Angebot der Familienberatung fabe

Familienmediation: Ein Gewinn für alle

Donnerstag, 04. Oktober 2018 | 16:48 Uhr

Bozen – Oft geht es um Unterhalt oder Sorgerecht. Begleitet und im geschützten Rahmen fällt es Partnern leichter, das auszusprechen, was ihnen wichtig ist. Der Mediator oder die Mediatorin sorgt als (neutrale) allparteiliche Person dafür, dass beide Konfliktpartner genügend Raum und Zeit für ihre Anliegen erhalten. Häufig werden auch Themen angesprochen, die das Paar alleine nicht ansprechen wollte oder konnte. So gelingt es meist besser, gemeinsame, passende Lösungen zu finden, um auch zukünftig eine konstruktive Elternschaft zu ermöglichen.

„Bei der ausgehandelten Lösung im Rahmen einer Mediation handelt es sich um einen Kompromiss “, erklärt Elisabeth Rechenmacher, Direktorin der Familienberatung fabe und des Elterntelefons. Der sei zwar meist nicht ganz so, wie es sich der einzelne jeweils vorgestellt hat, aber doch so, dass beide Elternteile damit einverstanden sein können. „Der Vorteil für die Kinder besteht darin, dass Vater und Mutter ein neues Miteinander als Eltern finden können und das Familienklima entlastet wird“, sagt Elisabeth Rechenmacher.

Der Mediator oder die Mediatorin hat die Aufgabe, beiden Elternteilen genügend Raum zu geben, um ihre Sichtweisen, Anliegen und Bedürfnisse einbringen und besprechen zu können. Ab einer gewissen Eskalationsstufe eines Konfliktes ist es auch unumgänglich, konkret an den Emotionen zu arbeiten, da die Selbstheilungskräfte der Parteien ansonsten nicht mehr genügend aktiviert werden können, um eine win-win-Lösung zu erreichen und weiterhin gute Eltern zu bleiben. Es geht darum, Emotionen zu würdigen, damit sie letztlich als Ressource für die Heilung der Verletzungen genutzt werden können.

Mediatoren bewerten nicht, be- oder verurteilen nicht und entscheiden auch nicht, was richtig oder falsch war oder ist, dies entscheiden die Eltern selbst. Mediatoren zeigen die Richtung auf, können auch aufgrund ihrer Erfahrungen helfen einen neuen gemeinsamen Weg auf Elternebene zu finden. Ein Informationsgespräch bei einem Rechtsanwalt im Vorfeld kann für eine gelingende Mediation sehr hilfreich sein. Dank der Familienmediation haben Ehepartner und/oder Eltern dann die Möglichkeit, eine einvernehmliche Trennung bei Gericht zu beantragen, ohne Rechtsbeistand. Die Regelungen können sowohl persönlicher als auch vermögensrechtlicher Natur sein. Auch nichtverheiratete Paare können auf Wunsch ihre Mediationsvereinbarung bei Gericht hinterlegen

Die Trennung auf dem Weg der Mediation verursacht kaum Kosten. Zudem erhöht ein Mediationsverfahren die Wahrscheinlichkeit, dass ehemalige Partner trotz Trennung und Scheidung weiterhin respekt- und würdevoll miteinander umgehen. Das ist besonders dann wichtig, wenn Kinder im Spiel sind.

Trennungsmediation eignet sich für Paare, die sich für eine Trennung oder Scheidung entschlossen haben und dabei selbst bestimmen wollen, wie ihr Leben und das ihrer Kinder nach der Scheidung aussehen soll, die einen destruktiven Streit im Scheidungsverfahren vermeiden wollen, die eine faire Lösung für beide Partner und für die Kinder anstreben und die nach der Trennung weiterhin als Eltern kooperieren wollen.

Einige Rückmeldungen von Betroffenen, die bei der Familienberatung „Ehe- und Erziehungsberatung Südtirol“ Familienmediation in Anspruch genommen haben. Nicht alle Namen wurden auf Wunsch der Betroffenen hin genannt.

Beispiel 1

„Bei der Suche nach einer Mediationsmöglichkeit erfuhr ich, dass die Familienberatung Südtirol Mediationen mit Waltraud Hochgruber anbietet. Diese Mediation war mit Abstand und ohne Vergleich das Beste am gesamten Sorgerechtsprozess. Frau Hochgruber war als einzige nicht in das System aus Abhängigkeiten und Gefälligkeiten verstrickt, sie hat sich dem Vater meiner Tochter nicht in voreiligem Gehorsam unterworfen, sie hatte keine vorgefertigte Meinung und war sehr respektvoll. Sie hat von vornherein klare Ziele definiert und vor allem einen zeitlichen Rahmen gesteckt, innerhalb dessen die durch das unklare Gerichtsurteil offen gelassenen Fragen geklärt werden sollten. Entgegen der üblichen Praxis, von vorneherein mindestens zehn Mediationsstunden anzuberaumen, ging es ihr um konkrete Lösungen.

In meiner Wahrnehmung hat Frau Hochgruber den Sachverhalt, die Dynamik und uns als Persönlichkeiten selbst in der Kürze der Zeit – am Ende waren die offenen Fragen in drei Sitzungen (einer Einzelsitzung und zwei gemeinsamen Sitzungen) geklärt – richtig einzuordnen vermocht. Während ich beim Gerichtsprozess eine ungeheuerlich einseitige und oberflächliche Handhabe erleben musste, hat sich Frau Hochgruber für die Hintergründe interessiert und beiden Parteien das gleiche Gewicht zukommen lassen.“ (Bettina Gartner)

Beispiel 2

„Eine Trennung ist manchmal leider unumgänglich, aber die Art und Weise wie wir uns trennen, bestimmt gleichzeitig auch die Art und Weise, wie wir uns auch nach einer Trennung noch begegnen können. Vor allem Kinder leiden sehr unter dieser Situation. Es war uns daher sehr wichtig, unnötigen Streit zu vermeiden und Kompromisse zu finden, mit denen wir beide einverstanden waren.

Die Mediation hat uns in dieser schwierigen Zeit sehr geholfen. Durch die herzliche, korrekte und unparteiische Art der Mediatorin Waltraud Hochgruber, ist es uns gelungen, die Trennung in relativ kurzer Zeit und ohne das Hinzuziehen eines Anwalts zu bewältigen. Das Ergebnis war eine friedliche Trennung, bei der keiner von uns als Verlierer hervorging.“ (Ohne Namensangabe)

Beispiel 3

„Insgesamt habe ich die Mediation als gut und erfolgreich erlebt. Sie hat uns eine friedliche Verständigung möglich gemacht, wo sie uns aus eigener Kraft wohl nicht gelungen wäre, vor allem bei Taufe und Impfung, obwohl uns das wohl beiden ganz schön schwergefallen ist. Ich erinnere mich gern an die Momente, in denen wir das zur Geltung bringen konnten, woran uns gemeinsam liegt, statt dem, was uns trennt. Allerdings glaube ich, dass die Mediation zu kurz war, um unsere Verständigung nachhaltig zu verbessern. Dazu hätte es vermutlich einen deutlich längeren Mediationsprozess mit mehr Bereitschaft und Geduld auf allen Seiten gebraucht.“ (Tobias Hürter)

Beispiel 4

„Die Mediation war für mich eine sehr große Hilfe, um aus einer unangenehmen und – sowohl moralisch wie finanziell – belastenden Situation das Bestmögliche zu machen und um wieder eine gewisse Ordnung herzustellen.

Wie wichtig der Schritt der gerichtlichen Trennung mit all den damit verbundenen Verpflichtungen und Vereinbarungen und trotz des bürokratischen Aufwandes für mich war, ist mir erst im Nachhinein bewusst geworden.

Ein komplettes Abschließen wird aufgrund unserer gemeinsamen Tochter nicht möglich sein: Wir werden immer gemeinsam Entscheidungen treffen müssen, es wird immer eine gewisse Verbindung geben. Die Mediation hat mir aber sehr geholfen, die ganze Angelegenheit gewissermaßen abzuschließen, um in Zukunft wieder offen zu sein für Neues.“ (Ohne Namensangabe)

Von: mk

Bezirk: Bozen

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