Viele medizinische Notfälle

Aiut Alpin: Retter kämpfen immer wieder gegen den Tod

Samstag, 29. Juli 2017 | 11:17 Uhr

Pontives – In diesen Tagen mitten in der Hochsaison häuften sich für den Aiut Alpin Dolomites die Einsätze. Sehr oft ist es dabei um medizinische Notfälle gegangen, so wurde man zum Beispiel auf den Belvedere gerufen, wo ein 73 Jahre alter Mann plötzlich das Bewusstsein verloren hatte. Leider blieben in diesem Fall sämtliche Wiederbelebungsversuche seitens des Notarztes erfolglos. Weitere medizinische Notfälle gab es in Magreid, auf dem Schlern, in Seis und in Schlanders.

Zu einem außergewöhnlichen Einsatz ist es im Annatal in St. Ulrich gekommen: Ein Gleitschirmflieger hatte einen Baum gestreift und stürzte darauf mehrere Meter ab. Er erlitt dabei Verletzungen am Rückgrat und musste vom Notarzt vor Ort erstversorgt werden, bevor man ihn mittels Seilwinde aus dem unwegsamen Gelände herausholen konnte.

Auf dem Sas Rigais hatte ein junger Bergläufer beim Abstieg geglaubt, eine Abkürzung nehmen zu können, allerdings geriet er dabei in gefährliches Gelände, aus dem er sich nicht mehr allein heraus traute. Er tätigte also einen Notruf und wurde alsbald von der Flugrettung aus seiner misslichen Lage befreit.

Auf der Kleinen Cir ist eine Frau acht Meter ins Seil gestürzt, sie wurde mit dem Hubschrauber geborgen und dann ins Brixner Krankenhaus geflogen. Ein ähnlicher Unfall ereignete sich in einer Führe auf der Ciadinat: Ein Kletterer war auch hier 15 Meter ins Seil gestürzt und musste aus der Wand geholt werden.

Auf der Mastlé-Alm hat man einen 67-jährigen Mann geborgen, der ausgerutscht war und sich dabei eine Schulterluxation zugezogen hatte.

Großes Glück hatte eine 78-jährige Touristin aus Florenz, die wohl auf dem Weg vom Panider Sattel nach Brembach abgestürzt war. Eine Autofahrerin hatte von Weitem die Frau kopfüber am Boden liegen sehen und unverzüglich die Notrufzentrale 118 alarmiert. Der eingeflogene Notarzt hat die Frau, die zahlreiche Verletzungen am Kopf und am Brustkorb aufwies, erstversorgt und stabilisiert. Sie wurde dann ins Brixner Krankenhaus eingeliefert.

Rund 800 Einsätze im Jahr

Der Aiut Alpin Dolomites, der seinen Stützpunkt in Pontives in Gröden hat, fliegt rund 800 Einsätze in der Winter- und in der Sommersaison pro Jahr. Im Schnitt rücken die Einsatzkräfte dreimal am Tag aus.

Im Jahr 2016 erfolgte rund ein Drittel der Einsätze auf den Skipisten, bei einem weiteren Drittel handelte es sich um gesundheitliche Notfälle. In 29 Fällen kam die Hilfe der Flugretter zu spät und die Patienten sind verstorben.

Zwei Drittel der Patienten waren italienische Staatsbürger, außerdem 177 Deutsche, 17 Briten und elf Russen unterstützt.

Nun ist der Rettungsflugdienst auch mit einem Nachtsichtgerät ausgerüstet. Damit ist man bei Nachtflügen besser ausgerüstet.

Die Rettungskräfte des Aiut Alpin empfehlen, sich nicht ohne ein Minimum an Training auf den Berg zu wagen und stets die Wettervorhersagen zu berücksichtigen.

Von: mk

Bezirk: Salten/Schlern

Kommentare

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11 Kommentare auf "Aiut Alpin: Retter kämpfen immer wieder gegen den Tod"


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denkbar
denkbar
Superredner
25 Tage 7 h

Hochachtung und tausendmal Vergelt’s Gott an die Helfer, die gelegentlich sich riskanten Situationen aussetzen, um zu helfen!
Danke, danke, danke!

Tabernakel
25 Tage 5 h

Spenden, spenden, spenden!

iuhui
iuhui
Superredner
24 Tage 19 h

@Tabernakel
wieso spenden wenn sie öffentliche Gelder (= Steuern) für ihre Arbeit bekommen?

krakatau
krakatau
Superredner
24 Tage 7 h

@iuhui Als der Aiut Alpin einen neuen Hubschrauber kaufte musste er 1,2 Millionen “Mehrwertsteuer” zahlen. Das finde ich einen Skandal. Freiwillige die oft ihr Leben einsetzen und dazu modernste Technik kaufen müssen an den Staat MwST zahlen. Der Staat ist für die Sicherheit zuständig nicht die Freiwilligen aber der Staat ist nur bestrebt seine Bürger auszurauben, Seine Gegenleistung ist Verrat am Volk  und Korruption

Tabernakel
24 Tage 7 h

@iuhui
Natürlich. Die haben das beste verdient. Jeder Schützenverein bekommt öffentliche Gelder. Für was?

krakatau
krakatau
Superredner
23 Tage 21 h

@Tabernakel  der Tabernakel auch

iuhui
iuhui
Superredner
25 Tage 5 h

Wieviele Menschen retten tag täglich Leben und niemand bedankt sich mit denen! Ich bedanke mich auch bei denen die grossartiges leisten, auch wenn sie ohne Blaulicht unterwegs sind und nicht spektakuläre Einsätze machen!

wuestenblume
wuestenblume
Superredner
24 Tage 23 h

…habe grossen Respekt vor diesen tapferen Helfern..

Tabernakel
24 Tage 21 h

Das sind keine Helden, sondern kühl denkende und handelnde Profis.

Helden sterben den Heldentod.

Pidig
Pidig
Grünschnabel
24 Tage 11 h

……u. wer dankt den vielen “ehrenamtlichen Helfern” vom BRD, Feuerwehr u. WK?
Im Heli fliegt hauptsächlich bezahltes Personal!

iuhui
iuhui
Superredner
24 Tage 7 h

??? die sind alle Tage in den Zeitungen und werden von links bis rechts gelobt und ausgezeichnet!

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