Teures Brot, teurer Cappuccino

Studie zeigt: Einkaufen in Bozen teurer als in Mailand

Montag, 05. Januar 2026 | 09:17 Uhr

Von: luk

Bozen – Brot, Pizza, Cappuccino, Autowäsche: In Bozen ist das Leben besonders teuer. Laut einer aktuellen Untersuchung des italienischen Verbraucherschutzverbandes Codacons ist die Südtiroler Landeshauptstadt die teuerste Stadt Italiens, wenn es um den täglichen Einkauf von Lebensmitteln geht. Im Durchschnitt müssen Verbraucherinnen und Verbraucher rund 220 Euro ausgeben, um einen Einkaufswagen zu füllen – mehr als in Mailand, wo es mit 213 Euro nur geringfügig günstiger ist. Am billigsten ist der Einkauf in Catanzaro mit 164 Euro.

Diese Zahlen erklären, warum viele Familien aus der Mittelschicht zunehmend Schwierigkeiten haben, bis zum Monatsende auszukommen. Denn zu den hohen Ausgaben für Lebensmittel und Dienstleistungen kommen in Bozen noch die besonders hohen Wohnkosten hinzu.

Gesamtkosten: Mailand an der Spitze

Berücksichtigt man sowohl Lebensmittel als auch Dienstleistungen, bleibt Mailand jedoch die teuerste Stadt Italiens. Dort belaufen sich die durchschnittlichen monatlichen Ausgaben auf 598 Euro, gefolgt von Aosta mit 586 Euro. Bozen liegt mit 574 Euro auf Platz drei. Am günstigsten unter den 18 untersuchten Städten ist Neapel mit insgesamt 368 Euro – davon 168 Euro für den Wocheneinkauf und 200 Euro für Dienstleistungen.

Die Codacons-Studie basiert auf einem Warenkorb aus Obst- und Gemüseprodukten, Grundnahrungsmitteln sowie Dienstleistungen wie Zahnarzt, Reinigung oder Hundepflege. Deutlich wird dabei eine klare Kluft zwischen Nord- und Süditalien, von der nur wenige Ausnahmen abweichen.

Teures Brot, teurer Cappuccino

Beim Brot ist Bozen landesweit Spitzenreiter: Im Durchschnitt kostet ein Kilogramm sieben Euro, während es in Neapel nur 2,42 Euro sind (italienweiter Durchschnitt: 4,21 Euro). Rindfleisch ist in Bologna mit 26,76 Euro pro Kilogramm am teuersten, Bozen folgt knapp dahinter mit 26,38 Euro. Die günstigsten Preise gibt es in Catanzaro (16,40 Euro).

Auch der Cappuccino geht in Bozen ins Geld: Mit durchschnittlich 2,29 Euro ist er der teuerste Italiens. In Catanzaro kostet der Frühstückskaffee dagegen nur 1,35 Euro. Ein Pizzaabend schlägt in Bozen mit durchschnittlich 14,72 Euro zu Buche, während man in Pescara bereits für zehn Euro satt wird.

Dienstleistungen ebenfalls kostspielig

Der Kinobesuch kostet in Bozen durchschnittlich 10,98 Euro. Zum Vergleich: In Bari liegt der Preis bei 7,27 Euro, während Genua mit 11,22 Euro am teuersten ist. Für eine Zahnfüllung werden in Bozen rund 130 Euro fällig – deutlich weniger als in Aosta (176 Euro), aber fast doppelt so viel wie in Neapel (70 Euro).

Besonders auffällig sind die Preise für Autowäsche und Hundepflege: Während man in Ancona das Auto für 8,50 Euro waschen lassen kann, kostet derselbe Service in Bozen über 21 Euro. Die Hundepflege schlägt dort mit 45 Euro zu Buche – weniger als in Aosta (49,61 Euro), aber mehr als doppelt so viel wie in Neapel (19,19 Euro).

Überraschung bei der Hemdenreinigung

Eine Überraschung hält die Studie dennoch bereit: Mailand ist die Stadt mit den niedrigsten Kosten für das Waschen und Bügeln eines Hemdes. Dort werden im Schnitt 2,89 Euro verlangt, während derselbe Service in Catanzaro und Ancona rund 5,30 Euro kostet.

Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen deutlich: Besonders in Bozen wird der Alltag für viele Menschen immer teurer. Das ist eine Entwicklung, die soziale und wirtschaftliche Folgen nach sich ziehen könnte.

Bezirk: Bozen

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