Voraussetzungen für weitere Verhandlungen möglicherweise nicht mehr erfüllt

SASA: “Dialogbereitschaft ist da, aber…”

Mittwoch, 18. Februar 2026 | 07:24 Uhr

Von: mk

Bozen – Mit voller Unterstützung der Gesellschafter – Land Südtirol und der Gemeinden von Bozen, Meran und Leifers – bestehen für die SASA AG aktuell Schwierigkeiten, die Verhandlungen mit den Gewerkschaften weiter fortzusetzen. „Wir haben zahlreiche Anstrengungen unternommen, um einen verantwortungsvollen und lösungsorientierten Dialog aufrechtzuerhalten. Die Voraussetzungen für eine Fortsetzung der Verhandlungen sind aktuell möglicherweise nicht mehr gegeben“, erklären die Verantwortlichen der SASA in einer Aussendung.

In den vergangenen Monaten hat das Unternehmen mit allen Gewerkschaftsorganisationen in einem umfassenden Austausch zusammengearbeitet. In diesem Prozess haben die Unterzeichnergewerkschaften des Gewerkschaftsabkommens vom 27. November 2025 – Confederazione Italiana Sindacati Lavoratori (CISL), Unione Italiana del Lavoro (UIL), Autonome Südtiroler Gewerkschaftsbund (ASGB) und Federazione Autonoma Italiana Sindacale Autoferrotranvieri – CISAL (FAISA-CISAL) – aus Sicht der SASA konstruktiv und verantwortungsbewusst zur Ausarbeitung von Lösungen beigetragen, die auf Fairness, Stabilität und Klarheit für alle Beschäftigten ausgerichtet sind.

„Wir haben bis zuletzt Dialogbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein gezeigt. Die Voraussetzungen für eine Fortsetzung der Gespräche sind heute möglicherweise aber nicht mehr gegeben“, erklären Unternehmen und Gesellschafter gemeinsam.

In diesem Prozess hat SASA nach dem Abkommen vom 27. November dennoch die Bereitschaft signalisiert, einen Runden Tisch mit allen Gewerkschaften einzurichten, um mögliche Anpassungen zu prüfen, im Rahmen der verfügbaren Ressourcen.

Eine gegenteilige Position nahmen hingegen die Organisationen ein, die das Referendum sowie die jüngsten Streiks initiiert haben – Unione Sindacale di Base (USB), Organizzazione Sindacati Autonomi e di Base (ORSA), Confederazione Generale Italiana del Lavoro (CGIL) und Unione Generale del Lavoro (UGL). Sie fordern laut SASA, die Vereinbarung nicht auf alle Beschäftigten anzuwenden, und verfolgen eine Linie ständiger Konfrontation, geprägt von Streikmaßnahmen. Dies beeinträchtige die Chancen auf einen sachlichen Dialog, der auf gemeinsam getragene Lösungen abzielt.

„Ein permanenter Konflikt führt weder für die Beschäftigten noch für den Dienst zu konkreten Ergebnissen. Nur durch einen konstruktiven und verantwortungsvollen Dialog lassen sich ausgewogene und nachhaltige Lösungen erreichen“, betonen Unternehmen und Gesellschafter. In den vergangenen Jahren seien verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung der Entlohnung umgesetzt worden. So seien die durchschnittlichen Gehälter des Fahrpersonals seit 2022 um mehr als 20 Prozent gestiegen. Darüber hinaus habe die SASA verschiedene Initiativen zur Verbesserung der Dienstpläne gefördert, den kontinuierlichen Dialog mit der Belegschaft gesucht und in verschiedene Sicherheitsmaßnahmen investiert, um Fahrerinnen und Fahrern sowie Fahrgästen mehr Sicherheit im öffentlichen Verkehr zu gewährleisten.

„Trotz wiederholter Versuche, die Gespräche auf eine technische und realistische Grundlage zurückzuführen, überstiegen die von den streikführenden Organisationen vorgebrachten Forderungen deutlich die wirtschaftlichen Möglichkeiten des Unternehmens, die im Verlauf der Verhandlungen transparent dargelegt worden waren“, heißt es von SASA.

Vor dem Hintergrund dieses Szenarios und mit voller Unterstützung der Gesellschafter bekräftigt SASA fortwährend die Bereitschaft zu Verhandlungen unter der Bedingung, dass diese Bereitschaft von den Gewerkschaften erwidert wird – im Einklang mit der wirtschaftlich-finanziellen Tragfähigkeit der Vorschläge und in Übereinstimmung mit den Unternehmenszielen hinsichtlich Produktivität, Effizienz und Effektivität.

Bezirk: Bozen

Kommentare

Aktuell sind 1 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen