Auch Telefonnummern wurden verbreitet – Konten und Karten im Blick behalten!

Facebook-Datenklau: Worauf Verbraucher jetzt achten sollten

Mittwoch, 14. April 2021 | 10:31 Uhr

Bozen – Die Daten von 533 Millionen Personen, darunter mehr als 35 Millionen Italiener, wurden heuer online zum Verkauf angeboten. Die Daten wurden zwar anscheinend schon 2019 gesammelt, und das „Datenleck“ sei versiegelt, sagt Facebook. Dennoch kann keine Entwarnung gegeben werden, heißt es von der Verbraucherzentrale Südtirol (VZS).

Welche Daten wurden verbreitet?

Man geht davon aus, dass Namen, Geburtsdaten, E-Mail-Adressen, Informationen aus der Facebook-Biografie sowie die Telefonnummern verbreitet wurden (auch jene, die als „uneinsehbar“ in Facebook eingetragen waren). Wirklich gravierend sind die Telefonnummern, denn vielfach werden die Sicherheitsabfragen für Online-Zahlungs- oder -Bankdienste per SMS verschickt, und die geklauten Telefonnummern könnten für Telefonbetrug oder Smishing verwendet werden.

Bin ich betroffen?

Auf der Website https://haveibeenpwned.com/ kann man kontrollieren, ob die eigenen Daten zu den geklauten gehören. Man gibt die E-Mail-Adresse ein, oder die Handynummer mit der internationalen Vorwahl, aber ohne die zwei führenden Nullen (also 39 gefolgt von den 10 Stellen der Handynummer, ohne Leerzeichen).

Was tun, um sich zu schützen?

Grundsätzlich gilt, auch abseits vom aktuellen Datenklau: Kreditkarten- und Kontoauszüge sollten regelmäßig kontrolliert werden, um im Ernstfall schnell eingreifen zu können. Sollten Daten geklaut worden sein, sind diese „unsicher“ zu betrachten, daher dürfen Sie nicht mehr für eine Zwei-Faktor-Identifizierung verwendet werden. Besser: Direkt die Apps verwenden, auch wenn zu sagen ist, dass sich in vielen solcher Banking- oder Kreditkarten-Apps auch Sofwareteile finden, die datenschutz-technisch nicht ganz einwandfrei sind. Doch in der Not, weiß der Volksmund, frisst der Teufel Fliegen.

Im Ernstfall

Sollte tatsächlich Geld von Karte oder Konto verschwinden, verliert keine Zeit: Lasst alles sperren, erstattet Anzeige und fordert die Beträge vom Finanzdienstleister zurück. Rat und Hilfe gibt es beim Beratungsdienst der VZS.

„Seit Einführung der zweiten Zahlungsdienstrichtlinie gibt es die Pflicht zur ‚starken‘ Authentifizierung bei den Online-Zahlungen. Viele Finanzdienstleister haben – wohl aus Kostengründen oder Marketingüberlegungen – das Handy der Nutzer als zweiten Faktor gewählt. Nicht nur Verbraucherschützer, auch die europäischen Bankenaufsicht EBA sind nicht angetan von der Authentifizierung via SMS, denn zu leicht können diese abgefangen werden. Jedoch können wir auch die Verwendung von Apps anstelle der SMS zur Erstellung von Einmal-Passwörtern nicht befürworten. Zu viele von ihnen scheinen zu sehr an den Daten der Nutzer interessiert. Die beste Lösung wäre ein „Token“, allein Passwörter generiert, und ansonsten nicht mit der Außenwelt kommuniziert, wie ihn auch einige lokale Banken bereits anbieten“, fasst die Geschäftsführerin der Verbraucherzentrale Südtirol, Gunde Bauhofer, zusammen.

Gänzlich ungeklärt sind derzeit eventuelle rechtliche Folgen, die dieser Datenklau für Facebook haben könnte: Aus den Aussagen des Konzerns, die nur auf Beschwichtigung abzuzielen scheinen, lässt sich wenig Bereitschaft für eine Übernahme der Verantwortung ablesen. Die sichersten Daten sind immer noch jene, die nirgendwo veröffentlicht sind.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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11 Kommentare auf "Facebook-Datenklau: Worauf Verbraucher jetzt achten sollten"


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Mikeman
Mikeman
Kinig
24 Tage 3 h

diese ……….. tun keinem Leid,wer sich solchen Sch…. bedient dem ist nicht zu helfen.

primetime
primetime
Universalgelehrter
24 Tage 59 Min

Facebook kann für so vieles verwendet werden. Nur weil du die Möglichkeiten nicht kennst bzw. nicht verwendest heißt es nicht das sjeder Nutzer ein ………. ist oder?

Mikeman
Mikeman
Kinig
23 Tage 18 h

@ primetime
Genau da ich die Vorteile und Nachteile kenne benutze ich diesen …………. eben nicht , wer da drinn iss braucht sich hinterher auch nicht zu wundern wenn was schief geht.Die Möglichkeiten brauchst bestimmt nicht mir zu erklären,da bist gleich auf dem Holzweg.

rastan
rastan
Neuling
24 Tage 2 h

zum glück bin ich kein facebook nutzer ..und werd ich auch nie😊

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
24 Tage 2 h

@rastan
Ja, ich mach da auch nicht mit. Wenn Jemand meine Daten verkauft, dann möchte ich das Geld haben (“durchschnittliche E-Mail-Adresse … 89 US-Dollar wert… Im Reise-Sektor beispielsweise kostet eine E-Mail-Adresse 251 US-Dollar”)
Aber der “soziale” Druck (wie ? du/sie bist/sind nicht auf…!) ist so hoch, dass man schon mal in eine Verteidigungsposition rutscht.
Leute, boykottiert die Datenkraken !

https://www.basicthinking.de/blog/2020/11/19/personenbezogene-daten-wert/

der echte Aaron
der echte Aaron
Universalgelehrter
24 Tage 2 h

die Webseite ist natürlich nur auf amerikanisch, damit diese sie besser kontrollieren können? Wieso nicht auf russisch oder chinesisch?

Faktenchecker
24 Tage 1 h

Auf Deutsch für Volksschüler:

https://sec.hpi.de/ilc/search?lang=de
Die von Ihnen eingegebene E-Mail-Adresse wird lediglich zur Suche in unserer Datenbank und das anschließende Versenden einer Benachrichtigungs-E-Mail benutzt. Sie wird von uns in verschleierter Form gespeichert, um Sie vor E-Mail-Spam zu schützen. Die Weitergabe an Dritte ist dabei ausgeschlossen.

Offline
Offline
Universalgelehrter
24 Tage 2 h

Nur die Daten von 35 Millionen !! Italienern. Das geht ja noch 😉. Man stelle sich vor, ganz Italien hätte die Immuni App verwendet 🙈

topgun
topgun
Tratscher
24 Tage 2 h

Auf einer Webseite E-Mail und Telefonnummer eingeben, um zu sehen, ob man vom Datenklau betroffen ist…
Die löschen die so erhaltenen Daten natürlich sofort… Ganz bestimmt!

Faktenchecker
24 Tage 2 h
Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
24 Tage 4 h
“Im Frühjahr 2018 machten Whistleblower publik, dass die britische Firma Cambridge Analytica unrechtmäßig erworbene Daten von 87 Millionen Facebook-Nutzern für Wahlkampfwerbung benutzt hatte. Rund ein Jahr später wurde bekannt, dass App-Partner der Plattform 540 Millionen Datensätze auf öffentlich zugänglichen Servern gespeichert hatten. Im September 2019 kam heraus, dass wiederum Daten von Profilen offen im Netz abrufbar waren. Rund 419 Millionen Nutzer sollen betroffen gewesen sein…. Polizeibehörden in verschiedenen Ländern warnen außerdem bereits vor Betrugsmaschen via SMS, die in den vergangenen Wochen bundesweit vermehrt aufgetreten sein sollen. In den Nachrichten wird den Empfängern eine Paketlieferung angekündigt. Die Betroffenen sollen dazu verleitet werden, auf einen Link zu klicken, um weitere… Weiterlesen »
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