Erleichterung über Stromrückkehr

Landesleitstelle bringt Situation in Südtirol auf den Punkt

Donnerstag, 14. November 2019 | 18:41 Uhr

Bozen/Bruneck – Im Pustertal hält die Erleichterung Einzug: Der Strom ist zurückgekehrt – zumindest vorerst.

Die Bäume, die die Stromleitungen verlegte haben, wurden beseitigt. Die Linie des staatlichen Stromnetzbetreibers Terna Linie ist frei. Damit erhalten die Stadtwerke und die Edyna wieder Strom.

Das Netz wird Schritt für Schritt hochgefahren. Manche Freileitungen,die von umgekippten Bäumen beschädigt wurden, können allerdings erst am Freitag und in den nächsten Tagen repariert werden.

Auch in Toblach ist die Leitung weiter unterbrochen. Ein Strommast ist komplett umgeknickt. Die Reparaturarbeiten könnten länger dauern.

 

Die Bäume sind weg! Die TERNA Linie ist frei. Stadtwerke und Edyna bekommen wieder Strom. Das Netz wird Schritt für…

Pubblicato da Martin Ausserdorfer su Giovedì 14 novembre 2019

 

Der Stomausfall hat wie berichtet auch für wirtschaftliche Schäden gesorgt – teilweise in Millionenhöhe. In Geschäften und Supermarkt-Filialen mussten Tiefkühlprodukte und anderen Waren, die eine kühle Lagerung erfordern, weggeschmissen werden. An zahlreichen Türen von Geschäften in der Altstadt hing das Schild „Wegen Stromausfalls geschlossen“. Für die Wirtschaft wird mit Schäden in Millionenhöhe gerechnet – vor allem in der Lebensmittelindustrie.

Morgen bleiben Schulen und Kindergärten geschlossen.

Landesleitstelle bringt Situation in Südtirol auf den Punkt

Bevölkerungsschutzlandesrat Schuler hat für heute nachmittag in der Agentur für Bevölkerungsschutz die Landesleitstelle einberufen.

lpa/Maja Clara

“Wir werden”, betonte Bevölkerungsschutzlandesrat Arnold Schuler, “alles tun, um die Sicherheit und die Versorgung der Bevölkerung zu garantieren”. Moderiert vom Direktor der Agentur für Bevölkerungsschutz Rudolf Pollinger wurde die Lage in Südtirol nach den jüngsten Ereignissen und angesichts der bevorstehenden ergiebigen Niederschläge besprochen, weshalb die Bewertungskommission im Landeswarnzentrum heute mittag wegen des mäßig bis hohen hydrogeologischen Gefahrenpotentials den Zivilschutzstatus Bravo (Voralarm) ausgerufen hat.

Wie Dieter Peterlin vom Landeswetterdienst im Hydrographischen Amt in der Landesleitstelle zusammenfasste, werden die Schneefälle in der Nacht auf morgen einsetzen und morgen untertags mit bis zu 70 Zentimetern pro Quadratmeter besonders ergiebig ausfallen, der Schwerpunkt verschiebt sich nach Westen, ins Ultental und Passeiertal. Die Lawinengefahr wird deutlich ansteigen und morgen wahrscheinlich die Stufe vier erreichen.

Bei einem Verkehrsgipfel heute im Regierungskommissariat, berichtete Viceprefetto Margherita Toth, wurde beschlossen, die Fahrspuren auf der Brennerautobahn heute ab 21.00 Uhr ab San Michele all’Adige Richtung Südtirol auf eine Fahrspur zu reduzieren, um das Verkehrsaufkommen zu drosseln, ein zweiter Puffer wird beim Parkplatz Sadobre in Freienfeld eingerichtet.

Wie der Direktor der Abteilung Straßendienst Philipp Sicher darlegte, kann der Verkehr auf Südtirols Straßen derzeit grundsätzlich fließen. Die prekäre Situation auf Südtirols Straßen im Osten des Landes entstand nicht so sehr wegen des Schneefalls, sondern vielmehr durch umgestürzte Bäume. Keine Straßen müssen aus heutiger Sicht präventiv gesperrt werden.

Die Pustertaler Bahnlinie, fasste Landesverkehrsmeldezentrale-Koordinator Markus Rauch die Lage zusammen, ist zwar wieder in Betrieb, aber stark reduziert. Ein Busersatzdienst wurde eingerichtet, mit Verzögerungen ist jedoch zu rechnen.

500 Einsätze in 48 Stunden

500 Einsätze, legte der stellvertretende Kommandant der Berufsfeuerwehr Andrea Lazzarotto vor, wurden in den vergangenen zwei Tagen von der Landesnotrufzentrale disponiert. Bis circa 17.00 Uhr waren 16.000 Abnehmer der Stadtwerke Bruneck ohne Strom, seit diesem Zeitpunkt wurde die Stromversorgung nach und nach wieder hergestellt. 2000 Abnehmer von Edyna waren um 18.00 Uhr ohne Strom. Zwei Notstromaggregate der Berufsfeuerwehr zu je 400 Kilowatt wurden dem Krankenhaus Bruneck und dem nahegelegenen Altersheim zur Verfügung gestellt. Von Innichen wurden 50 Feldbetten angefordert.

Während der Sitzung, gab Adriano Fedrizzi vom Energieversorgungsunternehmen Terna wieder, gelang es, eine der zwei beschädigten Hauptleitungen im Pustertal wieder herzustellen. Zwei Hauptleitungen – ausgehend von Brixen und von Toblach – waren gestern wegen umstürzender Bäume dermaßen stark beschädigt worden, dass die Stromversorgung ausfiel. Die Reparaturen konnten gestern nicht durchgeführt werden, auch, weil Hubschrauberflüge nicht möglich waren.

138 Freiwillige Feuerwehren im Einsatz

138 Freiwillige Feuerwehren, also die Hälfte der Südtiroler Wehren, standen in den vergangenen 48 Stunden im Einsatz, erklärte der Präsident des Landesverbandes der Freiwilligen Feuerwehren Wolfram Gapp. Die Gerätehäuser der Freiwilligen Feuerwehren sind dort besetzt, wo die Telefonie oder die Stromversorgung ausgefallen sind.

Der Sanitätsmodus in der Landesnotrufzentrale, referierte der Arzt Günther Mitterhofer, ist wieder in den Normalzustand übergegangen. Betreuungszüge stehen in Bereitschaft.

Die Bevölkerung wird darum ersucht, nicht die Einheitliche Notrufnummer 112 anzurufen, um sich über die Lage zu informieren, damit der reguläre Betrieb in der Einheitlichen Notrufzentrale nicht beeinträchtigt wird.

Die Landesleitstelle

Die Landesleitstelle ist bei der Agentur für Bevölkerungsschutz angesiedelt. Ihre Mitglieder werden von der Landesregierung ernannt und bleiben fünf Jahre im Amt. Im Falle unmittelbarer Gefährdung der öffentlichen Sicherheit, die den Einsatz mehrerer Organisationseinheiten erfordert, übernimmt die Agentur für Bevölkerungsschutz in Zusammenarbeit mit der Landesleitstelle Koordinierungsaufgaben.

Von: mk

Bezirk: Bozen, Pustertal

Mehr zu diesem Thema
Stromausfall: Situation im Pustertal bleibt ernst
„Für all jene mit Schickimicki Problemen“
14. November 2019 | 12:11
85
Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

16 Kommentare auf "Landesleitstelle bringt Situation in Südtirol auf den Punkt"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Sumsi
Sumsi
Grünschnabel
23 Tage 12 h

… “Tiefkühlprodukte mussten weggeschmissen werden”… wegschmeißen also besser als verschenken… Altenheime, Obdachlosenheime usw. würden sicher dankend annehmen… verrückte Welt😢

Rapunzel
Rapunzel
Grünschnabel
23 Tage 10 h

Oder vielleicht den freiwilligen Helfern zu Verfügung stellen……?

Simba
Simba
Superredner
23 Tage 9 h

Wenn kein Strom da ist können die Altenheime usw. mit den Produkten auch nichts anfangen

Tabernakel
23 Tage 8 h

Klar doch, Salmonellen incl….?

Sumsi
Sumsi
Grünschnabel
22 Tage 23 h

@Tabernakel
nach 12 Stunden ohne Strom bekommt niemand Salmonellen… Altenheime usw. verfügen über ein Notstromaggregat

Zugspitze947
Zugspitze947
Universalgelehrter
22 Tage 23 h

Simba wie wärs mit sofort zubereiten auf dem Holzherd ? 🙁

Pacha
Pacha
Superredner
23 Tage 10 h

Werden Ermittlungen gegen die TERNA eingeleitet?

Slotty
Slotty
Tratscher
22 Tage 21 h

Warum sollte das passieren?

nuisnix
nuisnix
Superredner
22 Tage 21 h

Hast Recht. Eine Frechheit, dass sie einfach so Bäume unter der Schneelast zusammenbrechen und auf die Stromleitungen fallen lassen…
Womöglich haben sie die Bäume sogar vorher angesägt, damit sie leichter und in die richtige Richtung fallen…
Weil die Techniker sind ja soooo heiß darauf, bei solch einem Mistwetter und bei Dunkelheit und Kälte draußen Notdienste zu verrichten anstatt zuhause mit der Familie in der warmen Stube zu sitzen…

Was musst du @Pacha für ein … sein!!!

HansiH
HansiH
Neuling
23 Tage 12 h

Vielen Dank allen freiwilligen Helfern!

traktor
traktor
Universalgelehrter
23 Tage 10 h

warum haben betriebe mit verderblicher ware keinen generator??
das ist fahrlässig….

geforce
geforce
Grünschnabel
23 Tage 12 h

Ba mir fahlts olm no.

Andreas
Andreas
Superredner
23 Tage 9 h

sel hon i mir olm schun gedenkt 😂😂😂

Tanne
Tanne
Superredner
22 Tage 21 h

@geforce
Liegt aber nicht am Strom.

sepp2
sepp2
Superredner
23 Tage 12 h

auch dass Lkws Winterreifen montiert haben sollte kontrolliert werden.

traktor
traktor
Universalgelehrter
23 Tage 10 h


danke den nertzbetreibern, und nicht nicht zu vergessen den wasserkraftwerken im pustertal die diesen inselbetrieb ohne staatlichem netz erst ermöglicht haben…

wpDiscuz