt das Leben in einer Ortschaft wieder in den Mittelpunkt – und das auf europäischer Ebene. Neben nachhaltigen Lieferketten und Investitionen in die Digitalisierung zählten deshalb die Unterstützung kleiner Unternehmen und ein attraktives, vielfältiges Angebot vor Ort zu den Bewertungskriterien der Jury. Denn gerade kleine Einzelhändler sind für die lokale Wirtschaft von entscheidender Bedeutung – sie sind häufig seit mehreren Generationen ins Dorfleben eingebunden und bewahren die kulturelle Identität eines Ortes wie Schlanders.

Die Ortsgruppe des Wirtschaftsverbandes hds mit Ortsobfrau Karin Gluderer hat sich an vorderster Front für die Teilnahme an diesem einzigartigen Wettbewerb eingesetzt. Träger ist die Gemeinde Schlanders, Ausführung und Leitung hat die BASIS übernommen, andere Wirtschaftsverbände wie der Hoteliers- und Gastwirteverband (HGV) und Tourismusverein sind Unterstützer. Die Arbeitsgruppe des Projekts ist sich einig, dass es nun gilt, die vorgestellten Maßnahmen der Strategie umzusetzen. BASIS-Geschäftsführer Hannes Götsch betont: „Schlanders benötigt jetzt eine Plattform, um alle Stakeholder in diesem wichtigen Prozess einzubinden.”

Bezirk: Bozen

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