Finanzpolizei zieht Bilanz der Wintersaison

Hunderte Einsätze und verstärkte Kontrollen auf den Pisten

Freitag, 17. April 2026 | 10:54 Uhr

Von: luk

Bozen – Mit dem Ende der Wintersaison zieht die Finanzpolizei in Bozen eine umfangreiche Bilanz ihrer Tätigkeiten in den Skigebieten Südtirols. Die fünf Stationen des alpinen Rettungsdienstes waren in den vergangenen Monaten stark gefordert – sowohl bei Rettungseinsätzen als auch bei Kontrollen und Präventionsmaßnahmen.

Insgesamt führten die Einsatzkräfte über 900 Einsätze durch, darunter rund 300 Rettungseinsätze. Die Beamten auf Skier waren in den meistfrequentierten Skigebieten präsent und überwachten die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften – sowohl durch Betreiber von Liftanlagen als auch durch Wintersportler. Ziel war es, gefährliches Verhalten frühzeitig zu unterbinden und die Sicherheit auf den Pisten zu gewährleisten.

Dabei wurden Verwaltungsstrafen in Höhe von über 20.000 Euro verhängt. Häufige Verstöße betrafen unter anderem das Nichttragen eines Helms – der seit dieser Saison auch für Erwachsene verpflichtend ist –, das Fehlen der vorgeschriebenen Haftpflichtversicherung, das unerlaubte Betreten von Pisten sowie das Missachten von Beschilderungen. Auch ausländische Skilehrer ohne entsprechende Genehmigung der Autonomen Provinz Bozen wurden mehrfach beanstandet.

Die Einsätze beschränkten sich nicht nur auf Skipisten: Auch im Hochgebirge waren die Rettungskräfte im Einsatz, vielfach unterstützt durch die Luftrettungseinheit der Finanzpolizei. Insgesamt 14 Mal wurden die Einsatzkräfte zu Lawinenunfällen alarmiert.

Zu den aufwendigsten Einsätzen zählte eine Rettungsaktion Anfang November an der Nordflanke der Vertainspitze auf über 3.400 Metern Höhe. Gemeinsam mit zivilen Bergrettern suchten die Einsatzkräfte zwei Tage lang nach fünf Alpinisten, die von einer Lawine verschüttet worden waren – für sie kam jedoch jede Hilfe zu spät.

Besonders eindrücklich war auch die nächtliche Rettung eines Kindes, das in einer Felswand festsaß und unter Schock stand. Mithilfe eines Hubschraubers und einer Seilwinde konnte das Kind in einer komplexen Aktion geborgen werden.

Neben Einsätzen und Kontrollen setzte die Finanzpolizei verstärkt auf Prävention. Im Rahmen der Kampagne „Sicuro mi diverto“ der Autonomen Provinz Bozen wurden vor allem junge Wintersportler für Sicherheitsfragen sensibilisiert – unter anderem durch praktische Vorführungen und Simulationen.

Mit Blick auf die kommende Sommersaison rechnen die Einsatzkräfte erneut mit einem Anstieg der Besucherzahlen in den Bergen.

Bezirk: Bozen

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