Mehr Unfälle, aber weniger Strafbescheide

Bozen: Stadtpolizei zieht Bilanz über das Jahr 2018

Dienstag, 05. Februar 2019 | 19:47 Uhr

Bozen – Bozens Bürgermeister Renzo Caramaschi und der Kommandant der Stadtpolizei, Sergio Ronchetti, haben heute Eckdaten zum Tätigkeitsjahr 2018 vorgestellt.

Caramaschi bedankte sich bei der Stadtpolizei für den geleisteten Dienst und deren Effizienz: “Die Stadtpolizei ist immer für die Bürgerinnen und Bürger in den verschiedensten Bereichen da. Die Nähe zu den Bürgern zeigt sich tagtäglich durch ihre Anwesenheit bei den Schulen, in den Stadtvierteln, in den Parks der Stadt, bei den Märkten und Geschäften, auf den Baustellen und nicht zuletzt an den Stellen mit hohem Verkehrsaufkommen. Die Stadtpolizisten stehen aber auch anderen Ordnungskräften zur Seite und unterstützen die Tätigkeit des Rettungs- oder Zivilschutzdienstes. Da demnächst einige Stadtpolizisten in den Ruhestand treten, werden in Kürze neun neue Polizistinnen und Polizisten eingestellt.”

Die Bemühungen der Stadtpolizei seien vielseitig und würden sich nicht ausschließlich auf Maßnahmen im Straßenverkehr konzentrieren. “Trotzdem liegt nach wie vor der Schwerpunkt unserer Tätigkeit im Bereich der Sicherheit im Straßenverkehr, damit die Anzahl der Unfälle verringert werden kann. Die Ansätze liegen in der Verkehrserziehung und in der Prävention”, unterstrich der Kommandant. Caramaschi und Ronchetti haben heute auch den neuen Vize-Kommandanten der Stadtpolizei, David Barbacovi, vorgestellt. Kontrollen und Strafen stünden nicht im Mittelpunkt. Als ihre Hauptaufgabe sehe es die Stadtpolizei an, für die Sicherheit aller zu sorgen und Präventionsarbeit zu leisten.

Der Kommandant der Bozner Stadtpolizei, Sergio Ronchetti, hat die Daten zur Tätigkeit des vergangenen Jahres mitgeteilt. Zum Vergleich wurden auch die Daten des Vorjahres 2017 angeführt. Die Anzahl der Unfälle belief sich im Jahr 2018 demnach auf 1.429 – 2017 waren es 1372 -, davon 901 mit Sachschaden, 614 mit Verletzten und zwei mit Todesfällen. Im Jahr 2017 waren es 799 Unfälle mit Sachschaden, 571 mit verletzten, während zwei weitere Unfälle ebenfalls tödlich endeten.

Beachtlich weniger Strafbescheide wurden in allen Bereichen ausgestellt. Insgesamt hat es im vergangenen Jahr in allen Bereichen zusammen 66.125 (72.599 waren es 2017) Sanktionen gegeben. Davon sind 14.246 durch die Kamerakontrollen in der verkehrbeschränkten Zone entstanden. Im Jahr zuvor waren es noch 15.141 Sanktionen. Zur Gesamtsumme von Euro 3,2 Millionen Euro werden auch die Strafen auf den Zahlparkplätzen gezählt, die von den Hilfskräften der SEAB ausgestellt werden, immerhin 16.907. 18.260 waren es im Jahr 2017.

Im Autoverkehr wurden 943 Strafprotokolle wegen Mobiltelefon-Nutzung am Steuer ausgestellt. (1.570 waren es im Jahr 2017). In weiteren 898 (1.213 – 2017) Fällen hatten die Fahzeuginsassen die Sicherheitsgurte nicht angelegt, 442 (573 – 2017) Mal wurden Geschwindigkeitsgrenzen überschritten, 325 (275 – 2017) Mal ging es um gefährliche Geschwindigkeit, 158 Mal (156 – 2017) um nicht gegebene Vorfahrt, 719 Mal (465 – 2017) fehlte die Versicherung, 2.981 Mal (1.541 – 2017) die technische Kontrolle des Fahrzeugs. In 62 (57 – 2017) Fällen stellten die Beamten Trunkenheit am Steuer und in acht Fällen standen die Fahrerinnen oder Fahrer unter Drogeneinfluss. Im Jahr 2017 waren es hingegen nur vier Fälle.

