Frau lebt mit Kindern in geschützter Einrichtung

Flucht vor Ehemann: “Angst, dass er mich umbringt”

Mittwoch, 03. April 2019 | 11:23 Uhr

Bozen – Es ist ein Leben ohne Zukunft und in ständigem Bangen: Eine zweifache Mutter ist vor eineinhalb Jahren wegen wiederholter Morddrohungen und Gewaltepisoden vor ihrem Ehemann geflohen. Jetzt lebt sie mit ihren Kindern in einer geschützten Einrichtung, doch die Angst vor ihrem Ehemann ist keineswegs verflogen. Angesichts der vielen Frauenmorde in Italien fragt sie sich immer wieder: „Bin ich die Nächste?“

Leider weiß ihr Mann nämlich durch einen verhängnisvollen Zufall, wo sich die geschützte Einrichtung befindet, in der seine ehemalige Partnerin jetzt lebt. Hinzu kommt, dass er bald wieder seine Kinder sehen darf und damit auch sie auf ihren Ex treffen wird.

Wie die Frau gegenüber der Tageszeitung Alto Adige erzählt, sei es immer wieder zu verbaler und schließlich auch physischer Gewalt gekommen. Das habe auch die ältere Tochter mitbekommen und es habe sich in ihrer Psyche niedergeschlagen. Erst mit dem Abstand vom Vater habe sie wieder begonnen, zu lächeln.

Sie wäre wohl noch bei ihrem Mann, in dieser unerträglichen Situation von Gewalt, Drohungen und Anfeindungen, hätten ihr Freunde nicht geholfen und sie bestärkt. Nach einem Telefonat, bei dem sie ihrem Partner bat, ob er ihr Hustensirup für die Tochter mitbringen könne, habe er sie mit dem Tod bedroht. Das sei der Tropfen gewesen, der das Fass schließlich zum Überlaufen gebracht habe.

Sie hat sich an eine Hilfsorganisation gewandt und ihren Mann bei den Carabinieri angezeigt. Während für sie und ihre Kinder das Leben damit eine völlig andere Richtung nahm – unter anderem mussten sie den Wohnort wechseln –, hadert die Frau damit, dass sich für ihren Ex praktisch nichts verändert habe. Sie habe den Eindruck, das Gesetz schütze mehr den Täter als das Opfer.

Derzeit sieht die Frau keine Zukunft. Am meisten fürchte sie sich vor dem Tag, an dem die Kinder ihren Vater wiedersehen werden. Das Treffen findet zwar in einem geschützten Bereich statt, dennoch plagen die 30-Jährige schon jetzt schlaflose Nächte.

Ihr Traum ist es, an einen Ort zu ziehen, wo sie ihr ehemaliger Partner nicht finden kann. Doch derzeit ist die Situation eine völlig andere. Obwohl sie in einer geschützten Struktur lebt, weiß der Mann genau, wo sie und ihre Kinder nun wohnen – durch einen blöden Zufall. Ein Krankenhausticket sei nämlich an ihre alte Adresse gegangen. Auf dem Papier stand aber auch ihr neuer Wohnort.

Heute soll vor Gericht das Verfahren gegen den Mann wegen häuslicher Gewalt starten. Er hat eine Vertagung beantragt.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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14 Kommentare auf "Flucht vor Ehemann: “Angst, dass er mich umbringt”"


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aristoteles
aristoteles
Universalgelehrter
19 Tage 51 Min

warum muss sie flüchten? wäre es nicht einfacher und richtiger, ihn einzusperren?

Spamblocker
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Tratscher
18 Tage 22 h

wölfe die niemand was antun ill man bekämpfen Kriminelle haben Narrenfreheit

m69
m69
Kinig
18 Tage 22 h

Aristoteles @

Das ist nicht so einfach!
Deshalb gibt es so viele Frauenmorde!

falschauer
falschauer
Universalgelehrter
18 Tage 23 h

traurig aber wahr und erschreckend, dass es anscheinend nicht möglich ist diese frau und ihre kinder vor ihrem gewaltätigen mann zu schützen, muss erst eine tragödie passieren bevor die exekutive reagiert??

sonoio
sonoio
Superredner
18 Tage 13 h

leider ja

Hausdetektiv
Hausdetektiv
Grünschnabel
19 Tage 55 Min

Warum gibt es für den (Noch) Ehemann keine Ordnungshaft?

Die beschriebenen Delikte sind alles Straftaten.

Staenkerer
19 Tage 34 Min

er hot a vertagung beantragt … jo, jo, jeder wunsch offn für de täter, hoffentlich geat der antrag nit durch!
orme frau, de ongst muaß die hölle sein, ober “bevor nix passiert, kennen mir nix tien” und nor wundert man sich über de vielen morder an partner oder expartner wenn gunterdrücker und gewaltbereite weiter per gesetz so gschützt wern, werd sich kaum eppas verbessern!!

Gaul
Gaul
Neuling
18 Tage 21 h

Fussfessel, Annäherungsverbot, nach erstem Fehlverhalten wegsperren.

m69
m69
Kinig
18 Tage 22 h

Dieser Fehler bzgl. Krankenhaus “Ticket”, sollte nicht wieder vorkommen, ich hoffe es tut sich was in dieser Richtung…

Staenkerer
18 Tage 14 h

do lig der fehler woll nit ban kronknhaus, do lig es woll eher ba der frau selber, de hot de adresse ungebn, vieleicht aus gewohnheit, vieleicht wor se schun gspeichert, ober wer ahnt schun das a so a fehler mit a tragödie ändert!

andr
andr
Superredner
18 Tage 19 h

wenn man schon die Frauen animiert anzuzeigen dann muss man sie auch beschützen

mithirnundherz
mithirnundherz
Tratscher
18 Tage 14 h

eben do missn viele selber schaugn…

Savonarola
18 Tage 21 h

Solche Elemente bekommen immer eine Frau ab zum schikanieren..

Schneewittchen
Schneewittchen
Tratscher
18 Tage 15 h

Wecksperren und die Frau do weiterleben lissen in Ihrem gewohntem Umfeld…denn wieso miasn Frauen sell aufgeben

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