Südtiroler haben hohe Lebenserwartung

In den Notaufnahmen werden täglich 730 Menschen behandelt

Mittwoch, 05. Juli 2017 | 15:20 Uhr

Bozen – Wie geht es den Südtirolern gesundheitlich und wie steht das Gesundheitssystem im internationalen Vergleich da? Gesundheitslandesrätin Martha Stocker und die Direktorin der Beobachtungsstelle Carla Melani stellten heute (5. Juli) die aktuellen Zahlen zur Gesundheit in Südtirol vor, erstmals auch im Vergleich zu anderen Ländern der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OSZE.

“Es ist wichtig, die Entwicklung der Gesundheit in Südtirol stetig und wachsam zu beobachten und dabei auch länderübergreifende Entwicklungen nicht aus den Augen zu verlieren”, führte die Gesundheitslandesrätin in die Thematik ein. “Der Vergleich mit anderen Ländern ermöglicht neue Perspektiven, auch weil gewisse Schwierigkeiten im Bereich der Gesundheit eben nicht nur bei uns bestehen. Nur, wenn klar ist, was bereits gut läuft und wo es noch Schwachpunkte gibt, können die richtigen Akzente für die Zukunft gesetzt werden”, betonte Landesrätin Stocker.

Gesundheitsbericht kurz und bündig

Der Landesgesundheitsbericht enthält Daten zum Gesundheitszustand der Bevölkerung, bietet aber auch eine Gesamtschau der Leistungen des Südtiroler Gesundheitssystems sowie aktuelle Informationen zu den gesetzlichen Vorgaben und Rahmenbedingungen. Der Jahresbericht 2016 ermöglicht also einen ersten Überblick über die Gesundheit in Südtirol, und dieser zeigt unter anderem: Die Südtiroler erfreuen sich einer hohen Lebenserwartung (86,1 Jahre für Frauen, 81,3 Jahre für Männer), bedingt auch durch einen vergleichsweise gesunden Lebensstil was das Rauchen und die Fettleibigkeit betrifft.

Der Bericht gibt aber auch Einblcik in die Leistungen der Gesundheitsdienste: In den Notaufnahmen werden durchschnittlich 730 Zugänge pro Tag (266.000 pro Jahr) verzeichnet, täglich werden 2853 fachärztliche Leistungen erbracht, 8200 Medikamente verschrieben und 230 Patienten nach ihrem Krankenhausaufenhalt entlassen.

Folgen des demographischen Wandels

Chronische Krankheiten wie Diabetes, Kardiopathien und chronische Atemwegserkrankungen zählen fast überall auf der Welt zu den häufigsten Todesursachen. Auch in Südtirol sind 29 von 100 Personen davon betroffen, das ist mehr als jeder Vierte. Diese Erkrankungen treten zumeist im fortgeschrittenen Alter auf und nehmen daher im Zuge des demographischen Wandels weiter zu. “Es zeichnet sich ab, dass unsere Gesellschaft zunehmend älter wird. Eine Zunahme an chronischen Erkrankungen ist somit zu erwarten und darauf sollten wir uns, auch unter Berücksichtigung auf die zu erwartenden Mehrkosten, einstellen”, sagte Landesrätin Stocker. Betrachtet man nur die Bevölkerung über 65 Jahren, so leiden 77 von 100 Personen an mindestens einer chronischen Krankheit, wobei Frauen stärker gefährdet sind als Männer. Die Hospitalisierung für chronische Erkrankungen ist in Südtirol höher als in anderen Regionen Italiens, im Vergleich zu anderen OSZE-Ländern ist sie jedoch niedriger. Dies liegt auch an der Stärkung wohnortnaher Versorgungsangebote.

Beobachtungsstelle für Gesundheit neu

Neben der Vorstellung der aktuellen Gesundheitszahlen wurden auch weitere Neuerungen vorgestellt. Im Zuge der Neuorganisation der Landesabteilung Gesundheit wurde etwa die Epidemiologische Beobachtungsstelle zur “Beobachtungsstelle für Gesundheit”. Diese Stelle wird künftig den Gesundheitszustand der Bevölkerung beobachten und die Implementierung der Vorgaben des Landesgesundheitsplans 2016-2020 sowie die auf nationaler Ebene festgesetzten wesentlichen Betreuungsstandards monitorieren. Zudem erhält die Beobachtungsstelle über ihre aktualisierte Webseite ein neues Gesicht. Dort ist auch der im Rahmen der heutigen Pressekonferenz vorgestellte Landesgesundheitsbericht 2016 einsehbar (www.provinz.bz.it/gesundheit- leben/gesundheitsbeobachtung/) .

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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14 Kommentare auf "In den Notaufnahmen werden täglich 730 Menschen behandelt"


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erika.o
erika.o
Tratscher
17 Tage 8 h
Haben wir immer noch nicht genug Ämter Frau Stocker ? was gut läuft und was schlecht, würde man besser die betroffene Bevölkerung fragen. Anstatt in andere Länder zu schauen, denk ich sollte man besser die Augen auf die steuerzahlenden Südtiroler richtigen und ihm, dem Volk, die entsprechenden Leistung bieten. Das ganze Jahr über zahlen wir Steuern ein und hat einer ein gesundheitliches Problem, wird er indirekt gezwungen einen Privatarzt aufzusuchen. Und was die Vorgaben der gesetzlichen Bestimmungen angeht, frag ich mich wozu sie da sind, wenn, wie man sieht, (Doppelsprachigkeit usw ) umgangen und ignoriert werden. Besser dran wäre man,… Weiterlesen »
Mistermah
Mistermah
Superredner
17 Tage 8 h

270000 jährlich!!! Was hilft eine hohe Lebenserwartung, wenn man dann permanent krank ist und täglich in der ersten Hilfe sitzt?

klara
klara
Grünschnabel
17 Tage 6 h

In Gebieten mit einer hohen Bettendichte sind es nicht die Einheimischen, die täglich die Erste Hilfe belagern.

Mistermah
Mistermah
Superredner
17 Tage 5 h

Da wirst du recht haben. Aber i sage das mindestens 150000 einheimische sind. Bedeutet jeder 4 Südtiroler besucht einmal im Jahr die EH!

einstein
einstein
Tratscher
17 Tage 5 h

Wie wärs mit einer Beobachtungsstelle für ineffiziente Landesräte ?

TanteEmma
TanteEmma
Neuling
17 Tage 3 h

Jeder Mensch hat ein Recht auf Gesundheit! Eine 2 Klassen Medizin führt auf jedenfall zu einer Diskriminierung! Schade dass es soweit kommen muss!

brunner
brunner
Tratscher
17 Tage 3 h

Rennen auch wegen jedem Wehwehchen und aus Bequemlichkeit in die Notaufnahme….und dann noch gross aufschreien wenn sie lange warten müssen….lächerlich! Die die wirklich etwas haben sollen behandelt werden, der grosse Rest kann warten…

peterle
peterle
Tratscher
17 Tage 3 h

Wenn man die täglichen Neuzugänge in der Ersten Hilfe mit der Verschreibung von Medikamenten gegüberstellt sieht man dass die Pharmalobby gut abschneidet.
Auch die Hospitalisierung mit der Wohnungsnähe in Verbindung zu setzen zeigt m.M nach dass Wahlen und die Werbung Dessen im Anmarsch sind.

real1st
real1st
Grünschnabel
17 Tage 6 h

😂alles top in den Krankenhäusern

bedenklich
bedenklich
Grünschnabel
17 Tage 1 h

Martha spar dir deinen senf und schäm dich! min. 70% sind nicht südtiroler und der rest ist eh ticketbefreut! hast du nicht dchon genug schaden angerichtet??

DorfLaeff
DorfLaeff
Neuling
16 Tage 20 h

Geah, geah, so a Verorschung. Wahnsinn…

andr
andr
Tratscher
16 Tage 17 h

mir hat man, nachdem ich 50 jahre eingezahlt hatte und noch nie in der ersten hilfe war, empfohlen privat die untersuchung zu machen dann wartet man nicht so lange das heißt dann praktisch wenn man schmerzen hat “weichklopfen” danke funktionierende Sanität

schleifer
schleifer
Grünschnabel
16 Tage 15 h

Wos soll des? So ein Schmarrn. Musste heite mit meiner im 8 Monat Schwangeren Frau 2Stunden auf die Untersuchung warten. Obwohl ein Termin ausgemacht war. So eine Schweinerei!!! Nie mehr SVP!!!

giftzwerg
giftzwerg
Superredner
16 Tage 14 h

die stocker moant mit mehr büros weard die gesundheit besser.

lei mit verwoltung ,wearsch onfoch net gsund ,des versteht die marta  net.
do konn se no se ganau olls auschreibn. wenn bei der verwoltung mehr geld als für die pflege ausgegeben wearsch ,konns nimma kloppn

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