Mutmaßlicher Täter wird als „geselliger Kollege“ beschrieben

Frauenmord in Meran: Auch bei Arbeitskollegen herrscht Fassungslosigkeit

Mittwoch, 26. September 2018 | 08:14 Uhr

Meran/Dornbirn – Nach dem Mord an Alexandra Riffeser in Gratsch bei Meran leben die beiden kleinen Töchter vorerst bei den Großeltern. Fassungslosigkeit herrscht nach der Bluttat vom Montag unterdessen auch in Vorarlberg, wo Johannes Beutel geboren wurde. Der 38-jährige Ehemann hat in einer ersten Einvernahme den Mord an seiner Frau gestanden. „Er war ein überaus geselliger und humorvoller Kollege“, berichtet ein ehemaliger Arbeitskollege den „Vorarlberger Nachrichten“.

Der 37-jährige Bregenzer zeigt sich erschüttert. Beutel sei etwa eineinhalb Jahre in seiner Firma beschäftigt gewesen – direkt im Büro neben ihm. Er sei als überaus geselliger Kollege „von allen geschätzt“ worden. Er habe einen völlig normalen Eindruck gemacht „und hatte ständig einen witzigen Spruch auf den Lippen“, erklärt der Arbeitskollege.

In der Firma galt Beutel zudem als sehr spendabel. Mehrere Male habe der heute 38-Jährige seine Kollegen in seine Gartenlaube in Dornbirn oder in eine Hütte auf dem Berg eingeladen. Hin und wieder sei auch seine Frau mit ihren beiden Töchtern aus Südtirol zu Besuch gekommen. „Es schien eine perfekte Familie zu sein, da war nichts von einem Kriseln in der Ehe zu spüren. Alle waren total lieb. Und er hat sich auch nie negativ über seine Frau geäußert“, erklärte der Bregenzer den „Vorarlberger Nachrichten“.

Töchter bleiben vorerst bei den Großeltern

Nach dem Mord an Alexandra Riffeser in Gratsch bei Meran leben die beiden kleinen Töchter vorerst bei den Großeltern.

Die beiden Mädchen im Alter von neun und sechs Jahren waren auch am Montag nach der Schule bei den Großeltern, als Johannes Beutel seine Frau erstochen hat. Sollte der 38-Jährige verurteilt werden, wird er das Sorgerecht für die Kinder verlieren.

Wer für die beiden Mädchen dann sorgen und für sie die Verantwortung tragen soll, darüber werden Sozialdienste und ein Jugendgericht entscheiden.

Weitere Hintergründe zur Bluttat lest ihr in der aktuellen Ausgabe des Tagblatts Dolomiten!

Von: mk

Bezirk: Burggrafenamt

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7 Kommentare auf "Frauenmord in Meran: Auch bei Arbeitskollegen herrscht Fassungslosigkeit"


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Storch24
Storch24
Tratscher
25 Tage 10 h

Sozialdienste und Jugendgericht entscheiden wo Kinder bleiben. So was von idiotisch, die Kinder selbst sollen entscheiden dürfen, wo sie am liebsten bleiben möchten, das um am besten von der Situation rauszufinden

Methusalem
Methusalem
Neuling
25 Tage 7 h

Die Entscheidung vom Jugendgericht erfolgt immer im Einvernehmen mit den Angehörigen – wenn die Angehörigen bereit sind und die Voraussetzungen gegeben sind bleiben die Kinder im Normalfall in der Familie. Mal abgesehen vom rechtlichen Aspekt könnten Kinder in diesem Alter so etwas niemals selber „überreißen“. Da muss man froh sein wenn sie mit dem Verlust der Mama durch den Vater überhaupt irgendwie fertig werden.

Dagobert
Dagobert
Universalgelehrter
25 Tage 9 h

Dieser Fall macht einfach nur traurig, mir tun alle Beteiligten einfach nur leid. 😥😪

denkbar
denkbar
Kinig
25 Tage 9 h

Es ist eine so unfassbare Tragödie, die irritiert und fassungslos macht.
Der Gerichtspsychiater Reinhard Haller hat in seinem Buch “Das ganz normale Böse” geschrieben “Jeder kann zum Mörder werden”. Dieser Fall scheint das zu bestätigen.

iv
iv
Tratscher
25 Tage 9 h

wieso werd do eigentlich no a Autopsie gmocht? Bis auf die Anzahl der Messerstiche isch olls bekonnt

denkbar
denkbar
Kinig
25 Tage 6 h

@iv . Um den Tathergang genau zu rekonstruieren. Theoretisch könnte der Täter sein Geständnis zurück ziehen oder Ungereimtheiten im Geständnis aufkommen, die dann Einfluss auf das Urteil haben. Deshalb sichert man sich ab.

ischwollwohr
ischwollwohr
Grünschnabel
25 Tage 6 h

Traurig

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