Von: mk
Neapel – Im Fall des Jungen aus Neapel, dem ein beschädigtes Herz im Rahmen einer Organtransplantation eingepflanzt wurde, gibt es eine neue Entwicklung: Ein potenzielles Spenderherz ist verfügbar. Patrizia Mercolino, die Mutter des schwerstkranken Kindes, wurde von der Klinikleitung des Monaldi-Krankenhauses in Neapel einbestellt, schreibt die Nachrichtenagentur Ansa.
Wie der Anwalt der Familie, Francesco Petruzzi, im Rahmen der Fernsehsendung “E’ sempre Cartabianca” auf Retequattro erklärte, werde festgestellt, ob die die Blutgruppe des Spenderorgans kompatibel ist.
Der erste Transplantationsversuch scheiterte bekanntlich, weil das Spenderorgan schwer beschädigt in der Klinik ankam. Wie die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft von Neapel ergaben, soll das erste Herz in einer veralteten Kühlbox transportiert worden sein, obwohl das Krankenhaus Monaldi durchaus über modernere Behälter verfügt, die in der Lage sind, die Innentemperatur zu regulieren. Offenbar war das eingesetzte Personal nicht ausreichend im Umgang mit den neuen Geräten geschult.
Die Leistung des veralteten Behälters entspricht laut Ansa in etwa dem Niveau einer Kühlbox für kalte Getränke. Laut Staatsanwaltschaft ist so ein Transport laut der vorgegebenen Richtlinien allerdings nicht zulässig. Außerdem soll Trockeneis zum Einsatz gekommen sein. Derzeit wird gegen sechs Personen wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt.
Der Fall bewegt derzeit ganz Italien. Sogar Premierministerin Giorgia Meloni nahm persönlich Kontakt zur Mutter auf, um ihre Solidarität auszudrücken und zuzusichern, dass alles Menschenmögliche getan werde. Gesundheitsminister Orazio Schillaci entsandte zudem Inspektoren nach Neapel, um den Fall lückenlos aufzuklären.
Experten des Krankenhauses Bambin Gesù in Rom wiesen unterdessen auf schwerwiegende Komplikationen hin, die während des zweimonatigen Komas nach dem ersten Eingriff aufgetreten sind. Neben einer Hirnblutung wurde ein Versagen mehrerer Organe wie Lunge, Nieren und Leber im Anfangsstadium festgestellt. Eine unkontrollierte Infektion macht außerdem eine lebensnotwendige Immunsuppression nach einer neuen Operation extrem riskant.
Die Mutter des Kindes, die die Befürchtungen der Ärzte zur Kenntnis genommen, gibt ihre Hoffnung trotzdem nicht auf und hofft auf eine weitere fachliche Meinung. Ein nationales Gremium aus Spezialisten aus Rom, Padua, Bergamo und Turin wird nun gemeinsam mit den Ärzten vor Ort entscheiden, ob ein zweiter Transplantationsversuch medizinisch überhaupt noch vertretbar ist. Der Zustand des Kindes wird unterdessen als „stabil, aber weiterhin sehr kritisch“ eingestuft.




Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen