Polizei zieht Bilanz

Corona bremst auch die Kriminellen aus

Sonntag, 11. April 2021 | 11:56 Uhr

Bozen – In Zusammenhang mit dem 169. Gründungsjubiläum der Staatspolizei ist auch in der Quästur in Bozen Bilanz über das vergangene Jahr gezogen worden. Wegen der Corona-Pandemie fielen die zeremoniellen Feierlichkeiten zum zweiten Mal in Folge äußerst bescheiden aus. Regierungskommissär Vito Cusumano und Quästor Orazio D’Anna haben im Rahmen der Gedenkfeier einen Lorbeerkranz zur Erinnerung an jene Beamten niedergelegt, die bei der Erfüllung ihrer Pflichten ums Leben gekommen sind. Die Corona-Krise hat aber auch Auswirkungen auf das kriminelle Leben, berichtet die Tageszeitung Alto Adige.

Trotz der Pandemie war das Jahr 2020 für die Quästur, die Post-, die Bahn- und die Straßenpolizei in Südtirol ein ereignisreiches: Die Ordnungshüter haben 97.959 Personen identifiziert, davon wurden 2.339 auf freiem Fuß angezeigt. 203 Personen wurden unter Arrest gestellt.

Mehr als 44.000 Fahrzeuge wurden kontrolliert. Polizeistreifen sind zu über 8.000 Einsätzen ausgerückt.

Hartnäckig zeigte sich die Polizei vor allem im Kampf gegen Drogen: Im vergangenen Jahre wurden fast 79 Kilogramm Rauschgift beschlagnahmt.

20 Verwarnungen gab es wegen Stalkings, sieben wegen häuslicher Gewalt.

Die Lizenz von zwölf Betrieben wurde vorübergehend suspendiert. 134 Nicht-EU-Bürger wurden abgeschoben, in 111 weiteren Fällen erfolgte der Aufruf, das Staatsgebiet zu verlassen.

Im Straßenverkehr wurden insgesamt 17.000 Übertretungen geahndet. In 4.686 Fällen ging es um überhöhte Geschwindigkeit. 854 Lenker telefonierten während der Fahrt mit dem Handy. 132 Fälle von Trunkenheit am Steuer wurden geahndet – bei mehr als 20.000 durchgeführten Alkoholtests. 982 Führerscheine wurden Fahrern insgesamt entzogen.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl der Verbrechen von 15.560 auf 12.473 gesunken. Dies steht vermutlich in Zusammenhang mit den Vorschriften zur Eindämmung des Coronavirus, die die Bewegungsfreiheit der Personen generell eingeschränkt haben.

Trotz allem gab es im vergangenen Jahr drei Fälle von vorsätzlicher Tötung, in vier weiteren Fällen wurde wegen versuchten Mordes ermittelt.

Gesunken ist die Anzahl der Sexualdelikte. Wurden im Jahr zuvor noch 51 Anzeigen erstattet, waren es im vergangenen Jahr 37. Bei Einbrüchen und Diebställen verzeichneten die Ordnungshüter einen Rückgang von 32 Prozent. Um 18 Prozent zugenommen haben allerdings Überfälle auf offener Straße.

Eine Zunahme von neun auf 16 Fälle wurde auch bei der Ausbeutung von Prostitution bei Minderjährigen und bei Kinderpornographie registriert.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

14 Kommentare auf "Corona bremst auch die Kriminellen aus"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
brunner
brunner
Universalgelehrter
27 Tage 16 h

Alles Augenauswischerei….die Statistik sinkt auch deshalb weil Viele z.B.Fahrraddiebstähle oder kleinere Delikte gar nicht mehr zur Anzeige bringen….bringt eh nix….. und die Drogenproblematik wird wie gewohnt schön geredet….

Calimero
Calimero
Universalgelehrter
27 Tage 16 h

Ich vermisse in dieser Statistik die ausgestellten Strafen wegen Missachtung der Corona-Regeln.

tom
tom
Universalgelehrter
26 Tage 23 h

Sem muasch bei der Stodtpolizei nohfrogen, wor jo ihre Speziualität

Sag mal
Sag mal
Kinig
26 Tage 22 h

Calimero wenn Diejenigen Die “Hausarrest”wegen Corvid haben Sich frei bewegen u.nie kontrolliert wird🤦🏽‍♀️da hörst auch nichts.

inni
inni
Superredner
27 Tage 14 h

„Corona bremst auch die Kriminellen aus“

… aber leider nicht die Mafia – ganz im Gegenteil ❗️

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
27 Tage 13 h

“Düsseldorf (dpo) – Der Branchenverband der Berufseinbrecher (VBE) schlägt Alarm: Demnach befürchten viele professionelle Einbrecher derzeit Umsatzverluste in Millionenhöhe, weil immer mehr Menschen aufgrund des Coronavirus in ihren eigenen vier Wänden bleiben.

“Wir stehen hier vor dem Ruin”, klagt ein Sprecher der VBE, der unerkannt bleiben möchte. “Ein Großteil unserer Mitglieder setzt im Moment Kurzarbeit ein oder baut Überstunden ab, aber mittelfristig bricht uns einfach die Grundlage weg.” Deshalb seien staatliche Hilfen für die gesamte Branche unausweichlich. Auch staatliche kurzfristige Kredite könnten helfen.”

Der Postillon: Berufseinbrecher fürchten Umsatzverluste in Millionenhöhe, weil alle daheim bleiben (der-postillon.com)

PuggaNagga
27 Tage 13 h

Das ist so schrecklich wahr dass es schon wieder lustig ist!😂😂😂

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
27 Tage 7 h

Jaa, ein Narrenschiff. Also mehr Dampf im Maschinenraum !

Sag mal
Sag mal
Kinig
26 Tage 22 h

Hustinettenb….bestimmte hält das nicht ab.Ältere Menschen können Sich schwer wehren!!

Calimero
Calimero
Universalgelehrter
27 Tage 16 h

Harte Zeiten für Tunichtgute.

Gescheide
Gescheide
Tratscher
27 Tage 13 h

Die werden wohl alle im Lohnausgleich sein… 🤣🤣

Offline
Offline
Universalgelehrter
27 Tage 15 h

Sinkende Kriminalitätsraten sind sicher in Aller (außer den Kriminellen) Sinne. Das darf aber nicht dazu führen, die Bekämpfung von Corona zu vernachlässigen oder gar zu bremsen. Und Statistiken sind halt Statistiken.

Piefke-NRW
Piefke-NRW
Superredner
27 Tage 11 h

Und in D stieg die Korruption von Politikern der Partei mit dem C im Namen. 😄 Pekuniäre Corona-Gewinner.

Reader
Reader
Grünschnabel
27 Tage 7 h

In der Politik scheint das umgekehrt der Fall zu sein.

wpDiscuz