Industriellenvereinigung der Region Trentino - Südtirol kritisiert Regierung

„Stop des Brennerbasistunnels würde zum europäischen Infarkt führen“

Mittwoch, 31. Oktober 2018 | 18:55 Uhr

Bozen/Trient – „Der Brennerbasistunnel ist eine strategische Infrastruktur für die Zukunft unseres Landes. Wer seine Verwirklichung in Frage stellt, setzt die soziale, ökologische und wirtschaftliche Nachhaltigkeit unserer Region aufs Spiel. Zusätzlich wäre ein europäischer Infarkt vorprogrammiert: der Brenner ist nämlich die zentrale Verbindungsachse zwischen Nord- und Südeuropa“. Mit dieser Aussage reagieren die Industriellenverbände der Region Trentino-Südtirol auf die jüngsten Aussagen zum BBT der italienischen Minister Danilo Toninelli und Riccardo Fraccaro.

  • Soziale Nachhaltigkeit: Netze und Infrastrukturen, die verbinden, werden immer wichtiger. Sie ermöglichen den Personen-, Daten- und Warenverkehr und verbessern die internationale Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Unternehmen: damit sichern sie Arbeitsplätze und Investitionen vor Ort.
  • Ökologische Nachhaltigkeit: um den Verkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern braucht es wettbewerbsfähige Eisenbahninfrastrukturen. Der Brennerbasistunnel und die dazugehörigen Zulaufstrecken sind ausschlaggebend, um die Eisenbahn auch für Unternehmen attraktiver zu gestalten.
  • Wirtschaftliche Nachhaltigkeit: die gesamte Wirtschaft unseres Landes – das gilt für die internationalisierten Industrieunternehmen gleichermaßen wie für den Tourismus – hängt stark von der Erreichbarkeit der Region ab. Stoppt man die Verkehrsinfrastrukturen, so stoppt man auch die Entwicklung des Landes, indem man Arbeitsplätze und Investitionen aufs Spiel setzt, die diese Unternehmen schaffen.

„Wir sind die ersten, denen eine umweltverträgliche Realisierung der großen Infrastrukturprojekte in unserem Land am Herzen liegt, denn auch wir leben und arbeiten hier. Zugleich gilt es aber auch, die strategische Bedeutung der Verbindungsnetze zu unterstreichen. Sie sind nicht nur für die Wettbewerbsfähigkeit einer Region ausschlaggebend – sie sichern ihre Zukunft. Wer nicht erreichbar ist, wer sich der Welt nicht öffnen kann, der wird verschwinden: das gilt für unsere Unternehmen gleichermaßen wie für das Land, in dem wir leben und arbeiten“, sagt der Präsident des regionalen Industriellenverbandes und für die Infrastrukturen zuständige Vizepräsident von Confindustria, Stefan Pan.

Federico Giudiceandrea, Präsident des Unternehmerverbandes Südtirol, und Enrico Zobele, Präsident von Confindustria Trient, bekräftigen diese Position: „Wenn wir Italien und insbesondere auch unsere Region stärken wollen, dann dürfen wir es uns nicht leisten, die Unternehmen einzubremsen oder gar zu lähmen. Im Gegenteil: Wir stärken unser Land, wenn wir es unseren Unternehmen ermöglichen, ihrer Energie freien Lauf zu lassen und genau aus diesem Grund brauchen wir die großen Verbindungsinfrastrukturen“.

Von: ka

Bezirk: Bozen

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

4 Kommentare auf "„Stop des Brennerbasistunnels würde zum europäischen Infarkt führen“"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
longwolf
longwolf
Tratscher
16 Tage 20 h

Es wäre viel billiger gegangen. Die Lkw Maut erhöhen, damit aus Kostengründen nicht Umwegverkehr, statt über die Schweiz in kauf genommen wird. Fliegt doch um die Ohren, da nicht Finanzierbar. Das sind die wahren Beispiele der Staatsschulden, und die Politikergehälter.

Orschgeige
Orschgeige
Superredner
16 Tage 13 h

Kein Stop, im schlimmsten Fall eine Verzögerung. Der Minister Tontinelli dauert nicht lange.

thomas
thomas
Universalgelehrter
16 Tage 8 h

absolut richtig. Dieser Tunnel wird wenig und höchstens vorübergehend zum Management ser Verkehrsprobleme beitragen. Genau so wie der Küchelbergtunnel u anderecim Bau befindliche unterirdische Straßenprojekte. Es braucht schon besonders dumme Menschen, die so viel ihrer Ressourcen im Berg verbuddeln!!!!

Gurgiser
Gurgiser
Neuling
15 Tage 22 h
“Würde zum europäischen Infarkt führen”, meinen sie. Fragt sich nur zu welchem. Vermutlich haben sie höllische Angst, dass der “Milliardenfluss an Steuergeldern für den BBT, welcher der Bevölkerung als Transitlösung vorgegaukelt wird, nicht mehr so flüssig von Wien und Brüssel über den Brenner in die BBT SE verlagert wird”. Den “Verkehrsinfarkt”, liebe Damen und Herren, haben wir im “Luft- und Lärmsanierungsgebiet” nördlich und südlich des Brennerpasses nun seit Jahrzehnten. Weil keine Güter von der Straße auf die Schiene, sondern nur Steuergeld in Eisenbahnumfahrung Innsbruck, Neue Unterinntalbahn und BBT verlagert wurde und wird. Auf Grund der fehlenden verkehrs- und finanzrechtlichen Rahmenbedingungen… Weiterlesen »
wpDiscuz