Bauernjugend übergibt Scheck in Höhe von 1.000 Euro

Spende an Haus der Geschützen Wohnungen

Donnerstag, 26. März 2026 | 12:09 Uhr

Von: mk

Bozen – Die Südtiroler Bauernjugend hat am Mittwoch, 25. März im Rahmen ihrer Landesführungssitzung einen Scheck in Höhe von 1.000 Euro an das „Haus der geschützten Wohnungen“ übergeben. Die Spende ist das Ergebnis einer besonderen Aktion rund um den Internationalen Tag der Frau, an dem die SBJ ihre Mitgliederversammlung abhielt. Die Firma Loacker sponserte für jede anwesende Frau eine Loacker Rose und die Südtiroler Bauernjugend spendet den aufgerundeten Betrag, den diese bei Bezahlung gekostet hätten, nun an das „Haus der geschützten Wohnungen“.

Ausgangspunkt für die Spende war die 56. Mitgliederversammlung der Südtiroler Bauernjugend, die am 8. März im Bozner Waltherhaus stattfand – am Weltfrauentag. Im Mittelpunkt standen neben den inhaltlichen Schwerpunkten auch die Wertschätzung und Sichtbarkeit von Frauen innerhalb der bäuerlichen Jugend.

Für einen besonderen Abschluss der Versammlung sorgten Landesleiterin Viktoria Kössler und Landesobmann Raffael Peer mit einer gelungenen Überraschung für alle anwesenden weiblichen Mitglieder. „Jede Frau erhielt von uns eine Rose aus Schokolade, gesponsert von der Firma Loacker. Gleichzeitig haben wir uns dazu entschieden, für jede überreichte Rose den doppelten Wert an ein Frauenhaus zu spenden“, erklärte Kössler bei der Versammlung.

Im Zuge der gestiegen Landesführungssitzung wurde die Präsidentin des Hauses der geschützten Wohnungen Trixy von Pretz eingeladen, um den Mitgliedern der Landesführung einen Einblick in die Arbeit der Frauenhäuser zu geben. Das Haus der geschützten Wohnungen in Bozen ist ein Frauenhaus im Stadtzentrum, das Frauen und Kindern in schwierigen Lebenssituationen Schutz und Unterstützung bietet. Das Frauenhaus gehört zu den ersten seiner Art in Italien und wurde 1986 gegründet; 1989 zog die erste Frau ein.

Die Einrichtung verfügt über sieben kleine Wohnungen mit Platz für maximal 21 Personen, darunter etwa sieben Frauen und mehrere Kinder. Viele der Bewohnerinnen kommen nach Gewalterfahrungen – meist durch Partner, aber auch in anderen familiären Konflikten. Die Aufnahme erfolgt oft über Polizei, Krankenhaus oder soziale Dienste, in Notfällen auch sofort und anonym. Ein Team aus Psychologinnen (für Frauen und Kinder), Verwalterinnen und freiwilligen Helferinnen unterstützt die Bewohnerinnen im Alltag.

Ziel ist es, den Frauen zu helfen, wieder ein selbstständiges Leben aufzubauen. Dazu gehören psychologische Betreuung und Hilfe bei der Arbeitssuche. Besonders wichtig sind dabei eine stabile Wohnsituation und ein geregeltes Einkommen. Die Frauen sollen normalerweise nach etwa sechs Monaten ausziehen, was jedoch manchmal aufgrund von Wohnungsmangel und persönlicher Situation schwierig ist.
Der Alltag im Haus ist klar strukturiert: Es gibt Regeln, Gemeinschaftstreffen und gemeinsame Aktivitäten wie das Feiern von Festen oder Geburtstagen. Dadurch wird versucht, ein Gefühl von Sicherheit und Familie zu vermitteln.
Ein großes Problem stellt die Wohnungssituation in Bozen dar, da die Mieten sehr hoch sind. Viele Frauen bleiben daher länger als geplant im Haus. Trotzdem gelingt es einigen, ein eigenständiges Leben aufzubauen, Arbeit zu finden und langfristig unabhängig zu werden.

Im Anschluss an den Bericht von Trixy von Pretz erfolgte die offizielle Übergabe des Spendenschecks in Höhe von 1.000 Euro, die Landesführung hat sich entschieden den Betrag aufzurunden. Mit dieser Spende möchte die Südtiroler Bauernjugend nicht nur finanzielle Unterstützung leisten, sondern auch ein klares Zeichen setzen: für mehr respektvollen Umgang miteinander.

„Es war uns ein großes Anliegen, den Weltfrauentag nicht nur symbolisch zu begehen, sondern ihn auch mit einer konkreten Aktion zu verbinden“, betonte Landesobmann Raffael Peer. „Die Arbeit der Frauenhäuser ist von unschätzbarem Wert, und wir freuen uns, dass wir mit unserer Initiative einen Beitrag leisten können.“

Bezirk: Bozen

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