SBB-Landtagskandidaten treffen Eisacktaler Bezirksvertreter

Wo den Bauern der Schuh drückt

Dienstag, 15. Mai 2018 | 12:52 Uhr

Brixen – In den nächsten Wochen treffen sich die per Basiswahl ermittelten Bauernbund-Kandidaten für die Landtagswahl mit allen Bezirksbauernräten treffen, um die Schwerpunkte der politischen Arbeit für die nächsten fünf Jahre zu diskutieren. Den Auftakt gab es kürzlich in Brixen.

Im Jänner hatten die Mitglieder von Bauernbund, Bauernjugend, Bäuerinnenorganisation und der „Seniorenvereinigung im Bauernbund“ per Basiswahl ihre vier Kandidaten für die Landtagswahl ermittelt: Maria Hochgruber Kuenzer, Josef Noggler, Franz Locher und Joachim Reinalter. Nun geht es darum, die Anliegen der Basis zu sammeln und daraus ein politisches Programm für die Landespolitik der nächsten fünf Jahre zu erstellen. Dazu treffen sich die Kandidaten in jedem Bauernbund-Bezirk mit der Bauernbund-Landesführung sowie den Bezirks- und Ortsvertretern. Den Auftakt gab es kürzlich in Brixen.

An Themen und Anliegen, die die Funktionäre, mit auf den Weg gaben, mangelte es dort nicht. Da wäre zum einen die Digitalisierung. Sie wurde zwar allgemein begrüßt, gleichzeitig wurde aber auch die Sorge deutlich, dass Betriebe auf der Strecke bleiben könnten. Für Josef Noggler müsse die öffentliche Verwaltung dafür sorgen, dass kein landwirtschaftlicher Betrieb zurückbleibt. „Zudem muss sichergestellt werden, dass alle Höfe einen zeitgemäßen Internetanschluss erhalten“, sagte Noggler. Darüber hinaus muss der ländliche Raum allgemein gestärkt werden.

Landwirtschaft braucht Wasser

Ein weiteres Thema war die zukünftige Gewässernutzung. Franz Locher hob die Bedeutung einer gesicherten Wasserversorgung für die Landwirtschaft hervor: „Nach der Trinkwasserversorgung müssen die Anliegen der Landwirtschaft die höchste Priorität haben, so wie es im Gewässernutzungsplan vorgesehen ist.“ Zudem müssen die Konzessionen für die Stromerzeugung mit Beregnungswasser vereinfacht werden. Ein klares Nein gab es für eine mögliche Erhöhung des Wasserzinses.

Diskutiert wurde in Brixen auch über die flächenbezogene Landwirtschaft, die von den Milchhöfen stark forciert wird und eine Höchstgrenze für den Viehbesatz vorsieht. Joachim Reinalter berichtete von einer „sehr großen Zustimmung unter den Milchbauern, auch weil die allermeisten Betriebe bereits jetzt einen angemessenen Viehbesatz haben und das Thema Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle spielt.“

Felder frei von Verunreinigung halten

Maria Hochgruber Kuenzer hat die Gesetzesinitiative zum Feldschutz vorgestellt. Ein ähnliches Gesetz gibt es bereits in Tirol. „Nötig ist das Gesetz, weil die Klagen von Grundeigentümern zunehmen“, sagte Hochgruber Kuenzer. „Immer öfter werden die Felder mit Kot oder Abfall verschmutzt.“ Sie wünscht sich allgemein mehr Respekt vor privatem Eigentum.

Einig waren sich alle Teilnehmer auch, dass nach Fertigstellung des Brennerbasistunnels der Schwerverkehr in den Tunnel verlegt werden muss.

Weitere Themen des Treffens der bäuerlichen Abgeordneten mit dem erweiterten Bezirksbauernrat Eisacktal waren das Großraubwild, die Aus- und Weiterbildung und die Zusammenarbeit mit dem Tourismus.

Von: mk

Bezirk: Eisacktal

Kommentare

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1 Kommentar auf "Wo den Bauern der Schuh drückt"


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bern
bern
Superredner
10 Tage 15 h

Es gibt KEINE so große Zustimmung für die Pläne der Molkereien, wie Reinalter es gerne darstellt. Bewirtschaftet ein Bauer fremde Flächen, für die er einen Pachtvertrag hat, bekommt er für diese ein entsprechendes Recht mehr Kühe zu halten. Hat er aber für die fremden Flächen keinen Pachtvertrag sondern nur eine Rechnung für das Futter, so darf er keine Kuh zusätzlich halten. Diese Ungleichbehandlung ist ungerecht und wird, wenn es so kommt, einige Bauern zum Aufgeben zwingen.

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