Die voestalpine bestätigte ihre Prognose fürs Gesamtjahr

Voest-Warenströme von Donau auf Bahn verlagert

Mittwoch, 05. August 2026 | 11:04 Uhr

Von: importer

Der oberösterreichische voestalpine-Konzern hat seine Warenströme, die normalerweise über die Donau erfolgen, wegen des Niedrigwassers derzeit gänzlich auf die Bahn verlagert. Es gehe aber nur um einen “kleinen Prozentsatz” an Waren, den die Firma insgesamt über den Wasserweg abwickle, beruhigte CEO Herbert Eibensteiner bei der Pressekonferenz zum ersten Geschäftsquartal am Dienstag auf Nachfragen von Journalistinnen und Journalisten. “Es gibt bisher keine Mehrkosten.”

“Im September muss es dann aber schon einmal regnen, um die Donau wieder schiffbar zu machen”, hoffte der Manager, auch wenn die Rohstoffversorgung und die Warenauslieferung gesichert seien. Derzeit mache es sich besonders bezahlt, dass die Voest ein eigenes Bahnunternehmen betreibt. Freilich gebe es die “schwierige logistische Herausforderung” des Ausweichens praktisch aller Firmen vom Wasserweg auf die Bahn, die “bisher gut managebar” sei, so Eibensteiner.

Die Linzer haben im ersten Quartal seines Geschäftsjahres dank Sondereffekten durch den Verkauf der Tochter Böhler Profil in Höhe von rund 100 Mio. Euro einen Gewinnsprung erzielt. Das operative Ergebnis (EBITDA) stieg in den ersten drei Monaten auf 495 Mio. Euro, nach 361 Mio. Euro im Vorjahr. Fürs Gesamtjahr bleibt die Prognose für ein EBITDA von 1,6 bis 1,85 Mrd. Euro.

Der Umsatz stieg zum Start des Geschäftsjahres 2026/27 leicht von 3,9 Mrd. auf 4 Mrd. Euro. Das Betriebsergebnis (EBIT) erhöhte sich kräftig von 172 Mio. Euro auf 307 Mio. Euro. Unterm Strich stand nach den ersten drei Monaten ein Gewinn von 196 Mio. Euro, nach 106 Mio. Euro im Vorjahr.

Unterschiedliche Entwicklung nach Geschäftsbereichen

Die Entwicklung in den einzelnen Bereichen verlief unterschiedlich. Während die Orderbücher im Bahn- und Luftfahrtbereich gut gefüllt seien, blieb die Nachfrage aus der Bau-, Maschinenbau- und Konsumgüterindustrie auf gedämpften Niveau. Auch das Geschäft in der Automobilindustrie sei durchwachsen.

“In diesem von externen Einflüssen maßgeblich geprägten Umfeld legen wir unseren Fokus weiterhin auf die konsequente Reorganisation renditeschwacher Geschäftsbereiche und forcieren gleichzeitig internationale Wachstumsprojekte”, so Eibensteiner. “Unsere robuste Strategie und unsere starke Bilanzstruktur bilden dabei eine stabile Grundlage.”

Strategisch baut die Firma laut dem Manager unter anderem weiter darauf, den Kunden zu folgen. Als Beispiel nannte Eibensteiner ein Längsträgerwerk für Lkw in Kentucky in den USA. Dort wurden einem Kunden folgend 70 Mio. Euro investiert und es entstehen derzeit 110 Jobs. Auch ein Teil eines Weichenwerks in den USA wurde nach Kanada verlegt, was bei Aufträgen der dortigen Bahngesellschaft stütze. Auch beim Großauftrag bei der neuen baltischen Eisenbahn in Höhe von fast einer halben Milliarde Euro werden Teile unter anderem in Lettland und Litauen gefertigt.

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