"Reorganisation rückgängig machen"

Tschenett: “Chaos bei der Post”

Mittwoch, 13. Februar 2019 | 18:22 Uhr

Bozen – Die Reorganisation der Postzustellung sei, so Tony Tschenett, Vorsitzender des Autonomen Südtiroler Gewerkschaftsbundes (ASGB), sofort rückgängig zu machen. Die bereits erfolgte Umstellung im Pustertal und im oberen Vinschgau hätte die Befürchtung bestätigt, dass es durch die Reorganisation letztendlich nur Verlierer geben würde.

Tschenett führt aus, dass jegliche, seitens des ASGB Betriebssekretärs für den Bereich Post, Alfred Moser, bereits im Vorfeld getätigte Warnungen und Interventionen in Bezug auf die negativen Auswirkungen der geplanten Änderungen der Arbeitszeiten und der Umstellung im Zustellbereich von den zuständigen Verantwortlichen in den Wind geschlagen worden wären und mit Unterstützung der konföderierten Gewerkschaften in Rom unterschrieben worden seien. Der ASGB hätte niemals seine Unterschrift unter eine derart absehbare Verschlechterung der Postdienste für Angestellte und Kunden zugestimmt.

„Es ist nicht akzeptabel, dass über die Köpfe der Bediensteten hinweg die Arbeitszeiten nach hinten verlegt werden. Viele Angestellte der Post haben diese Arbeit gewählt, weil sie sich am besten mit den Bedürfnissen der Familie oder eventuellen anderen Zusatzaufgaben vereinbaren lässt. Ein öffentlicher Betrieb wie die Post muss personalpolitisch eine Vorbildfunktion ausüben und nicht seine Bediensteten im Regen stehen lassen. Langfristig führen solche einseitigen Entscheidungen des Managements zu Massenkündigungen und der Dienst kann nicht mehr aufrecht erhalten werden. Es ist bereits jetzt Fakt, dass durch einen steten Personalrückgang in der Vergangenheit die Bediensteten der Poste Italiane an die Grenze der Belastbarkeit gelangt sind. Zudem haben auch die Postkunden ein Recht darauf, ihre Abonnements, für die sie tief in die Tasche greifen, oder andere wichtige Zustellungen zeitnahe zu erhalten. Und letztendlich liegt es auch im Interesse der Verleger, dass deren Zeitungen und Magazine beim Verbraucher ankommen, so lange sie noch aktuell sind“, so der ASGB-Chef, der außerdem betont, dass man mit diesen Maßnahmen auch dem viel gepriesenen Abkommen zwischen der Autonomen Provinz Bozen und Poste Italiane in den Rücken gefallen sei. Dieses würde nämlich eine entsprechende  Personalaufstockung und die Zweckbindung entsprechender Mittel dafür vorsehen.

Es sei nur schwer nachzuvollziehen, erläutert Tschenett, warum ein Unternehmen, dessen Ruf in der Bevölkerung bereits arg leidet, derart wahnwitzige Maßnahmen setzt. Alle politischen Vertreter,  egal welcher politischen Couleur sie angehören, Wirtschafts- und Sozialverbände, sowie Verleger seien aufgerufen, massiv Druck auf die Post auszuüben, damit die Dienste im Sinne der Angestellten und Bürger ausgeübt werden können.

Von: luk

Bezirk: Bozen

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