Sieht Anschuldigungen gegen Benno auf festem Fundament

Fall Neumair: Staatsanwaltschaft will “Abkürzung” nehmen

Donnerstag, 04. März 2021 | 10:18 Uhr

Bozen – Benno Neumair, der 30-jährige Sohn von Laura Perselli und Peter Neumair, will in den kommenden Tagen bei einem Verhör vor der Staatsanwaltschaft seine Sicht der Dinge darlegen. Der genaue Termin der Anhörung ist nicht bekannt. Auch was der Verdächtige zu sagen hat, ist derzeit völlig unklar.

Benno Neumair wird von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, seine Eltern am Abend des 4. Jänner in der Wohnung in der Bozner Runkelsteinstraße ermordet und dann in die Etsch südlich bei Bozen geworfen zu haben. Während die Leiche von Laura Perselli am 6. Februar in der Etsch bei Neumarkt gefunden worden war, verliefen die Suchaktionen nach Peter Neumair trotz großer Anstrengungen bisher erfolglos.

Drei dicke Ordner gefüllt

Laut der Tageszeitung Alto Adige scheint dies die mit dem Fall betrauten Staatsanwälte Igor Secco und Federica Jovene aber nicht sonderlich zu beunruhigen. Sie haben mittlerweile drei dicke Ordner mit Ermittlungsergebnissen gefüllt. Auf über 1.000 Seiten sind sämtliche Indizien, Erkenntnisse, Abläufe und Aussagen zusammengetragen. Wie es in dem Bericht weiter heißt, fußen die Anschuldigungen gegen den Sohn des Paares auf einem festen Fundament.

Staatsanwaltschaft will “Abkürzung” nehmen

Die Staatsanwaltschaft scheint sogar so überzeugt davon zu sein, dass sie eine “Abkürzung” nehmen wollen, um Benno Neumair vor dem Schwurgericht den Prozess zu machen. Der Schritt vor das Gericht für die Vorverhandlungen soll demnach übersprungen werden. Das sei angesichts der erdrückenden Indizienlast nur eine Zeitverschwendung.

Gutachten und Analysen treffen in wenigen Wochen ein

Als Voraussetzung dafür gelten jedoch entsprechende Ergebnisse aus den Laboren und der Gutachter im Rahmen des Beweissicherungsverfahrens. Diese werden für den 30. März und 8. April erwartet. Eine Analyse der elektronischen Speicher im Handy, Laptop und USB-Stick von Benno Neumair wird derzeit von Professor Litiano Piccin von der Universität Bologna getätigt. Sie soll am 30. März vorliegen und könnte die Theorie der Staatsanwaltschaft, dass der mutmaßliche Täter den Mord an seinen Eltern geplant hat, untermauern. Auch was die Entsorgung der Leichen anbelangt, könnte dieses Gutachten weitere Erkenntnisse liefern.

Am 8. April wird die Analyse von Professor Emiliano Giardina aus Rom erwartet. Er untersucht die in der Wohnung sichergestellten möglichen Gegenstände nach Blutspuren. Indiskretionen zufolge sollen diese tatsächlich festgestellt worden sein. Erweist sich das als gesichert, würde das laut Tageszeitung Alto Adige ebenfalls die Mutmaßungen der Staatsanwaltschaft stärken, dass die Eltern in deren Wohnung ermordet worden sind.

Frauengeschichten wieder Thema bei “Chi l’ha visto?” 

Indes hat sich die TV-Sendung “Chi l’ha visto?” am Mittwochabend erneut mit dem Fall Neumair beschäftigt. Dabei wurde vor allem das Privatleben des Lehrers thematisiert. Konkret wurde auf seine Frauengeschichten eingegangen und darüber spekuliert, ob sich der Verdächtige durch die Bekanntschaften habe ein Alibi verschaffen wollen.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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14 Kommentare auf "Fall Neumair: Staatsanwaltschaft will “Abkürzung” nehmen"


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Faktenchecker
1 Monat 8 Tage

“Der genaue Termin der Anhörung ist nicht bekannt. Auch was der Verdächtige zu sagen hat, ist derzeit völlig unklar.”

Die Presse wird die Aussagen schon vorab veröffentlichen.

Evi
Evi
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

Wenn ein 1000 Seiten dicker Ordner mit Indizien gegen ihn vorliegt, dann hat die Presse nur einen Bruchteil an die Öffentlichkeit gebracht.

Faktenchecker
1 Monat 8 Tage

@Evi

Stimmt nicht.

Pustertaler01
Pustertaler01
Grünschnabel
1 Monat 8 Tage

Und warum wird nur der Sohn verdächtigt???

Faktenchecker
1 Monat 8 Tage

Woher weist Du das? Aus der Presse? 😂😂😂😂😂😂😂😘😘

primetime
primetime
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

@Faktenchecker du Widersprichst dir irgendwie selber

Evi Universalgelehrter1 h 55 Min
Wenn ein 1000 Seiten dicker Ordner mit Indizien gegen ihn vorliegt, dann hat die Presse nur einen Bruchteil an die Öffentlichkeit gebracht

Kinig
Faktenchecker Kinig1 h 49 Min
@Evi

Stimmt nicht

Begründung für deine Aussage? Wo sind die Fakten dazu?

Farbenfroh
Farbenfroh
Grünschnabel
1 Monat 8 Tage

Eigentlich sind weitere Informationen für die Öffentlichkeit nicht mehr wichtig. Hätte die Staatsanwaltschaft nicht genügend Beweise gegen den Verdächtigen, hätte man ihn schon längst wieder gehen lassen.

marher
marher
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

Vielleicht gibt es dennoch Überraschungen, jedenfalls wird der Schlüssel zur Tat in der Familie zu suchen sein.

Donmclean
Donmclean
Grünschnabel
1 Monat 8 Tage

ma dai?!

Chrys
Chrys
Tratscher
1 Monat 8 Tage

So lange die Leiche nicht gefunden  wird und so lange der Beschuldigte die Tat nicht zugibt wird es wohl sehr schwierig sein ihm zu verurteilen. Die Beweise wurden schon so oft durchgekaut und man kann alles auf irgendeine Art erklären.  Vielleicht bringen die diversen Blutproben oder die Handys oder PC’s etwas ans Tageslicht, aber ich habe da meine Zweifel.
Allerdings auch eigenartig, dass man nach 2 Monaten Suchen, wo hunderte von Menschen beteiligt waren, nichts gefunden hat.
Man bedenke aber die alte Weisheit, in einem Prozess wird nicht Recht gesprochen sondern es ergeht ein Urteil. 

oschpile
oschpile
Grünschnabel
1 Monat 8 Tage

RA Moccia ‘s Glaube an das Gute ist unerschütterlich …hört, hört, hört 😉

Evi
Evi
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

🤑🤑

Hausdetektiv
Hausdetektiv
Tratscher
1 Monat 7 Tage

was ich komisch finde ist das ein 30 Jähriger noch bei seinen Eltern wohnt. Hier hat der Abnabelungsprozess nir stattgefunden und man sollte schon mit anfang 20 ausziehen und auf eigenen Beinen stehen.

Ingalingreichts
Ingalingreichts
Tratscher
1 Monat 8 Tage

je schneller vor dem schwurgericht umso besser fir olle….

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