Betroffen sind auch Arzneien für Kinder

Medikamentenengpässe auch in Südtirol

Montag, 16. Januar 2023 | 09:32 Uhr

Bozen – Wegen der Lieferengpässe werden auch in Südtirol bestimmte Medikamente knapp. Landeshauptmann und Gesundheitslandesrat Arno Kompatscher rät der Bevölkerung, auf Generika auszuweichen.

Unter einem Generikum versteht man  ein Arzneimittel, das wirkstoffmäßig mit einem bereits früher zugelassenen Arzneimittel übereinstimmt. Von dem Originalpräparat kann sich das Generikum bezüglich enthaltener Hilfsstoffe und Herstellungstechnologie unterscheiden. Meist ist ein Generikum auch kostengünstiger.

Maximin Liebl, der Präsident der Südtiroler Apothekerkammer, erlebt die Situation als schwankend, berichtet die italienische Tageszeitung Alto Adige. Probleme gibt es am meisten bei fiebersenkenden Mitteln, bei Antibiotika und bei Antidepressiva.

Bis vor Kurzem sei etwa das Arzneimittel Tachipirina rar gewesen, das auf Basis des Wirkstoffes Paracetamol gegen grippale Infekte wirksam ist. „Nun ist es wieder in den Regalen. Bis Ende Jänner wird eine umfangreiche Lieferung von Ibuprofen erwartet – vor allem Dosen von 600 bis 800 Milligramm, weshalb es keine Probleme mehr geben sollte“, betont Liebl.

Schwieriger wird es derzeit bei Nurofen und bei Antibiotika für Kinder als Sirup. Vor allem bei Letzterem habe sich die Situation verschlechtert.

Liebl versichert allerdings, dass ein Generikum stets verfügbar ist. Er rät den Bürgern, den Apothekerinnen und Apotheken zu vertrauen und nicht auf einer bestimmten Medikamentenmarke zu bestehen.

Das Team K hat erst kürzlich die Landesregierung auf das Problem der Medikamentenknappheit in Südtirols Apotheken aufmerksam gemacht. Dazu zählen auch lebensrettende Mittel. Bereits am 9. Jänner hat der Landtagsabgeordnete und Arzt Franz Ploner eine entsprechende Anfrage eingereicht. Ploner warnte dabei vor dramatischen Folgen.

Kompatscher verweist auf ähnliche Situationen in ganz Europa. In Südtirol sei es unter anderem derzeit auch schwierig, Nadeln für Spritzen einer bestimmten Größe aufzutreiben. In anderen Fällen könnten sich Bürger mit Generika helfen.

Für die Medikamentenengpässe in Europa werden der hohe Bedarf seit Ausbruch der Corona-Pandemie, eine mangelnde Diversifizierung der Produktionsstätten und starke Konzentrationsprozesse verantwortlich gemacht.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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9 Kommentare auf "Medikamentenengpässe auch in Südtirol"


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Mico
Mico
Universalgelehrter
18 Tage 23 h

gonz logisch… wenn die leute durch medien narrisch gmocht werden…. hamsterkäufe wie beim Toilettenpapier in der pandemie……

Neumi
Neumi
Kinig
18 Tage 20 h

Nein, ers betrifft auch Medikamente für chronisch Kranke.
Eines meiner Medikamente konnte letztens nicht wie üblich über das Land bezogen werden, musste von wo anders her geliefert werden.

Und Grippemedikamente zu Grippezeiten … bist du davon überrascht?

Die Lieferketten haben aktuell tatsächlich Probleme, nicht alle davon lassen sich auf die Kunden schieben.

L.G
L.G
Grünschnabel
18 Tage 14 h

Und Nudeln wurden Tonnenweise verkauft. hahahaha

Calimero
Calimero
Universalgelehrter
18 Tage 22 h

Antidepressiva sind wohl sehr gefragt im Heiligen Land Tirol.

krokodilstraene
krokodilstraene
Tratscher
18 Tage 21 h

Auslagerung aller Produktion nach China, Indien usw…. das ist jetzt das Ergebnis!!

OH
OH
Superredner
18 Tage 20 h

Und das im Jahr 2023 !!!
Man kommt sich vor wie Jahrzehnte zurückversetzt !!!!

L.G
L.G
Grünschnabel
18 Tage 14 h

Das komme ich mir seit 2020 vor.

So ist das
18 Tage 20 h

… hat erst kürzlich die Landesregierung auf das Problem der Medikamentenknappheit in Südtirols Apotheken aufmerksam gemacht …

Die LR ist mit den Wahlen voll ausgelastet 🤔🫢

Wunder
Wunder
Superredner
18 Tage 14 h

Heute war es nicht möglich Onlinerezepte einzulösen…

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