Aus für die IDM "de facto" besiegelt

Südtiroler Wirtschaftsring gegen eine Hauruckaktion in der Causa IDM

Freitag, 11. November 2022 | 15:56 Uhr

Bozen – Nach dem Aufruhr im Landtag sind sich die Präsidenten der sechs größten Wirtschaftsverbände einig, dass man auf diese Weise nicht mit der IDM umgehen könne. Die IDM habe für Südtirol viel geleistet und auch einen großen Mehrwert generiert. Die besehenden Problemfelder und Unstimmigkeiten hätte man auf andere Art und Weise lösen können, so der Südtiroler Wirtschaftsring

Die Annahme des Beschlussantrags von Paul Köllensperger durch die Mehrheit der Landtagsabgeordneten, die IDM zu reformieren und diese zu zersplittern hat auch bei der Wirtschaft für Furore gesorgt. Man sei sich auch in Wirtschaftskreisen darüber einig gewesen, dass die IDM durchaus in einigen Bereichen verbessert werden müsse. Aber nur weil es einige Probleme gebe, sei das noch lange kein Grund, die IDM de facto aufzulösen, so der Präsident des Südtiroler Wirtschaftsrings, Federico Giudiceandrea. Dadurch, dass der Beschlussantrag im Punkt zwei vorsieht, die IDM von Grund auf neu auszurichten und die Kompetenzen wieder auf andere Institutionen zu verteilen, bedeutet dies de Facto das Aus der IDM, wie wir sie jetzt kennen. Es ist die Art und Weise, wie man so eine wichtige Entscheidung getroffen hat, welche auf harsche Kritik von Seiten der Wirtschaft stößt. Es könne nicht sein, dass solche Entscheidungen, welche von großer Tragweite für Südtirol sind, in einer Hauruckaktion getroffen werden, ohne dass vorher wichtige Stakeholder aus der Wirtschaft und anderen Bereichen mit einbezogen wurden, so der Präsident des Südtiroler Wirtschaftsrings.

Die IDM habe in den letzten Jahren, bei aller Kritik auch viel Positives für Südtirol erreicht. „So hat sie etwa im Bereich Digital, bei dem Südtirol noch großes Entwicklungspotential hat, Erfolge vorzuweisen und sich zum Ziel gesetzt, die digitale Transformation auch für weitere Sektoren voranzutreiben und digitale Kompetenz in Südtirol zu etablieren. Südtiroler Produkte wurden im In- und Ausland gut positioniert und neue Absatzmöglichkeiten, insbesondere auch für die Südtiroler Agrarprodukte, wurden geschaffen. Vor allem aber hat die IDM in den letzten zwei Jahren die Marke Südtirol von einer Destinationsmarke zu einer Regionenmarke weiterentwickelt, mit dem Ziel Südtirol in Zukunft ganzheitlich als besonders lebenswerten Standort international zu positionieren.“ Man ersuche nun die Politik, eine vernünftige Lösung zu finden, um größeren Schaden abzuwenden. Nicht zuletzt gehe es aber auch um die rund 200 Mitarbeiter der IDM, welchen man nun positive Signale senden müsse, so der Wirtschaftsring.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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7 Kommentare auf "Südtiroler Wirtschaftsring gegen eine Hauruckaktion in der Causa IDM"


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Superredner
23 Tage 14 h

Keine Ahnung von welchen Meilensteinen die IDM spricht und wäre um ein Statement dankbar. Ich habe höchste Kontakte in der Branche und digitalisiert wurden wir durch ein Vorhaben von Unternehmen in Nordtirol, welche eine Ausfallsicherheit zu den Rechenzentren in Mailand aufbauen wollte. Die Glasfaserring-Verbindung, welche den Ring zwischen Innsbruck-Brenner und Landeck-Reschenpass gebildet wurde, war überhaupt nur durch österreichisches Ambitionen entstanden. Ohne diese Aktion, wäre der Vinschgau, Burggrafenamt und Bereiche Richtung Osttirol schlecht erschlossen. Die IDM hat in meinen Augen weniger geholfen, als das Landtirol und einige nordtiroler Unternehmen, die sich daran beteiligt haben.

bern
bern
Universalgelehrter
23 Tage 3 h

@Kingu
deine Geschichte ist kein Einzelfall und auch mir die Erfolge der IDM schleierhaft. Die Digitialisierung wird von den Unternehmen selbst vorangetrieben, da tut das IDM nicht viel. Und wo bitteschön sind neue Exportaktivitäten für Agrarprodukte sichtbar? Verkauft die IDM unsere Milch oder die Äpfel? Die Produzentenpreise sind im Keller.

Doolin
Doolin
Kinig
23 Tage 12 h

…ein Beschluss des Landtages ist eine Hauruckaktion?…interessante Ansicht demokratischer Gepflogenheiten…

thomas
thomas
Kinig
23 Tage 2 h

aber der Landtag hat beschlossen

MarkusK.
MarkusK.
Grünschnabel
22 Tage 14 h

Was passiert mit den Angestellten 🧐

pingoballino1955
pingoballino1955
Superredner
22 Tage 2 h

Die können alle Anträge der Bürger*innen bearbeiten,die als Sozialfälle auf Eis gelegt wurden,gel Frau Deeg? ARBEIT GENUG,damit endlich Ansuchen schneller abgearbeitet würden,oder nicht?

pingoballino1955
pingoballino1955
Superredner
22 Tage 2 h

Wäre schon lange höchste Zeit gewesen dieses millonenverschleudernde Ungeheuer zu eliminieren.Danke Team K!!!

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