Land zieht eine Zwischenbilanz zu Soforthilfe und Sondermietbeitrag

Task Force berät über Gegenstrategien für zunehmende Armut

Donnerstag, 04. Juni 2020 | 10:45 Uhr

Bozen – Die Auswirkungen der Coronakrise sind zum Teil bereits spürbar, in den nächsten Wochen und Monaten wird die anhaltende Krise weitere Folgen für zahlreiche Bürgerinnen und Bürger haben. In einer Ende Mai erschienenen Analyse haben Unicef und Safe the Children davor gewarnt, dass die Pandemie vielen Familien die Lebensgrundlage nimmt und die Kinderarmut weltweit um 15 Prozent steigen könnte. “Die Südtiroler Landesregierung stellt seit Ende April mit der Soforthilfe, dem Sondermietbeitrag und dem Sonderbeitrag für Wohnungsnebenkosten erste, wichtige Unterstützungsleistungen zur Verfügung”, berichtet Soziallandesrätin Waltraud Deeg.

Über 4,1 Millionen für sofortige Unterstützung ausbezahlt

Seit Beginn der Antragstellungen wurden 860 Beiträge zur Soforthilfe gewährt und rund 850.000 Euro ausbezahlt. Außerdem wurden 4500 Anträge für Miete und Wohnungsnebenkosten genehmigt und seit Ende April 3,3 Millionen Euro ausbezahlt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Sozialsprengeln hätten dabei eine großartige Arbeit geleistet und dazu beigetragen, vielen Südtirolerinnen und Südtiroler unbürokratisch und schnell helfen zu können. Dies seien wichtige Maßnahmen im Kampf gegen die Armut in Südtirol, betont Landesrätin Deeg, die zu bedenken gibt: “Das alleine wird jedoch nicht ausreichen, um das Armutsrisiko zu senken, denn andere Leistungen vor allem auf Staatsebene lassen auf sich warten. Es braucht weitere Maßnahmen!” Vor allem gehe es nun darum, neue Armut durch den anhaltenden Ausnahmezustand zu vermeiden und gezielt Unterstützung anzubieten.

Fachkundige Arbeitsgruppe ermittelt Status Quo

Um sich eine Übersicht über den Status Quo zu verschaffen und die aktuelle Situation weiterhin gut im Blick zu behalten, hat Landesrätin Deeg vor Kurzem einen Arbeitstisch einberufen. Vertreter der Caritas, der Südtiroler Vinzenzgemeinschaft, des Vereins Volontarius, der Verbraucherzentrale, des KVW, der Handelskammer, des KFS, des Dachverbandes Gesundheit und Soziales, der Sozialdienste sowie der zuständigen Landesämter haben sich dafür erstmals in einer Videokonferenz vernetzt und sollen nun gemeinsam an weiteren Maßnahmen arbeiten. Die Soziallandesrätin ist sich mit den Anwesenden einig: “Armut hat oftmals keine Öffentlichkeit, hat diese aber absolut nötig – nicht um anzuprangern, sondern um gezielt dagegen vorzugehen.” Man wolle deshalb weiterhin im engen Austausch bleiben und gemeinsam weiterdenken, um wichtige und sinnvolle Schritte zu setzen.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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5 Kommentare auf "Task Force berät über Gegenstrategien für zunehmende Armut"


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Rumpelstielzchen
Rumpelstielzchen
Grünschnabel
29 Tage 22 h

Blablablabla, da wird jetzt wieder 6 Monate “ermittelt” und heraus kommt nix. Ich kenne einige Fälle in meinem Umfeld, die immer noch auf die Lohnausgleichszahlungen vom INPS warten. Von wegen schnell und unbürokratisch. Wer auf diese Politikerkaste angewiesen ist, tut mit leid. Da fällt mir das alte Sprichwort ein: Mensch hilf dir selbst, dann hilft dir auch Gott. 

So ist das
So ist das
Universalgelehrter
29 Tage 21 h

Die Armut steigt seit Jahren, da braucht es keine grossen Reden oder Arbeitsgruppen, sondern Taten und nachhaltige Lösungen, aber auch finanzielle Unterstützungen.
Das reale Leben schaut anders aus als jenes der Politikerkaste 🤔

Guenni
Guenni
Universalgelehrter
29 Tage 22 h

Ist das Geld der Lohnausgleichskasse schon an alle gezahlt ?! Da habe ich mir selber eine Falle gestellt, denn alle, die noch nichts haben, werden mit 👎 werten. Sei’s drum, ich schicke ihn ab

primetime
primetime
Superredner
29 Tage 19 h

Die Armut gab es schon vorher – durch das Virus eskalierte das nur mehr

nuisnix
nuisnix
Superredner
29 Tage 18 h

Wenn ich Zeit gewinnen oder Gras über eine Sache wachsen lassen will, gründe ich eine Arbeitsgruppe, die evaluiert, über welche Möglichkeiten nachgedacht werden könnte, ob über eventuelle Probleme nachgedacht werden soll… wir müssen jetzt nur noch den geeigneten Vorsitzenden und die anderen Mitglieder finden und die Gelder für die Aufwandsentschädigungen zuweisen…

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