„Lösung im gesamtgesellschaftlichem Interesse“

SGB/CISL: Frauen haben auch in der Arbeitswelt Probleme

Mittwoch, 07. März 2018 | 17:00 Uhr

Bozen – Auf die vielfältigen Herausforderungen und Probleme von Frauen am Arbeitsmarkt, aber auch auf die Lösungsansätze und den gewerkschaftlichen Einsatz ist die Frauengruppe im SGB/CISL heute anlässlich des bevorstehenden Tags der Frau eingegangen. Ziel seien konkrete Verbesserungen, die über Kollektivverträge oder spezifische Dienste erreicht werden können, so die Verantwortliche Donatella Califano.

Gerade junge Arbeitnehmerinnen seien vielfach mit unsicheren und befristeten Arbeitsverhältnissen konfrontiert, mahnte Judith Tutzer von der Jugendgruppe im SGBCISL. Diese macht sich für die Förderung der Jugendbeschäftigung stark und setzt zudem auf gezielte arbeitsrechtliche Beratung der Jugendlichen.

Teilzeitarbeit ermögliche ein akzeptables Gleichgewicht zwischen Beruf und Familie, erweise sich aber hinsichtlich der Karriere oft als Hemmschuh, so Marisa Mantovan von der Fachgewerkschaft Öffentlicher Dienst. Sie zeigte auch die Problematik des weiblichen Personals der Pflege- und Betreuungseinrichtungen auf, die neben Teilzeitarbeit häufig von befristeten Arbeitsverträgen und beschwerlicher Arbeit betroffen sind. In den Kollektivverträgen gelte es, neue Vereinbarungsmöglichkeiten auszuhandeln.

Brigitte Kaserer zeigte die Bemühungen der Rentnergewerkschaft auf, über Kurse und Initiativen das aktive Altern, die Beteiligung am gesellschaftlichen Leben und die Gesundheit zu fördern.

Arbeit im Gastgewerbe, das großteils von Arbeitnehmerinnen getragen wird, sei belastend angesichts der vielen Überstunden, der Wochenend- und Feiertagsarbeit, den befristeten Arbeitsverträgen. Der Druck auf die Beschäftigten sei aufgrund des hohen Personalwechsels und der Ersetzbarkeit von Arbeitskräften groß. Eine Schwangerschaft bedeute in manchen Fällen Druck bis hin zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses. In diesen Fällen sei es wichtig, Betroffene über ihre Rechte und die Folgen der Auflösung des Arbeitsverhältnisses zu informieren und Lösungen aufzuzeigen, so Barbara Girardi von der Fachgewerkschaft Handel/Gastgewerbe/Dienstleistungen.

Eine Anlaufstelle für Belastungen am Arbeitsplatz bietet der SGBCISL seit 2015 in Zusammenarbeit mit drei Arbeitspsychologinnen an. Anteilsmäßig immer mehr Frauen wenden sich an diesen für Mitglieder kostenlosen Dienst, der Betroffene dabei unterstützt, mit Belastungen wie Mobbing, arbeitsbedingten Stress oder Diskriminierungen umzugehen und diese zu überwinden.

 

Von: mk

Bezirk: Bozen