Abgenommen haben die Sanktionen wegen überhöhter Geschwindigkeit. Die Stadtpolizei ist überzeugt, dass die Fahrzeuglenker den Fuß vom Gaspedal nehmen, wenn die “Speed-Check-Boxen” warnend blinken. Auffallend ist die Zunahme der Fälle, bei denen die Kraftfahrzeugfahrer ohne gültige Versicherungsunterlagen oder verfallener technischer Kontrolle des Fahrzeugs erwischt wurden. Im vergangenen Jahr wurden 642 (666 im Jahr 2017) abgelaufene Führerscheine abgenommen und in 1.053 (1.071 im Jahr 2017) Fällen konnten die Fahrzeughalter ihre Papiere (Führerschein/Fahrzeugschein) nicht vorweisen. Insgesamt wurden 14.134 Punkte abgenommen. 18.756 Punkte waren es im Jahr 2017

Besonders beim Fahrrad legt sie Stadtpolizei großen Wert auf die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer und Verkehrsteilnehmerinnen und das führt auch zu Strafmandaten. Im letzten Jahr wurden Radfahrerinnen und -fahrer insgesamt 975 Mal (1.387 im Jahr 2017) wegen Unregelmäßigkeiten bestraft, darunter 245 (253 im Jahr 2017) wegen Fahrens ohne Licht, 226 (410 im Jahr 2017) wegen Fahrens auf dem Gehsteig, 331 (410 im Jahr 2017) wegen Fahrens gegen die Einbahn, 40 (40 im Jahr 2017) wegen Telefonierens, elf (vier im Jahr 2017) wegen Trunkenheit und 52 Radler (90 im Jahr 2017) haben die Ampel bei “Rot” überfahren.

Die Stadtpolizei engagierte sich wiederum stark im Bereich Prävention und gab im vergangenen Jahr insgesamt 600 Verkehrsunterrichtsstunden (2017 waren es 610) an den Grund- und Mittelschulen. An den Schulwegen hat die Stadtpolizei 382 Dienste (454 im Jahr 2017) abgeleistet. Es wurden 465 gezielte Kontrollen für die Quästur durchgeführt und 271 Kontrollen unternommen, um den Straßenstrich einzudämmen.

Im Tätigkeitsbereich der Gerichtspolizei wurden auch das letzte Jahr zwei Verhaftungen durchgeführt, 156 Anzeigen (184 im Jahr 2017) erstattet und über 670 (680 im Jahr 2017) Verhöre und Befragungen sowie Zustellungen durchgeführt. Im letzten Jahr wurden 159 Räumungen von widerrechtlichen Ansiedlungen durchgeführt (153 im Jahr 2017), davon wurden62 illegale Siedlungen gemeinsam mit den Umweltdiensten SEAB geräumt und gereinigt.

15 Mal wurden Fahrzeuge, die als Schlafplatz dienten, kontrolliert und 267 (342 im Jahr 2017) Menschen aus dem Ausland wurden identifiziert. In den städtischen Parkanlagen wurden 2.038 (2.052 im Jahr 2017) Personenkontrollen durchgeführt. 25 Strafen wurden bei 729 (757 im Jahr 2017 Kontrollen in Gastlokalen verhängt. 546 Inspektionen in Handelsbetrieben (2.300 im Jahr 2017) haben zu 61 (206 im Jahr 2017) Vermerken geführt und 15 Mal (24 Mal im Jahr 2017) wurde illegale Ware beschlagnahmt. 57 Mal (45 im Jahr 2017) konnte die Stadtpolizei Menschen mit Schwierigkeiten helfen. In acht Fällen konnten vermisste Personen wieder gefunden werden, im Jahr zuvor waren es zehn. 645 Mal wurden Fundsachen oder Ausweispapiere den rechtmäßigen Besitzern zurückgebracht.

Von: mk

Bezirk: Bozen

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