Von: mk
Bozen – Doping macht immer dann Schlagzeilen, wenn Profi-Sportler betroffen sind und sich vor Wettkämpfen nicht an die Regeln halten. Doch auch immer mehr Amateursportler wollen ihrem Körperbau und ihrer Leistungskraft auf die Sprünge helfen, indem sie in die chemische Trickkiste greifen. Das birgt jedoch sowohl gesundheitliche als auch rechtliche Risiken.
Im Schloss Maretsch in Bozen wurde über die zunehmende Verbreitung des Phänomens auch unter Jugendlichen und im Amateursport gesprochen, wo der Einsatz von Dopingmitteln nicht mehr nur mit dem Streben nach Leistung verbunden ist, sondern auch mit sozialem Druck, persönlichen Erwartungen und verzerrten Schönheitsidealen.
Die Tagung „Doping – Wissen, um vorzubeugen“ fand unter der Schirmherrschaft der Tageszeitung „Alto Adige“ und des Verbands der Sportvereine Südtirols statt. Sie ist Teil eines umfassenden Projekts, das im Landespräventionsplan vorgesehen ist. Ein zentraler Teil dieses Projekts wird der gezielten und kontinuierlichen Fortbildung gewidmet sein, die auch auf Anfrage von Sportvereinen angeboten werden kann.
Der Schwerpunkt des Projektes liegt daher auf der Förderung von Bewusstsein, Wissen und Prävention im Zusammenhang mit Doping durch Aufklärung. Insbesondere zielt die Initiative darauf ab, den Wissensstand von Sportlerinnen und Sportlern sowie der Bevölkerung über Dopingpraktiken und die kurz- und langfristigen Gesundheitsrisiken zu erfassen. Darüber hinaus sollen die wichtigsten Informationsquellen analysiert, Fehlinformationen entgegengewirkt, leicht zugängliche Informationsmaterialien bereitgestellt und eine ethische sowie gesellschaftliche Diskussion angestoßen werden, die positive Vorbilder im Sport betont.
Weitere Schwerpunkte des Abends waren die Wahrung der Integrität, die Einhaltung der Regeln, der Schutz der Gesundheit und die persönliche Verantwortung. In einem Umfeld, in dem Doping immer komplexere Formen annimmt – vom Missbrauch von Nahrungsergänzungsmitteln über neue aufkommende Substanzen –, bleiben Prävention und Aufklärung grundlegende Instrumente, um dauerhafte Veränderungen zu bewirken und Sportlerinnen, Sportler, Trainer und Sportvereine zu schützen.
„Sport soll uns stärken und Freude machen – nicht unter Druck setzen. Gerade deshalb ist es wichtig, über Doping und seine oft unterschätzten Folgen offen zu sprechen und das Bewusstsein für einen sauberen, gesunden und fairen Sport zu schärfen,“ betont Sportlandesrat Peter Brunner.

„Als ehemaliger Sportler liegt mir dieses Thema, das sehr komplex und weit verbreitet ist, sehr am Herzen“, erklärt der Sanitätsdirektor Dr. Josef Widmann. „Die Frage, was Doping ist, lässt sich nicht leicht beantworten. Es gibt Bereiche, in denen die Grenzen verschwimmen und es gibt Grauzonen. Daher ist die Aufklärung der Bevölkerung ein grundlegendes Ziel des Sanitätsbetriebes. Ein weiteres Ziel ist die Prävention: Dabei geht es darum, für viele Menschen aus gesundheitlicher Sicht kritische Situationen zu vermeiden. Oft wissen sie nicht, was sie einnehmen und werden dann mit Gesundheitsproblemen konfrontiert, die sehr schwer zu behandeln sind.“
„Nationale Statistiken, wissenschaftliche Literatur und internationale Berichte zeigen, dass viele Sportlerinnen und Sportler, insbesondere junge und Amateure, unvollständige oder falsche Kenntnisse zu Doping, den gesundheitlichen Risiken und verbotenen Substanzen haben. Außerdem nimmt die Verbreitung ungeprüfter Informationen über Mundpropaganda, soziale Medien und das Internet zu“, erklärt Dr.in Laura Rech, Koordinatorin für Technik und Betreuung des Landesdienstes für Sport- und Bewegungsmedizin des Südtiroler Sanitätsbetriebes. Rech gehört zu den Initiatoren der im Rahmen des Anti-Doping-Projekts veranstalteten Tagung, die maßgeblich vom Departement für Gesundheitsvorsorge unterstützt wird.
„Sport lebt von Leidenschaft, Respekt und Verantwortung. Umso wichtiger ist es, junge Athletinnen und Athleten, Trainerinnen und Trainer sowie die Vereine über die Risiken und Folgen von Doping aufzuklären und Prävention aktiv zu fördern“, sagt Thomas Tiefenbrunner, Rechtsanwalt und Vizeobmann des VSS.




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