Erschreckendes Geständnis des 13-jährigen Messerangreifers – VIDEO

“Der Mittelschüler bedauert, sie nicht getötet zu haben”

Montag, 30. März 2026 | 08:04 Uhr

Von: ka

Trescore Balneario – Nach dem versuchten Mord an seiner Französischlehrerin, den diese nur sehr knapp und mit viel Glück überlebt hatte, zeigte der 13-jährige Mittelschüler alles andere als Reue. Wie die Ermittler mitteilten, „bedauerte er, sie nicht getötet zu haben“. In seinem Geständnis fügte er noch einen weiteren verstörenden Satz hinzu: „Ich wollte auch meine Eltern umbringen.“

Der Junge wurde dem Jugendamt anvertraut und in eine geschützte Einrichtung gebracht. Vor dem Hintergrund dieses Gewaltverbrechens plant Italien, ein Social-Media-Verbot für Jugendliche einzuführen. Es verdichten sich nämlich die Indizien, dass der Telegram-Kanal, auf dem der Täter sein „Manifest“ veröffentlicht hatte und auf dem später auch das Video der Bluttat zirkulierte, in direktem Zusammenhang mit dem Messerangriff auf die 57-jährige Lehrerin Chiara Mocchi steht.

ANSA/MICHELE MARAVIGLIA

Die schreckliche Bluttat ist geschehen und kann nicht mehr rückgängig gemacht werden. Doch es gilt, zu retten, was zu retten ist, denn der Täter ist erst 13 Jahre alt. Während sich die 57-jährige Lehrerin Chiara Mocchi langsam von ihren schweren Verletzungen und dem Schock erholt, ordnete das Jugendgericht in Brescia erste Maßnahmen für den Mittelschüler an, der sie am Mittwoch in der Schule in Trescore Balneario niedergestochen hatte. Dies geschah mit höchster Dringlichkeit, um die Notlage und die verstörende Gedankenwelt des Täters zu verstehen, denn je mehr Details ans Licht kommen, desto alarmierender wird das Szenario.

Nachdem der Junge den Mord an seiner Französischlehrerin geplant, das Rambo-Messer online gekauft und seine Rache auf Telegram angekündigt und live übertragen hatte, zeigte er sich bei der Vernehmung reumütig – allerdings nur, weil er den Mord nicht vollendet hatte.

Zudem sagte er klar und überzeugt, auch seine Eltern töten zu wollen. Dieser Satz in seinem Geständnis ist nicht nachvollziehbar, denn ersten Erkenntnissen zufolge hatte er zu ihnen offenbar ein gutes Verhältnis. In den Wohnungen beider Elternteile fand man möglicherweise explosive Chemikalien, die derzeit untersucht werden. Nach Ansicht der Richter hatten die Eltern die Schwere seines seelischen Leidens und seiner psychischen Notlage nicht erkannt. Sein Vater und seine Mutter, die von dem Geschehenen völlig überrascht waren, ließen durch ihren Anwalt Carlo Foglieni ausrichten, dass sie ihn aufgrund der Ängste, die durch das konfliktreiche Verhältnis zur Lehrerin entstanden waren, zu einer Psychologin gebracht hatten.

 

Wie von der Jugendstaatsanwältin Giulia Tondina beantragt und vom Richterkollegium unter Vorsitz von Laura D’Urbino angeordnet, wurde der 13-Jährige dem Jugendamt anvertraut. Nach der Begutachtung durch einen Kinderneuropsychiater wird er in die am besten geeignete Einrichtung gebracht. Die erzieherischen und gesundheitlichen Entscheidungen, die ihn betreffen, werden zumindest vorerst von dem vom Gericht bestellten Sondervormund getroffen.

