Schadensauszahlung nach anderem Ablaufmuster

Unfall mit ausländischem Fahrzeug: Wie kommt ihr an euer Geld?

Dienstag, 04. September 2018 | 10:20 Uhr

Bozen – Immer wieder kommt es hierzulande zu Verkehrsunfällen mit Fahrzeugen mit ausländischem Kennzeichen. Wichtig zu wissen ist dabei, dass die Abwicklung des Schadensfalles etwas anders als „gewohnt“ abläuft. Darauf weist die Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) hin.

Bei einem klassischen Auffahrunfall zwischen zwei Fahrzeugen mit italienischem Kennzeichen wird die sogenannte „direkte Schadensauszahlung“ angewandt. Hier erhalten die geschädigten Autofahrerinnen und -fahrer die Auszahlung des Schadens direkt von ihrer eigenen Versicherungsgesellschaft. Auch die Fristen sind genau festgelegt: 30 oder 60 Tage bei Sachschäden (30 Tage wenn beide Parteien den Unfallbericht unterzeichnet haben, 60 Tage bei Unterzeichnung durch nur eine Partei). Innerhalb einer Frist von 90 Tagen wird der Personenschaden ausbezahlt, insofern er nach dieser Zeit schon quantifizierbar ist.

Fährt hingegen der Unfallgegner ein Fahrzeug mit ausländischem Kennzeichen, erfolgt die Schadensauszahlung nach einem anderen Ablaufmuster.

Zuerst muss auch hier der Unfall der eigenen Versicherung gemeldet werden – diese ist jedoch für die Abwicklung des Schadensfalles und der Auszahlung nicht zuständig! Erfahrungsgemäß leisten jedoch viele der Gesellschaften Hilfestellung.

Dann muss (vom Geschädigten selbst) die Schadenersatzforderung per Einschreiben mit Rückantwort an das Zentralbüro für Kfz-Versicherungen (Ufficio centrale italiano – kurz UCI) geschickt werden. Dafür gibt es eine Vorlage unter folgendem Link: www.ucimi.it.

Dabei dürfen folgende Informationen nicht fehlen: Datum und Unfallort, Nationalität und Kennzeichen der Gegenpartei, Beschreibung des ausländischen Fahrzeugs (z.B. Art des Fahrzeuges, Marke, Modell…), kurze Beschreibung des Unfallhergangs, Kopie des europäischen Unfallberichtes, genaue Beschreibung jener Behörde, die den Unfallhergang aufgenommen hat (Gemeindepolizei, Carabinieri …).

Das UCI hat die Aufgabe, sich mit der ausländischen Versicherung der Gegenpartei in Verbindung zu setzen; anschließend teilt das Büro dem Geschädigten den Namen jener italienischen Versicherungsgesellschaft mit, die damit beauftragt wurde, den Schadensfall zu regulieren. Diese nimmt anschließend Kontakt mit dem Geschädigten auf; für die Auszahlung des Schadens ist eine Frist von drei Monaten (ab dem Zeitpunkt an dem die italienische Gesellschaft mit der Abwicklung betraut wurde) vorgesehen.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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3 Kommentare auf "Unfall mit ausländischem Fahrzeug: Wie kommt ihr an euer Geld?"


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der echte Aaron
der echte Aaron
Superredner
20 Tage 22 h

Bürokratie pur!! Müsste wohl zumindest in der ganzen EU so ablaufen wie in Italien oder wofür ist die EU??

Dublin
Dublin
Kinig
21 Tage 3 h

…das ist ja nichts Neues… 😁

So sig holt is
So sig holt is
Superredner
20 Tage 11 h

sette kas sofl zettl zu mochen…. es geat uanfocher a.. hon 5 johr mittn Rechtsschutz gerichtlich gstritten, weil a österreicher nit zohlen gwellt hot.. es wor lei a kluaner blechschoden ober decht a poor € schoden.. hon gedenkt “ach do brauchs kuane carabinieri”.. leider folsch, deswegen hots so long gedauert.. Versicherung hot gmuant, wenn i di carabinieri ungleitet hat, hat i holt de 100 oder 200 für ihmene einsotz zohlen gmiast, ober anscheinend hatten sie donn olls an die zuständigen Behörden weitergeleitet

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