Eine Drohne fliegt in der Nähe des Flughafens Leipzig/Halle.

Dobrindt: Drohnen-Vorfall in Leipzig “neue Gefahrenqualität”

Mittwoch, 05. August 2026 | 21:34 Uhr

Von: importer

Der Fund einer Drohne mit mutmaßlicher Sprengvorrichtung am Flughafen der ostdeutschen Stadt Leipzig stellt laut Deutschlands Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) “eine neue Gefahrenqualität” dar. Es sei seine Einschätzung, “dass wir es hier mit einem hybriden Anschlagsszenario zu tun haben”, so Dobrindt am Mittwochabend am Flughafen Leipzig/Halle. Dass eine Drohne “bewaffnet mit Sprengstoff sich hier auf einem Flughafengelände befindet”, sei “ein neues Bedrohungsszenario”.

Am Mittwoch hatten Spezialisten der deutschen Bundespolizei eine Drohne mit einer Sprengvorrichtung entschärft. Die Drohne wurde am Leipziger Flughafen nach Angaben eines NATO-Sprechers in der Nähe eines ukrainischen Flugzeugs sichergestellt. Der Flughafen Leipzig/Halle stellte in der Nacht den Flugbetrieb ein, nachdem ein unbekanntes Flugobjekt und ein weiterer verdächtiger Gegenstand gefunden wurden.

Politische Motivation wird nicht ausgeschlossen

Die Generalstaatsanwaltschaft in Dresden und das im LKA ansässige Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum (PTAZ) haben die Ermittlungen übernommen. Sie schließen eine politische Motivation nicht aus. Deshalb sei auch das PTAZ im Einsatz, hieß es. Der Flughafen gehöre zum Bereich der kritischen Infrastruktur.

DHL-Frachtmaschine stieß mit Gegenstand zusammen

Ebenfalls in der Nacht kam es einem Insider zufolge zu einer Kollision in der Luft. Eine DHL-Frachtmaschine sei kurz nach dem Start in Leipzig mit einem unbekannten Gegenstand zusammengestoßen, sagte ein mit dem Vorgang Vertrauter. Der “Bild”-Zeitung zufolge ereignete sich der Zusammenstoß rund sechs Kilometer vom Flughafen entfernt in 400 Metern Höhe, nachdem die Maschine wegen der Sperrung hatte durchstarten müssen. Das Flugzeug konnte jedoch sicher in Hannover landen. Dort wurden leichte Beschädigungen im Frontbereich festgestellt. Ob es sich um eine Kollision mit einer Drohne handelte, war zunächst unklar.

Mehrere Maschinen, unter anderem eine Passagiermaschine, wurden laut einer Mitteilung der Polizeidirektion Leipzig umgeleitet. Die Polizei sprach von einem “sicherheitsrelevanten Vorfall”. Demnach besteht keine akute Gefahr.

Betrieb zum Teil wieder angelaufen

Der Nordbereich ist seit den frühen Morgenstunden wieder in Betrieb. Die Südpiste ist für die Ermittlungen derzeit noch gesperrt. Der Flugbetrieb im Nordbereich wurde demnach kurz vor 2.00 Uhr früh wieder aufgenommen. Die Landespolizei habe die Ermittlungen in Zusammenarbeit mit der Bundespolizei aufgenommen.

Sachsens Innenminister Armin Schuster sprach von einem “sehr ernsten Sicherheitsvorfall.” Deshalb ermittelten Landes- und Bundessicherheitsbehörden unter Hochdruck Hand in Hand. Unter anderem sei das Gemeinsame Zentrum zur Abwehr hybrider Bedrohungen (GAZ Hybrid) und die Drohnenabwehr der Bundespolizei involviert. Er stehe dazu auch in ständigem Austausch mit dem deutschen Innenminister Alexander Dobrindt.

Der Chef des Logistikkonzerns DHL, Tobias Meyer, sprach ebenfalls von einem Zwischenfall. “Das hatte betriebliche Auswirkungen”, die “durchaus spürbar” gewesen seien, sagte Meyer in einem Mediengespräch. Untersuchungen müssten nun zeigen, was genau an dem Flughafen vorgefallen sei. Leipzig/Halle ist ein wichtiges Drehkreuz für DHL.

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