Busfahrer im Bezirk Landeck verletzt, drei Fahrgäste unverletzt

Einwohner in Tirol nach Murenabgängen vorerst abgeschnitten

Dienstag, 30. Juni 2026 | 17:14 Uhr
Update

Von: apa

Heftige Unwetter mit Regenfällen haben Montagabend in einigen Regionen Tirols zu Murenabgängen geführt. So etwa auf die Pitztalstraße (L16) in St. Leonhard im Pitztal (Bezirk Imst). Die Straße wurde auf einer Länge von rund 500 Metern verschüttet bzw. unterspült, Teile brachen weg. Ein Großteil der Einwohner St. Leonhards war am Dienstag de facto vorerst von der Außenwelt abgeschnitten. Die Aufräumarbeiten liefen unter Hochdruck, Mittwochvormittag folgt eine Lagebewertung.

Zu den Murenabgängen im Pitztal kam es im Bereich des Bichlbachs und des Hairlachbachs, informierte das Land. Auch die Pitze sei stellenweise aus ihrem Flussbett getreten und habe die Straße überflutet. Zudem seien vier Brücken betroffen und eine Stromleitung freigelegt worden. Die Straße wurde jedenfalls zwischen den Ortsteilen Hairlach und Eggenstall für den gesamten Verkehr gesperrt. Einsatzkräfte – etwa die Rettung – könnten über einen Notweg das hintere Pitztal erreichen, betonte das Land. Alle anderen Fahrzeuge müssten die Dauer der Sperre abwarten. Eine Umfahrung war nicht möglich. Rund 1.000 Einwohner von verschiedenen Ortsteilen St. Leonhards waren betroffen. Laut Medienberichten waren auch zwei Wohnhäuser vorsorglich evakuiert worden.

Eine Ende der Sperre war auch am späten Nachmittag vorläufig nicht absehbar. Mittwochvormittag werde die Situation bei einer Lagebesprechung neuerlich mit allen Experten bewertet. Die Aufräumarbeiten waren – wie den gesamten Tag über – weiter voll im Gange. Diese würden auch in der Nacht mit mehreren Baggern fortgeführt, so das Land. Für die Sicherheit der Arbeiter – es waren erneut Unwetter möglich – würden Posten der Feuerwehr die Situation an den Talhängen beobachten – die Arbeitsbereiche werden zudem durch die Feuerwehr beleuchtet, hieß es. Herausfordernd blieb die Stromsituation: Während des Tages war man an die Reparatur der freigelegten Stromleitung gegangen. Entsprechend musste die Stromversorgung im hinteren Pitztal ab dem Ortsteil Scheibrand vorübergehend unterbrochen werden. Am Nachmittag wurde mitgeteilt, dass seitens der landeseigenen Tinetz aktuell eine provisorische Stromleitung errichtet werde. Voraussichtlich könne man die Stromversorgung dadurch in den Abendstunden wiederherstellen.

Linienbus von Mure erfasst, Busfahrer verletzt

Murenabgänge hatten Montagabend unterdessen auch das Stanzertal im Bezirk Landeck heimgesucht. Eine besonders brenzlige Situation gab es zwischen Flirsch und Pettneu am Arlberg, wo eine große Mure auf eine Gemeindestraße abging und einen Linienbus erfasste. Der 49-jährige Busfahrer wurde dabei verletzt, die drei Fahrgäste – ein 31-jähriger Iraner, eine 39-jährige Österreicherin und ein 14-Jähriger – blieben unverletzt. Sie wurden von Feuerwehrleuten im Bus aus Wasser und Schlamm geborgen, berichtete die Polizei. Der Busfahrer wurde in das Krankenhaus Zams eingeliefert. “Es war eine heikle Situation”, sagte der Landecker Bezirksfeuerwehrinspektor gegenüber der Online-Ausgabe der “Tiroler Tageszeitung”: “Es war nicht ganz ohne.” Die Mure verlegte die Straße auf einer Länge von fast 100 Metern. Geröll und Schlamm erreichten auf der Gemeindestraße eine Höhe von etwa 80 Zentimetern.

Vermurt wurde auch die Stanzertalstraße (L68) im Gemeindegebiet von Flirsch – konkret im Bereich einer Brücke beim Rammelbach. Hier konnten die Aufräumarbeiten bereits beginnen – die Straße soll noch Dienstagvormittag wieder freigegeben werden. Auch auf die Tiroler Straße (B171) in Zams ging eine Mure ab. Die Aufräumarbeiten begannen bereits in der Nacht und können nach Angaben des Landes im Laufe des Dienstags abgeschlossen werden. Die Tiroler Straße sei immer zumindest einspurig im Gegenverkehr befahrbar gewesen.

Murenabgang auf der Innsbrucker Nordkette

Auch auf der Innsbrucker Nordkette verzeichnete man Montagabend nach heftigen Sommergewittern einen Murenabgang. Dieser nahm seinen Ursprung in der sogenannten “Direttissima” und verlegte den Lackenweg auf Höhe des Rastlbodens oberhalb der Arzler Alm mit Schlamm und Geröll. Personen oder Gebäude waren nicht betroffen, teilte die Stadt mit. Der Lackenweg blieb vorerst ebenso gesperrt wie der Arzler Almweg.

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