Laimburg Journal

Versuchszentrum Laimburg bringt eigene Open-Access-Fachzeitschrift heraus

Donnerstag, 14. Februar 2019 | 18:52 Uhr

Bozen – Das Versuchszentrum Laimburg gibt fortan eine eigene Online-Fachzeitschrift heraus, um Wissen direkt an die Praxis weiterzugeben. Das Besondere: Die Inhalte der Online-Fachzeitschrift sind kostenfrei und unbeschränkt für jedermann zugänglich. Am Donnerstag, 14.02.2019 wurde das Laimburg Journal in einer Pressekonferenz im Landespressesaal in Bozen erstmals vorgestellt.

Ergebnisse der Forschung sollen frei zugänglich sein („Open Access“) und somit dem weltweiten Wissensaustausch zugutekommen – das ist der Grundgedanke des Laimburg Journals. „Mit unserem neuen Publikationsorgan wollen wir den Wissensaustausch fördern und unsere Forschungsergebnisse in Landwirtschaft und Lebensmittelwissenschaften zeitgemäß, aber vor allem transparent, schnell und effizient der Praxis zur Verfügung stellen“, betonte der Direktor des Versuchszentrums Laimburg Michael Oberhuber. Die neue Online-Fachzeitschrift des Versuchszentrums Laimburg ist das erste Open-Access-Journal in Südtirol und in Zusammenarbeit mit der Bibliothek der Freien Universität Bozen entstanden.

„Es ist wichtig, Netzwerke zu nutzen, um Forschungsergebnisse zu publizieren“, unterstrich der Direktor der Freien Universität Bozen Günther Mathà. „Ein gelungenes Beispiel dafür ist das Wissenschaftsnetz Südtirol, das die Zusammenarbeit zwischen den wissenschaftlichen Institutionen Südtirols fördern soll und zu weiteren Kooperationen wie jetzt dem Laimburg Journal geführt hat. Auf diese Weise können Synergien genutzt und öffentliche Gelder eingespart werden“.

Das Laimburg Journal

„Das Laimburg Journal ist die neue wissenschaftliche Online-Zeitschrift des Versuchszentrums Laimburg. Man kann es sich wie ein Schaufenster vorstellen, über das man Einblick in unsere Forschungstätigkeiten und -ergebnisse erhalten kann“, erklärte der Leiter der wissenschaftlichen Fachbibliothek am Versuchszentrum Laimburg, Stefan Morandell, der das Journal zusammen mit der Editorin Gabi Oberhöller betreut. „Darüber hinaus laden wir aber auch ausdrücklich Forscher anderer Forschungseinrichtungen aus dem In- und Ausland dazu ein, in unserer Online-Zeitschrift zu publizieren.“ Im Laimburg Journal werden fundierte Fachinformationen in Form von Originalarbeiten und Berichten aus dem breiten Spektrum landwirtschaftlicher Themen veröffentlicht, die für Südtirol relevant sind: von Obst- und Weinbau über Berglandwirtschaft und Alternativkulturen bis hin zu Themen des Pflanzenschutzes oder der Lebensmittelverarbeitung. Das Journal richtet sich an Fachpersonen aus Forschung, Industrie, Politik, Lehre und Beratung sowie an interessierte Laien. Die Beiträge werden auf Deutsch, Italienisch oder Englisch veröffentlicht, wobei zu jedem Artikel eine kurze Zusammenfassung (Abstract) in den jeweils anderen beiden Sprachen verfügbar ist. Um einen hohen Qualitätsstandard zu garantieren, durchläuft jeder Artikel vor Publikation ein internes Review-Verfahren.

„Open Access“ – Forschung für alle kostenlos und unbeschränkt zugänglich machen

Für eine Forschungsinstitution wie dem Versuchszentrum Laimburg spielt der Austausch zwischen Forschung, Praxis und Öffentlichkeit eine entscheidende Rolle. „Bei der Konzeption des Laimburg Journals haben wir bewusst die Entscheidung getroffen, im Sinne einer „Open-Access-Policy“ unsere Inhalte jedermann kostenfrei und unbeschränkt über eine Online-Plattform zur Verfügung zu stellen“, erklärte die Leiterin des Science Support Centres am Versuchszentrum Laimburg Jennifer Berger. „Dadurch wird der Zugang zu den Forschungsergebnissen demokratischer und die Wissenschaft kommt näher an die Bürger.“ Alle im Journal erschienenen Artikel können kostenlos heruntergeladen und abgespeichert werden.

