Mit 1.000 km/h ins CO₂-negative Hotel

Wie reist die Welt morgen?

Mittwoch, 04. Februar 2026 | 11:59 Uhr

Von: luk

Bozen – Passagier-Kapseln, die unter der Erde mit 1.000 km/h ihrem Ziel entgegenrasen; CO₂-negative Hotels, die mehr Kohlenstoffdioxid binden als sie freisetzen; persönliche KI-Robots, die sich vollautonom um das lästige Gepäck der Gäste kümmern: Die Zukunft des Reisens, die Zukunftsforscher Roland Benedikter vor Kurzem beim Event TourisMUT Connect 2026 von IDM Südtirol vorstellte, steht bereits in den Startlöchern. Und sie bringt spannende Entwicklungen mit sich, von Gesundheit und Longevity als Reisemotiv bis zum wertebasierten Reisen. Welche Ansätze Südtirol dabei verfolgen will und wie, diskutierte Gastgeber IDM mit ihren Gästen – allesamt Entscheider rund um den Tourismus. Das Fazit: Viele der künftig wichtigen Themen stehen dank Landestourismusentwicklungskonzept (LTEK) 2030+ schon auf dem Plan und werden von IDM und ihren Partnern bereits bearbeitet.

Wohin geht die Reise einer Branche, die – so Tourismuslandesrat Luis Walcher bei der Eröffnung – „ein starker Treiber für Südtirols Wirtschaft ist, der andere Sektoren mitreißt und gleichzeitig mit allen eng verbunden ist“? Richtung neue Produkte, neue Themen und neue Märkte – und natürlich Richtung Verantwortung und Respekt gegenüber dem Land und seiner Bevölkerung, so IDM-Präsident Hansi Pichler und IDM-CEO Erwin Hinteregger: „Südtirol ist eine erfolgreiche Destination, aber wir müssen weiterdenken und uns ständig nachhaltig weiterentwickeln.“

Wie diese Weiterentwicklung aussehen soll, damit beschäftigen sich die Tourismusbranche und insbesondere IDM permanent. Die Richtung gibt dabei das LTEK 2030+ vor, in dem neben einem Wertehaus auch sechs strategische Fokusfelder verankert sind. Eines davon ist die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Tourismus. „Diese beiden Branchen sind dabei, sich laufend stärker zu vernetzen. Auf den Tellern der heimischen Gastronomie und Hotellerie wird es in der Zukunft signifikant mehr Südtiroler Produkte geben. Und unsere Gäste werden regionale Lebensmittel vermehrt aktiv suchen. Eine Entwicklung, die uns in die Karten spielt“, sagt IDM-Marketingdirektor Wolfgang Töchterle. Möglich machen sollen das eine fortschreitende Sensibilisierung, zahlreiche Initiativen zu Ausbildung und Zusammenarbeit sowie der Aufbau eines großen Netzwerks mit Unternehmen beider Sektoren.

Das gute Zusammenleben der Südtiroler Bevölkerung und der Gäste ist ein weiteres Fokusfeld, an dem intensiv gearbeitet wird. Hier falle dem Tourismus eine wichtige Rolle als Zukunftstreiber und Lebensraumgestalter zu, so Benedikter. Diese könne er vor allem dann erfüllen, wenn er zum großen Einbinder der Ansässigen und Verhinderer von Ungleichheit werde. Ein Ansatz, den man in Südtirol aktiv verfolgt. „Südtirol muss ein guter Ort zum Leben sein. Dann ist es auch ein Ort, der eine Reise wert ist“, sagt Wolfgang Töchterle. Daran müsse man arbeiten durch Maßnahmen, von denen auch die Südtirolerinnen und Südtirol profitieren. Die Wiederbelebung der Dorfgasthäuser sei eine davon, so Landesrat Walcher in seiner Rede: „Damit diese profitabel arbeiten können, brauchen sie den Tourismus. Gleichzeitig sind sie auch für die Einheimischen ein wichtiger Treffpunkt, der erhalten werden muss.“

Ein anderer Ansatz könne laut Benedikter das Thema Gesundheitsvorsorge sein: „Hier hat Südtirol sehr gute Karten, vor allem beim Thema Longevity. Die Kombination aus gesundem Höhenklima, guter Ernährung, effizienter medizinischer Betreuung und Bewegung an der frischen Luft könnte aus unserem Land eine Longevity-Plattform machen.“ Das käme natürlich auch der einheimischen Bevölkerung zugute, die ebenso Zugriff auf alle Einrichtungen und Möglichkeiten haben würde wie die Gäste. Dazu sollten laut Benedikter frühzeitig und in langfristiger Ausrichtung die Voraussetzungen geschaffen werden, am besten in Zusammenarbeit privater und öffentlicher Entscheidungsträger. Bei IDM arbeitet man ab diesem Jahr an entsprechenden Konzepten zu diesem Thema.

Bezirk: Bozen

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