Landesregierung genehmigt das Strategiedokument AM#S²2030

Starker, moderner und inklusiver Arbeitsmarkt: Südtirol startet neue Strategie bis 2030

Freitag, 10. April 2026 | 16:10 Uhr

Von: luk

Bozen – Ein leistungsfähiger, resilienter und attraktiver Südtiroler Arbeitsmarkt: Das ist die zentrale Zielsetzung des Dokuments AM#S²2030, das die Landesregierung am 10. April auf Vorschlag von Arbeits-Landesrätin Magdalena Amhof genehmigt hat. Das Strategiepapier enthält die Grundprinzipien, nach denen sich die aktive und steuernde Arbeitsmarktpolitik des Landes Südtirol ausrichten wird.

“Mit der neuen Strategie schaffen wir die Voraussetzungen für einen modernen, bürgernahen und leistungsfähigen Arbeitsmarktservice. Unser Ziel ist es, attraktive Arbeitsplätze, qualifizierte Beschäftigte und echte Teilhabemöglichkeiten für alle zu sichern”, betont Landesrätin Amhof.

Die Ausarbeitung des Strategiepapiers sei Teil der Umsetzung des Regierungsprogramms 2023-2028, in dem sich die Koalitionspartner der Südtiroler Landesregierung zu einer aktiven, steuernden und gestaltenden Arbeitsmarktpolitik bekennen. Der Verbleib und die Integration der Menschen in stabilen Arbeitsverhältnissen mit leistungsgerechten Löhnen seien die wirksamste und würdevollste Form sozialer Integration. Ganz besonders wenn es um Menschen mit Behinderungen und andere vulnerable Personengruppen gehe.

Das Dokument zeigt die tiefgreifenden Herausforderungen auf, vor denen der Südtiroler Arbeitsmarkt steht. Vom demografischen Wandel, der fortschreitenden Digitalisierung bis hin zum Fachkräftemangel bei gleichzeitiger Unterauslastung des Arbeitskräfteangebots (2025 lag die Registerarbeitslosigkeit bei 6,2 Prozent, das entspricht etwa 15.600 Personen im Jahresdurchschnitt) und dem Abwanderungsphänomen.

Um den Herausforderungen zu begegnen, sieht AM#S²2030 sowohl das Erreichen von Zielwerten (zum Beispiel für Registerarbeitslosenquote oder Erwerbsbeteiligung) als auch konkrete Maßnahmen in verschiedensten Bereichen vor. Allen voran die Stärkung des Arbeitsmarktservice Südtirol durch den Ausbau des Personals, die Modernisierung der IT-Systeme, das Vorantreiben der Digitalisierung, die Weiterentwicklung der Arbeitsvermittlungszentren sowie der Zusammenarbeit mit öffentlichen und privaten Partnern. Angestrebt wird auch eine Stärkung der Vermittlungsleistung für arbeitskräftesuchende Betriebe.

Weitere Leitlinien sind der Mobilisierung von Arbeits- und Fachkräften gewidmet. Diese soll in erster Linie durch die bessere Mobilisierung des bestehenden Arbeitskräftepotenzials erfolgen. Frauen, Jugendliche, ältere Personen, Menschen mit Behinderungen sowie arbeitsmarktferne Personen sollen gezielter angesprochen und durch passgenaue Dienstleistungen dauerhaft in den Arbeitsmarkt integriert werden. Als wesentliche Rahmenbedingung für eine erfolgreiche Arbeitsmarktintegration hebt die Strategie auch die Bedeutung von leistbarem Wohnraum hervor.

Arbeitsmarktstrategie 2030: HGV begrüßt neues Strategiedokument

Der Hoteliers- und Gastwirteverband (HGV) begrüßt den Beschluss der Südtiroler Landesregierung zur Arbeitsmarktstrategie 2030. Dieses Strategiedokument stellt eine wichtige Grundlage für eine zukunftsfähige, wirtschaftlich nachhaltige und sozial ausgewogene Arbeitsmarktpolitik in Südtirol dar.

Aufgrund des demografischen Wandels werden dem Südtiroler Arbeitsmarkt bis 2035 rund 10.000 Erwerbstätige weniger zur Verfügung stehen als heute. „Umso wichtiger ist es, dass Südtirol diesen Entwicklungen aktiv und vorausschauend begegnet. Deshalb begrüße ich die Arbeitsmarktstrategie 2030 der Landesregierung“, betont HGV-Präsident Klaus Berger.

Mit der Initiative „JOIN future hospitality“ hat der HGV bereits ein Projekt für eine eigene Arbeitgebermarke für Südtirols Hospitality gestartet und damit eine klare Vision für den Arbeitsmarkt im Gastgewerbe entwickelt. Ziel ist es, den Tourismussektor als attraktiven Arbeitgeber weiter zu stärken und auszubauen. „Neben den Betrieben ist auch die Politik gefordert, geeignete Rahmenbedingungen für ein attraktives Leben und Arbeiten in Südtirol zu schaffen“, so HGV-Direktor Raffael Mooswalder.

Vor diesem Hintergrund bringt sich der HGV aktiv auf Landes- und Staatsebene ein, um tragfähige Lösungen für einen zukunftsfähigen Arbeitsmarkt zu erörtern. So fand kürzlich ein Treffen mit Arbeits-Landesrätin Magdalena Amhof statt, bei welchem verschiedene arbeitsmarktpolitische Anliegen besprochen wurden, darunter die Stärkung des Arbeitsmarktservice – ein zentraler Aspekt, der auch in der Strategie verankert ist und vom HGV ausdrücklich begrüßt wird.

Der HGV zeigt sich zuversichtlich, dass die Arbeitsmarktstrategie 2030 eine solide Grundlage für die Umsetzung weiterer wichtiger Maßnahmen bietet. Für den HGV bleiben die zentralen Anliegen unter anderem der Ausbau von Betreuungsangeboten für Kinder, die Förderung von Betriebskitas, Anreize für die Weiterbeschäftigung von Pensionistinnen und Pensionisten, die Schaffung von Mitarbeiterunterkünften − auch zur Entlastung des Wohnungsmarktes − sowie der Ausbau der autonomen Handlungskompetenzen im Bereich Arbeitsmarkt, um passgenaue Lösungen für Südtirol zu ermöglichen, heißt es abschließend in der Medienaussendung des HGV.

Bezirk: Bozen

Kommentare

Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen