Protestaktion gegen Langsamkeit der Justiz

Gewalt gegen Frauen: Er ist in Freiheit, sie lebt in Angst

Dienstag, 13. Oktober 2020 | 09:38 Uhr

Bozen – Vor dem Bozner Landesgericht protestierte am Montag eine Gruppe von Frauen der “GEA” (Kontaktstelle gegen Gewalt), um ihre Solidarität mit dem Opfer eines Gewaltverbrechens zum Ausdruck zu bringen. Im März 2019 wurde eine dreifache Mutter von ihrem ehemaligen Lebensgefährten auf offener Straße niedergestochen. Er hatte sie ausfindig gemacht, obwohl sie in einer geschützten Einrichtung untergebracht war. Als sie die Kinder zur Schule brachte, wartete der Mann auf einer Kreuzung und stach sechs Mal zu. Das Leben der Mutter hing an einem seidenen Faden, doch sie erholte sich glücklicherweise wieder.

Der Täter kam im Anschluss zwar für sechs Monate ins Gefängnis, wurde dann aber bis zur Urteilsverkündung entlassen. Weil die Frau nun in Angst leben muss, hat die “GEA” laut Tageszeitung Alto Adige die Protestaktion gestartet. Für die Vereinigung ist die Mutter ein doppeltes Opfer: zunächst von der Gewaltattacke des Ex und nun von der Schwerfälligkeit der Justiz. Die Kinder und die Mutter könnten sich erst sicher fühlen, wenn der Mann im Gefängnis sitzt.

Für die Mitarbeiter der “Kontaktstelle gegen Gewalt” steht dieser Fall exemplarisch für viele andere Fälle von Gewalt gegen Frauen. Aufgrund der langsamen Mühlen der Justiz fühlen sich die Opfer oftmals alleine gelassen.

Nicola Nettis, der Anwalt des Mannes, kann die Ängste des Opfers nachvollziehen. Die Aufhebung der U-Haft sei aber mit Auflagen verbunden und dem Mann wird dadurch auch gestattet, einer Arbeit nachzugehen und so Geld für den Schadenersatz und den Unterhalt der Kinder zu erwirtschaften.

Auf der Gegenseite hofft man, dass die Verhandlung am 10. Dezember zu einem Urteil führt. Dem Mann wird versuchter Mord unter Vorsatz und in Anwesenheit von Minderjährigen vorgeworfen.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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13 Kommentare auf "Gewalt gegen Frauen: Er ist in Freiheit, sie lebt in Angst"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
primetime
primetime
Superredner
9 Tage 13 h

Die Justiz ist generell langsam und der Vergleich zwischen Straftaten ist of absurd was am Ende als Strafmaß herauskommt.
Eher ist es mir ein Dorn im Auge immer nur Frauen Frauen Frauen. Es gibt auch männliche Opfer. Aber gut…

der echte Aaron
der echte Aaron
Superredner
9 Tage 12 h

@primetime
Finde es auch nicht richtig, das man so tut als betreffe es nur Frauen. Die Justiz ist bei ALLEN sehr langsam und man kann bei vielen Urteile nicht nachvollziehen, wieso sie so milde ausfallen. Aber dafür bei Kleinigkeiten horrente Strafen sind, siehe Wildpinkeln, Straßenverkehr und und…..

Hero
Hero
Neuling
9 Tage 11 h

Hat euch irgendjemand verboten, eine Protestaktion zu veranstalten, wenn es um einen Fall geht, der einen Mann betrifft. Ihr könnt euch bei jedem x-beliebigen Fall, bei dem einem Mann Unrecht widerfährt, vors Gericht stellen. Verbietet euch niemand.

Morgaine
Morgaine
Grünschnabel
9 Tage 11 h

Der Grund , dass du mehr von Frauenschicksalen liest, ist der, dass die deutlich größere Anzahl eben Gewalttaten gegenüber Frauen sind. Das heißt nicht, dass Männer keinen Gewaltszenarien ausgesetzt sind. Nur halt in dem Ausmaß, wie darüber berichtet wird. Keine Angst, das wird nicht totgeschwiegen!

elvira
elvira
Universalgelehrter
9 Tage 8 h

jo donn, aufstian mander und enk gegenseitig unterstützen und sette aktionen ins lebn riafn. verbiatet jo niamend ober in orsch miasts holt aufkriagn

der echte Aaron
der echte Aaron
Superredner
9 Tage 5 h

@elvira + Hero
Wieso kann man nicht eine Aktion für alle starten??……..oder ist das dann keine Gleichberechtigung mehr? Sonst heißt es ja immer: ,,vor dem Gesetz sind alle gleich”!?! Was ich persönlich stark bezweifle. Aber das hat nix mit dem Geschlecht zu tun, sondern eher mit dem Geldbeutel!

Krissy
Krissy
Superredner
9 Tage 12 h

Schafft endlich mal Gesetze, dass Frauen oder besser Opfer sich wehren dürfen bzw. Menschen, die Zivilchorage zeigen, nicht riskieren am Ende als grössere Verbrecher dazustehen, als der/die Täterin selbst.

Sterne
Sterne
Tratscher
9 Tage 13 h

Kons oanfoch net vostien dase den frei lossn‼

traurig
traurig
Tratscher
9 Tage 12 h

Isch nix nuis. Wenns net so traurig war miesset man drübr lochn. Des isch Italien. Leider🤷‍♀️

inni
inni
Tratscher
9 Tage 9 h

an traurig:
Des isch in Deitschlond net onders – siehe Abou Chaker-Clan, de der Justiz afn Kopf scheiß… und immer wieder frei kommen!

PuggaNagga
9 Tage 9 h

Des isch wol normal. Der Täter werd als Opfer ungsegn.
Wos kriagsch heint schun fir Vergewaltigung? Wenns fir Täter letz laft 3-5 Johre, im beschtn Foll Bewährung oder a Jahrl! Und die Frau hot is gonze leben zu leiden!
Dai Dai, sel konns net sein…

marher
marher
Universalgelehrter
9 Tage 11 h

Ich bedaure sehr welchen Schmerz Frauen aber auch Männer miterleben müssen. Jede Gewalttat ist zuviel. Aber was soll die Justiz auch schon recht machen, sie lebenslänglich wegsperren. Es müsste doch technisch möglich sein eine App zu entwickeln wo erkannt wird ob sich der Mann/Frau auf Anordnung nicht den bedrohten Opfern annähert u.s.w.

MarkusKoell
MarkusKoell
Tratscher
9 Tage 7 h

Und Gewalt gegen Männer da spricht niemand 😁

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