Immer mehr Raser werden gestellt

Blitzschnell den Führerschein los

Montag, 17. Oktober 2016 | 12:00 Uhr

Bozen – Wer am Steuer übermäßig auf das Gaspedal drückt, muss mit bitteren Konsequenzen rechnen. Die Polizei fährt beim Aufspüren von Rasern immer mehr Erfolge ein. Allein heuer im ersten Halbjahr wurde 149 Fahrern bereits die Fahrerlaubnis wegen zu schnellen Fahrens entzogen. Das sind fast doppelt so viele wie im Jahr zuvor, berichtet das Tagblatt Dolomiten.

Wenn man mehr als 40 km/h zu schnell fährt, ist man für ein bis drei Monate den Führerschein los, falls man erwischt wird. Im ersten Halbjahr 2015 haben Südtirols Ordnungskräfte „nur“ 82 Führerscheine wegen Überschreitens der Geschwindigkeit abgenommen. Heuer wurde diese Zahl bereits bei Weitem überschritten.

Von den 149 Rasern, die 2016 im ersten Halbjahr erwischt wurden, waren 14 sogar über 60 km/h zu schnell unterwegs. Im Jahr zuvor waren es im gleichen Zeitraum neun gewesen.

Viele Schnellfahrer werden auf der Brennerautobahn geschnappt. Trotz der gestiegenen Zahlen glaubt der Leiter der Verkehrspolizei in Sterzing, Peter Mock, nicht, dass sich die Zahl der Raser generell erhöht hat. „Die Kontrollen wurden verstärkt. Und: Neue Geräte wurden eingesetzt, um die Raser aus dem Verkehr zu ziehen“, erklärt er gegenüber den „Dolomiten“.

Seit Herbst 2015 sind verstärkt Zivilstreifen unterwegs, die die Geschwindigkeit der Raser, die sie überholen, während der Fahrt messen. Derzeit sollen zwei Zivilstreifen der Verkehrspolizei auf der Autobahn zwischen Brenner und Trient unterwegs sein. Die meisten Raser werden untertags erwischt: Im Jahr 2015 wurden nur 18 nachts belangt.

Auch Lkw-Fahrer haben es oft eilig. Im Jahr 2015 hat die Verkehrspolizei auf der Brennerautobahn 466 Lenkern den Führerschein wegen des Verstoßes gegen das Überholverbot für Lkw und Wohnwagen abgenommen, wie der Leiter der Verkehrspolizei in Südtirol, Giancarlo Conte, gegenüber den „Dolomiten“ erklärt. Das ist ein Plus von fast 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Heuer wurden wegen der Missachtung des Überholverbotes bereits 229 Führerscheine entzogen.

Wenn ein Lkw-Fahrer das Überholverbot missachtet, muss er mit harten Konsequenzen rechnen: Der Führerschein wird ihm für drei Monate abgenommen, zehn Punkte werden abgezogen und es wird eine Geldstrafe von über 400 Euro fällig. Zudem wird das Fahrzeug einen Monat lang gesperrt und darf nicht verwendet werden. Weil italienische Fahrer die drakonischen Strafen eher kennen, verstoßen meist Ausländer gegen die Geschwindigkeitsvorschriften – auch, wenn ein Lkw mit italienischem Kennzeichen das Überholverbot auf der Brennerautobahn missachtet, ist Mock überzeugt.

Dabei verlieren ausländische Fahrer wegen Missachtung des Überholverbotes nicht selten danach ihren Job. Besonders in ehemaligen Ostblockstaaten kennen die Firmen kein Pardon. Denn laut Mock gebe es dort viele, die hart auf solche Jobs warten, und diese kämen dann zum Zug.

Von: mk

Bezirk: Bozen

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