Von: apa
Im obersteirischen Pusterwald sind am Sonntagnachmittag die Arbeiten der Bergrettung und der Alpinpolizei zur Bergung der bei einem Lawinenunglück am späten Samstagnachmittag ums Leben gekommenen drei tschechischen Tourengeher abgeschlossen worden. Das Unglück geschah bei der Abfahrt der siebenköpfigen Gruppe im Bereich des 2.202 Meter hohen Schönfeldspitz, wie die Bergrettung auf APA-Anfrage mitteilte. Am Samstag hatte für den Einsatz zu schlechtes Wetter geherrscht.
Die sieben tschechischen Skitourengeher waren einige Kilometer westlich von Pusterwald im Bereich des Schönfeldspitz unterwegs gewesen, als die Lawine abging. Drei wurden erfasst und vollständig verschüttet. Die Einsatzkräfte konnten zwar die Verschütteten lokalisieren, doch nur teilweise ausgraben. Trotz umgehend eingeleiteter Rettungsmaßnahmen konnte nur mehr der Tod der drei Verunglückten festgestellt werden. Die vier anderen Personen, die nicht von der Lawine erfasst worden waren, wurden aus dem alpinen Gelände gebracht und notfallmedizinisch erstversorgt.
Tourengruppe war gut ausgerüstet
Am frühen Nachmittag waren die drei Verunglückten geborgen und mit zwei Polizeihubschraubern aus Graz und Wiener Neustadt ins Tal geflogen worden. Zuvor hatten die Helikopter im Pendelbetrieb 20 Bergretter und sieben Alpinpolizisten samt Material so weit wie möglich zur steil gelegenen Unglücksstelle geflogen. Am Berg wehte böiger Wind, die Einsatzkräfte mussten den restlichen Weg über 500 Höhenmeter mit Tourenskiern zurücklegen. Dort herrschte keine unmittelbare Lawinengefahr, wie ein Bergrettungssprecher der APA sagte. Der Flug der Hubschrauber sei aber angesichts der Witterungsverhältnisse eine herausfordernde Leistung gewesen. Die alpinpolizeilichen Erhebungen zum Hergang des Unglücks liefen am Sonntagnachmittag noch, es wurden die Überlebenden der Gruppe befragt.
Der Einsatzleiter von der Alpinen Einsatzgruppe der Polizei Murtal, Abteilungsinspektor Wolfgang Murer, sagte zur APA, bei den Verunglückten handle es sich um zwei Männer und eine Frau im Alter zwischen 35 und 50 Jahren. Sie waren gut mit Sonden, Lawinenschaufeln und Ortungsgeräten ausgestattet und hatten alle Helme getragen. Gefunden wurden sie in etwa einem Meter Schneetiefe, sie lagen in gewisser Distanz zueinander. Die Gruppe sei unterschiedlich zusammengesetzt gewesen, aus mehreren Regionen Tschechiens, manche hätten sich gekannt.
Die Abrissstelle der Lawine sei kurz unter dem Gipfel des Schönfeldspitz gewesen. Die Verunglückten – sie wurden von den Einsatzkräften einige hundert Höhenmeter tiefer gebracht und dort von den Helis aus mit einem Tau geborgen – würden nun vom Distriktsarzt untersucht, dann werde man eine Meldung an die Staatsanwaltschaft Leoben machen.
Mehrere Dutzend Einsatzkräfte an zwei Tagen gefordert
Die Bergung war am Samstag nicht mehr möglich gewesen, denn es herrschte Wind und Nebel, zudem war es bereits dunkel. In den Niederen Tauern galt Lawinenwarnstufe zwei auf der fünfteiligen Skala, allerdings gab es verbreitet Lagen mit instabilen Schneeschichten. Die Alpine Einsatzgruppe Murtal war um 16.24 Uhr zu dem Lawinenabgang im Gemeindegebiet von Pusterwald alarmiert worden. Da begann es aufgrund der Witterung bereits dunkel zu werden.
Am Samstagabend waren rund 150 Einsatzkräfte der Bergrettung aus dem Bezirk Murtal und Liezen und mehrere Einsatzteams der Lawinen- und Suchhundestaffel der Bergrettung Steiermark im Einsatz gestanden. Dazu kamen die Alpine Einsatzgruppe Murtal der Polizei und weitere Polizeikräfte, drei Notarzthubschrauber der ÖAMTC-Flugrettung, Freiwillige Feuerwehren aus dem Bezirk Murtal und Liezen sowie das Kriseninterventionsteam.




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