Von: mk
Bozen – Die Bedeutung der Fernwärme und der nachhaltigen Nutzung von Biomasse stand im Mittelpunkt des Heizwärterstammtisches, zu dem am 27. Mai zahlreiche Heizwärter sowie Vertreterinnen und Vertreter der Südtiroler Fernwärme- und Biomassebranche nach Sterzing geladen waren. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Südtiroler Energieverband SEV mit dem Ziel, aktuelle Herausforderungen sowie zukünftige Entwicklungen im Bereich der nachhaltigen Wärmeversorgung gemeinsam zu diskutieren.
Im Rahmen der Veranstaltung fanden mehrere Fachvorträge statt, die unterschiedliche Zukunftsfragen der Branche beleuchteten. Marco Pietrogiovanna vom Amt für Forstplanung sprach über die Verfügbarkeit von Biomasse und bisher noch nicht erschlossene Nutzungsmöglichkeiten. Enes Hamidovic widmete sich dem Thema Fernwärmedekarbonisierung sowie alternativen Wärmequellen. Zudem präsentierte Alperia Ansätze zum Einsatz von künstlicher Intelligenz und Machine Learning zur Optimierung des Biomasseeinsatzes innerhalb von Fernwärmenetzen.
Im Zentrum der Diskussion stand dabei vor allem die Frage, wie die Fernwärme auch in Zukunft nachhaltig abgesichert und weiterentwickelt werden kann. Einigkeit herrschte darüber, dass Biomasse und Fernwärme gerade in Südtirol eine zentrale Rolle für die regionale und nachhaltige Energieversorgung spielen. Gleichzeitig wurde aber auch deutlich, dass die verfügbaren Biomassemengen zunehmend unter Druck geraten. Insbesondere nach der weitgehenden Aufarbeitung des Käferholzes wird künftig voraussichtlich weniger Holz aus den Wäldern verfügbar sein.
Vor diesem Hintergrund gewinnen die Optimierung bestehender Systeme sowie ergänzende Formen der Wärmegewinnung zunehmend an Bedeutung. Diskutiert wurden dabei unter anderem Wärmepumpen, Solaranlagen, Power-to-Heat-Lösungen sowie moderne steuerungstechnische Optimierungen mittels künstlicher Intelligenz und datenbasierter Systeme.
„Die Fernwärme bleibt ein zentraler Baustein der Energiewende und der regionalen Versorgungssicherheit. Gerade deshalb müssen wir bereits heute darüber nachdenken, wie wir bestehende Systeme weiter optimieren und mit neuen Technologien kombinieren können“, fasst SEV-Präsident Thomas Gasteiger zusammen.
Am Nachmittag stand zudem eine gemeinsame Besichtigung des neuen Werks der Thermo Wipptal auf dem Programm. Abgerundet wurde der Tag durch persönlichen Austausch und intensive Fachgespräche unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern.




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