„Mit öffentlichen Mitteln erarbeitete Forschungsresultate uneingeschränkt der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen, ist konsequent, denn damit kann der potenzielle Nutzen der erarbeiteten Informationen maximiert und noch besser sichergestellt werden, dass neue Erkenntnisse zu Wissen werden und Wirkung erzielen“, kommentierte Lukas Bertschinger von der Schweizer Forschungsanstalt Agroscope, der dem Wissenschaftlichen Beirat des Versuchszentrums Laimburg vorsteht und damit die Entwicklung des Journals begleitet hat.

Das Laimburg Journal ist über Internet für jedermann von überall her kostenfrei und unbeschränkt zugänglich: www.laimburgjournal.it

Wissenschaftliche Forschungsergebnisse gezielt für Praktiker aufbereitet

Dem Laimburg Journal geht es darum wissenschaftliche Inhalte, die etwa bereits in einem internationalen Journal für die weltweite Wissenschaftsgemeinde publiziert wurden, gezielt und anwendungsorientiert für Fachpersonen aufzubereiten. Es versteht sich gewissermaßen als „kommunikative Schnittstelle“, das bestimmte wissenschaftliche Inhalte dem Fachpublikum nahebringt und über das sich Praktiker stets auf dem neusten Stand halten können. „Aus der Perspektive der Wissenschaftler ist das Laimburg Journal bestens dazu geeignet Forschungsergebnisse an Fachzielgruppen weiterzugeben“, betonte Katrin Janik, die am Versuchszentrum Laimburg die Arbeitsgruppe Funktionelle Genomik leitet und sich insbesondere mit der Apfeltriebsucht beschäftigt. Zusammen mit ihrem Team publiziert Janik regelmäßig auf Englisch in renommierten internationalen Fachzeitschriften wie Plant Pathology, um ihre Ergebnisse mit der internationalen Wissenschaftsgemeinde zu teilen. „Wenn es hingegen darum geht, unsere Erkenntnisse dem Praktiker zugänglich zu machen, der etwa in der Obstanlage mit der Krankheit zu kämpfen hat, dann bietet sich das Laimburg Journal als geeignetes Publikationsmedium an“, erklärte Janik.

Der Südtiroler Beratungsring für Obst- und Weinbau ist ein wichtiger Stakeholder und Partner des Versuchszentrums Laimburg. Viele Themen, insbesondere im Pflanzenschutz, werden gemeinsam angegangen und diskutiert. Wenn es beispielsweise um Schädlinge wie die Marmorierte Baumwanze oder die Kirschessigfliege geht, stehen die Forscher des Versuchszentrums und die Berater des Beratungsrings in engem Kontakt und führen ihre Erkenntnisse aus Forschung und Versuchstätigkeit sowie aus Monitoring-Programmen, Flurbegehungen und Beobachtungen vonseiten der Landwirte zusammen. „Als Beratungsring verstehen wir uns als Übersetzer zwischen der wissenschaftlichen Forschung und den Landwirten“, erklärte der Koordinator des Rings Robert Wiedmer. „Für uns ist das Laimburg Journal eine wichtige Bezugsquelle für „frische“ wissenschaftliche Ergebnisse, die es uns ermöglicht neue Erkenntnisse zeitnah im Rahmen unserer Beratungstätigkeit an die Landwirte weiterzugeben und in die Praxis umzusetzen.“

Synergien zwischen Freier Universität Bozen und Versuchszentrum Laimburg bestens genutzt

„Zu den Zielen der Freien Universität Bozen gehört es, den Zugang zu Informationen für ein über die Universität hinausgehendes breiteres Publikum zu verbessern“, erklärte Universitätsdirektor Günther Mathà. Dies sei im Statut der Universität sowie in der Leistungsvereinbarung zwischen der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol und der Universität verankert. Um die konkreten Dienstleistungen zu definieren, wurden Rahmenvereinbarungen zwischen der Freien Universität Bozen und anderen Institutionen wie dem Versuchszentrum Laimburg geschlossen. „Uns geht es darum Synergien zwischen wissenschaftlichen Bibliotheken zu verstärken, indem wir Dienstleistungen gemeinsam nutzen“, erklärte der stellvertretende Leiter der Universitätsbibliothek, Paolo Buoso. Beispiele sind der gemeinsamer Online-Katalog der Wissenschaftsbibliothek Südtirol, der Zugang zu traditionellen und Online-Medien, der Austausch von Medien (Bibliotheksmaterial), oder gemeinsame Kurse zur Medienkompetenz.

Bezüglich des Laimburg Journals hat die Universitätsbibliothek die Bibliothek des Versuchszentrums Laimburg in vielerlei Hinsicht unterstützt: So hat sie die Software, auf dem das Laimburg Journal basiert, installiert, angepasst und personalisiert, die für die Artikel nötigen Templates erstellt sowie bei der Konzeption der Workflows und der Erstellung der Leitlinien für die Autoren mitgearbeitet.

Von: luk

Bezirk: Überetsch/Unterland

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