Paar aus Gröden gerät ins Visier von Betrügern

Falsche Carabinieri erschwindeln echtes Geld

Montag, 18. Mai 2026 | 09:22 Uhr

Von: mk

S. Ulrich – Zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit ist es den Carabinieri im Grödnertal gelungen, einen raffinierten Cyber-Betrug aufzudecken. Ein junges Paar erhielt dank des schnellen Eingreifens über 16.000 Euro zurück. Dabei handelt es sich um den zweiten Betrugsfall in jüngster Zeit, bei dem es den Carabinieri gelungen ist, erbeutetes Geld wiederzubeschaffen.

Alles begann im vergangenen November: Ein junges Paar aus St. Ulrich geriet in das Visier einer Bande, die extrem professionell agierte. Die Betrüger nutzten das sogenannte „Spoofing“ – ein technisches Verfahren, bei dem die Telefonnummern auf dem Display manipuliert werden. Für die Opfer sah es so aus, als stammen die Anrufe tatsächlich von einer Station der Carabinieri oder der grünen Nummer ihrer Bank.

Die Täter gaben sich am Telefon überzeugend als Ordnungshüter und Bankangestellte aus und behaupteten, das Bankkonto des Mannes sei unter einer akuten Hacker-Attacke ausgesetzt. Die Betrüger erhöhten zunehmend den psychologischen Druck. Um seine Ersparnisse in Sicherheit bringen, überwies der Mann per Sofort-Überweisung die stolze Summe von 48.500 Euro auf ein von den Kriminellen genanntes „Sicherungskonto“.

Damit nicht genug: Im Laufe des Gesprächs entlockten die Betrüger dem Opfer auch noch die Zugangsdaten zum Konto seiner Ehefrau und veranlassten eine weitere Überweisung in Höhe von 4.900 Euro.

Durch das sofortige Einschalten der Carabinieri konnte das Schlimmste verhindert werden. Die Ordnungshüter alarmierten umgehend das betroffene Bankinstitut und froren das Konto der Ehefrau ein, noch bevor die zweite Überweisung von fast 5.000 Euro abgewickelt werden konnte. Dieses Geld war somit gerettet.

Im Rahmen der anschließenden Ermittlungen werteten die Carabinieri akribisch Aufnahmen von Überwachungskameras in Postämtern aus konnten schließlich die mutmaßlichen Täter identifizieren. Es handelt sich um eine rund 30-jährige Frau aus Rom und ihren Komplizen, einen 48-jährigen Mann aus der Provinz Neapel. Die Carabinieri ließen das Konto der mutmaßlichen Betrüger präventiv sperren, wodurch ein erheblicher Teil der ersten Überweisung gesichert wurde.

Zuletzt konnten die Carabinieri dem Paar die ersehnte Nachricht überbringen: Nach einer präventiven Beschlagnahme im März und dem jüngsten Freigabebeschluss der Staatsanwaltschaft am Landesgericht in Bozen wurde dem rechtmäßigen Eigentümer die Summe von 16.752,89 Euro rückerstattet.

Angesichts dieses Vorfalls mahnen die Ordnungskräfte erneut zu extremer Vorsicht: Echte Polizisten oder Bankangestellte werden Bürger niemals telefonisch dazu auffordern, Geld zu überweisen oder Passwörter und Zugangsdaten preiszugeben. Da Betrüger Telefonnummern auf dem Display täuschend echt fälschen können, gilt bei verdächtigen oder dringenden Forderungen die goldene Regel: Sofort auflegen und den Notruf 112 wählen, um den Vorfall zu melden.

Bezirk: Salten/Schlern

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