++ ARCHIVBILD ++ Kontaminiertes Essen mit dem toxinbildenden Bakterium

Ehec-Infektionen mit mehreren Toten in Belgien

Freitag, 29. August 2025 | 17:35 Uhr

Von: APA/dpa

In mehreren belgischen Seniorenheimen sind etwa 20 Menschen an Ehec erkrankt. Der Nachrichtenagentur Belga zufolge starben bisher fünf von ihnen. Es wird vermutet, dass sich die Betroffenen über kontaminiertes Essen mit dem toxinbildenden Bakterium ansteckten. Lebensmittel wie rohes Fleisch, roher Fisch, Rohkost oder Rohmilch könnten die Quelle einer solchen Kontamination sein, sagte eine Sprecherin der belgischen Agentur für die Sicherheit der Nahrungsmittelkette am Freitag.

Die ersten Krankheitsfälle seien in der vergangenen Woche aufgetreten, so die Agence fédérale pour la sécurité de la chaîne alimentaire – AFSCA. Seit Mittwoch berichten belgische Medien von Todesfällen.

Derselbe Typ des Bakteriums

Laboranalysen zeigten, dass die Infektionen durch denselben Typ des Ehec-Bakteriums verursacht wurden, was auf eine gemeinsame Quelle für diese Infektionen hindeutet, wie es in einer gemeinsamen Mitteilung der AFSCA und der flämischen Gesundheitsbehörde hieß.

Für Menschen, die in Pflegeheimen leben und oft bereits gesundheitlich geschwächt sind, kann eine Infektion der Mitteilung zufolge sehr schwerwiegende Folgen haben.

Auch Teile Deutschlands betroffen

Indes stieg in Deutschland die Zahl der gemeldeten Fälle von Infektionen mit dem Darmkeim Ehec im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern auf 17 gestiegen. Nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Soziales in Rostock wurden bis zum Freitag fünf weitere Infektionen bekannt, darunter vier Kinder. Zwei davon befanden sich im Krankenhaus. Vom Ausbruch des Erregers Enterohämorrhagische Escherichia coli (Ehec) in den Landkreisen Vorpommern-Rügen und Vorpommern-Greifswald sind bisher vor allem Kinder zwischen einem und 15 Jahren sowie einige Erwachsene betroffen. Einige der Kinder litten an einem hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS), das zu Nierenversagen und neurologischen Störungen führen kann. Die Kinder mussten teilweise auf Intensivstationen behandelt werden. Bei einem Teil der Betroffenen handelte es sich demnach um Urlauber.

Das Robert Koch-Institut (RKI) sieht aber aktuell keine Hinweise auf eine Häufung von Ehec-Fällen in anderen Regionen Deutschlands. Gleiches gelte für das sogenannte hämolytisch-urämische Syndrom (HUS), sagte eine Sprecherin.

Darmbakterien verursachen Erkrankung

Ehec steht für enterohämorrhagische Escherichia coli und bezeichnet bestimmte krankmachende Stämme dieses Darm-Bakteriums, das vor allem bei Wiederkäuern vorkommt. Die Mikroben produzieren sogenannte Shigatoxine: starke Zellgifte, die bei Menschen schwere Durchfallerkrankungen bis hin zu blutigen Durchfällen sowie HUS verursachen können. Kinder sind besonders gefährdet, weil ihr Immunsystem und ihre Organe noch nicht ausgereift sind.

Die Krankheitserreger können direkt oder indirekt von Tieren auf den Menschen übertragen werden. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist über eine Schmierinfektion möglich. Vom Verzehr eines verunreinigten Lebensmittels bis zum Ausbruch der Erkrankung dauert es im Durchschnitt drei bis vier Tage, wie es beim Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) heißt. Schon wenige Bakterien reichen aus, um eine Infektion anzustoßen. Ehec ist meldepflichtig.

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