Von: apa
Im Prozess gegen den österreichisch-kanadischen Magna-Gründer Frank Stronach wegen Missbrauchsvorwürfen beginnen am Dienstag die Schlussplädoyers. Das meldete die kanadische Nachrichtenagentur “The Canadian Press”. Der 93-Jährige sah sich in dem Prozess in Toronto mit insgesamt zwölf Anklagepunkten konfrontiert, die sich auf sieben mutmaßliche Opfer bezogen und teils Jahrzehnte zurücklagen. Stronach wies alle Vorwürfe von sich und plädierte auf nicht schuldig.
Im Verlauf des Prozesses ließ die Staatsanwaltschaft fünf Anklagepunkte fallen, die drei der sieben Beschwerdeführerinnen betrafen. Nach deren Einvernahmen vor Gericht entschied die Staatsanwaltschaft, dass die Beweise nicht ausreichten, um die Vorwürfe weiter zu verfolgen, wie mehrere kanadische Medien berichteten. Die Verteidigung forderte dagegen, dass Stronach in diesen Punkten freigesprochen werden müsse.
Prozess mit sieben statt zwölf Anklagepunkten fortgesetzt
Stronach sieht sich weiterhin mit sieben Anklagepunkten konfrontiert, die vier der Frauen betreffen. Seine Verteidigung kündigte an, eine Einstellung des Verfahrens (“stay of proceedings”) zu beantragen. Sie wirft der Staatsanwaltschaft vor, einige der Beschwerdeführerinnen vor dem Prozess beeinflusst (“coached”) zu haben.
Bei dem Verfahren in Toronto handelt es sich um den ersten von zwei Prozessen, denen sich der 93-jährige Steirer heuer stellen muss. Laut mehreren kanadischen Medien erhoben insgesamt dreizehn Frauen Vorwürfe gegen Stronach. Beim Prozess in Toronto geht es wie berichtet um die Vorwürfe von sieben der 13 Frauen. Die übrigen Vorwürfe sollen später im Jahr in Newmarket (Ontario) behandelt werden. Stronach bestreitet die Vorwürfe.
Vorwürfe reichen bis in die 70er-Jahre zurück
Gerichtsdokumenten zufolge reichen die Anschuldigungen der versuchten Vergewaltigung bis ins Jahr 1977 zurück. Weitere Frauen werfen dem Milliardär Vergewaltigung und sexuelle Übergriffe in den 1980er, 1990er- und frühen 2000er-Jahren vor. Einige Vorfälle ereigneten sich demnach in Toronto, weitere auch in der kanadischen Stadt Aurora, wo Stronachs ehemalige Firma Magna International ihren Hauptsitz hat. Auch im Frühjahr 2023 soll der Milliardär sexuelle Übergriffe gegenüber Frauen verübt haben. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Stronach, gebürtiger Steirer, hat in Nordamerika den Magna-Konzern aufgebaut, der vor allem in der Auto-Industrie reüssierte. In Österreich wurde der heute 93-Jährige durch sein Sport-Investment im Fußball und Pferdesport sowie als Gründer der kurzzeitig auch im Nationalrat vertretenen Partei Team Stronach einer breiten Öffentlichkeit bekannt.




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