Nach einem so schwerwiegenden Vorfall wird auch die Familie überprüft und vom Richter angehört, um zu beurteilen, ob sie Unterstützung benötigt. Diese Entscheidungen werden im Rahmen des Zivilverfahrens getroffen, während das Strafverfahren wegen versuchten Mordes den Rahmen bildet, um gegebenenfalls eine Sicherungsmaßnahme zu beantragen und die Ermittlungen fortzusetzen. Dies gilt auch, wenn es sich um einen 13-Jährigen handelt, der nicht schuldfähig ist und das Verfahren voraussichtlich eingestellt wird. Es sei denn, es tauchen weitere, ältere Verdächtige auf. Im Falle von Volljährigen würde das Verfahren von der Staatsanwaltschaft Bergamo eröffnet werden. Derzeit handelt es sich jedoch lediglich um Mutmaßungen, die mit einem anderen Kapitel dieser Geschichte zusammenhängen.

Auch wenn die Tat aus Sicht der Ermittler als aufgeklärt gilt, untersuchen die Carabinieri von Bergamo und die Ermittlungsgruppe weiterhin die Hintergründe auf Telegram. In dem veröffentlichten „Manifest“ bezeichnete sich der 13-Jährige als „es leid, ein gewöhnlicher Typ zu sein“ und als „viel intelligenter“ als seine Altersgenossen. Es ist ein Sumpf aus Identitäten, den es mit Vorsicht zu erkunden gilt.

Der Kanal, auf dem das schockierende Video der Messerattacke kursierte, wurde zwar geschlossen, doch unter den bis vor einigen Tagen sichtbaren Nachrichten fallen die eines oder einer 17-Jährigen auf. Vielleicht ist es dieselbe Person, die den Kanal mit über tausend Abonnenten eröffnet hat.

In einem Gespräch vom 22. März, zwei Tage vor der Tat, fragte der 13-Jährige über das Instagram-Profil, das als sein eigenes gilt: „Wenn ich einen Live-Stream machen würde, würdest du das aufzeichnen und so weit wie möglich teilen?“ Die Antwort lautete: „Hör mal, mein Freund, ich hab dich von ganzem Herzen lieb, aber das solltest du nicht tun.“ Und erinnerte ihn daran: „Ich bin 17, du bist 13. Ich würde mich in ernsthafte Schwierigkeiten bringen.“ Es ist dieselbe Person, die am 27. März rechtliche Konsequenzen befürchtete und schrieb: „Ich habe ihm immer wieder gesagt, dass es das nicht wert ist und es andere Lösungen gibt.“

Unterdessen dementiert der Rechtsanwalt Angelo Lino Murtas im Namen seiner Mandantin, einer Lehrerin, die Berichte über Drohungen und Beschädigungen an ihrem Auto. Der einzige tatsächliche Vorfall ereignete sich am 3. Dezember 2024, als das Auto mit Spucke beschmiert wurde.

Unabhängig von den Ermittlungen wird das Trauma in der Schule von den Psychotherapeutinnen des Vereins EMDR unter der Leitung von Isabel Fernandez behandelt. „Es ist ratsam, dass sich Eltern und Kinder die Videos des Angriffs nicht immer wieder ansehen. Das verlängert die Verarbeitungs- und Genesungszeit“, empfiehlt Dr. Stefania Sacchezin. An der ersten Sitzung, die am Donnerstagabend online stattfand, nahmen 280 Eltern und Lehrkräfte teil. „Auf diesem Weg hat auch der Brief der Lehrerin geholfen, mit sanften Gedanken und Gefühlen. Sie, das Opfer, ist ein Bezugspunkt.“

archiv/APA/APA (dpa)/Peter Steffen

Angesichts dieses Gewaltverbrechens plant Italien, ein Social-Media-Verbot für Jugendliche einzuführen. Die rechte Regierungspartei Lega hat dazu einen entsprechenden Gesetzesentwurf in das Parlament in Rom eingebracht. „Stopp für Social Media für Jugendliche unter 14 Jahren. Wir wollen Minderjährige schützen und Familien unterstützen“, schrieb Vizepremier und Lega-Chef Matteo Salvini am Sonntag auf X.

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