Leistbares Wohnen, Lebensminimum und Arbeitsbedingungen

Volle Forschung voraus: Das Programm für 2017

Donnerstag, 15. September 2016 | 11:25 Uhr

Bozen – Die Arbeitsmappe des AFI Arbeitsförderungsinstituts für das kommende Jahr ist prall gefüllt. Der Instituts-Ausschuss hat das Programm für 2017 genehmigt: Forschungsschwerpunkte sind Leistbares Wohnen, Lebensminimum und Arbeitsbedingungen. Das AFI-Barometer wird ausgebaut.

Das Hauptforschungsprojekt des AFI im Jahr 2017 nennt sich EWCS. Diese repräsentative Umfrage unter den Erwerbstätigen in Südtirol entspricht methodisch der europaweiten Befragung des European Working Conditions Survey. Die so gewonnenen Daten zur Arbeitswelt in Südtirol (Arbeitszeiten, Zufriedenheit, usw.) werden damit erstmals europäisch. Präsident Toni Serafini: „Wir wollen mehr über die Arbeitsbedingungen der Südtiroler im Vergleich zu anderen Regionen und Ländern erfahren gemäß unserem Leitsatz ‚Wissen macht stark‘.“

Ein weiterer Markenartikel des Arbeitsförderungsinstituts ist die Forschungsreihe „Der Wohlfahrtsstaat“.  In Ausgabe Nummer vier untersucht das AFI neue Möglichkeiten eines leistbaren Wohnens für Arbeitnehmerfamilien. Ausgabe Nummer fünf wird die Extremsituationen im Rentensystem sichtbar machen: Luxusrenten auf der einen, Hungerrenten auf der andern Seite. Ausgabe Nummer sechs unterstützt die Reform-Agenda des Sozialen mit einer Übersicht der Ausgaben und Zuständigkeiten in den acht Wohlfahrtsbereichen des Landes und dem Aufzeigen von Spielräumen der Landes-Autonomie. Im Bereich Chancengleichheit wird es eine Pilotstudie geben, welche die Hebel und die Hindernisse für den gesellschaftlichen Aufstieg in Südtirol analysiert.

Im „AFI-Barometer“ werden wie gewohnt auch 2017 wieder Südtirols Arbeitnehmer vierteljährlich befragt. Die von den Sozialpartnern und von der Politik geschätzte Umfrage des Arbeitsförderungsinstitutes wird noch mehr Service bieten. Ein Indikatoren-Set zeigt die Entwicklung Südtirols aus Arbeitnehmersicht übersichtlich und aktuell an. Der Jahresreport liefert schließlich das Gesamtbild des vorangegangenen Jahres.

Die Einkommensunterschiede in Südtirol wird das AFI 2017 dank eines besseren Datenzugangs noch genauer beobachten können. In diesem Zusammenhang  wird eine nächste Studie des AFI der Frage nachgehen, wie viel Geld man in Südtirol braucht, um mit Würde über die Runden zu kommen. Die gesammelten Daten sollen schließlich in die „Armutskonferenz 2017“ münden, die genau zehn Jahre nach der ersten, vom AFI lancierten Südtiroler Armutskonferenz den Vergleich vor und nach der Wirtschaftskrise bieten wird.

Weitere Forschungsarbeiten sind die Analyse der EEVE-Daten, um eine genauere Übersicht über die Bezieher von Wohlfahrts-Leistungen in Südtirol zu gewinnen, die Beobachtung des Landeshaushalts hinsichtlich der sozialen Ausgewogenheit und die Evaluation des Vatergeldes ein Jahr nach der Einführung. Damit ist die Reihe der Studien und Untersuchungen des AFI im kommenden Jahr 2017 längst nicht zu Ende. Der Bogen spannt sich von der Kosten-Nutzen-Analyse von Lehrlingen im Betrieb über eine Befragung der Pflegekräfte in den Seniorenwohnheimen Südtirols bis hin zum Screening der Top-100-Unternehmen in Südtirol in Bezug auf bestehende Betriebsabkommen.

Im Bereich Bildung und Beratung des AFI gibt es stets den immer wieder neu aufgelegten Klassiker Lehrlingskalender, den Themenwettbewerb „Work&Me“, Schulmaterialien, u.a. zu Arbeitsrecht, Fortbildungsseminare für Lehrpersonen und Informationsveranstaltungen für Gewerkschaftsvertreter.

Nähere Informationen erteilt AFI-Direktor Stefan Perini, T 0471 41 88 30, stefan.perini@afi-ipl.org.

 

 

Von: sr

Bezirk: Bozen

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