Anwalt sieht Hauptverantwortung beim Team aus Neapel

Misslungene Herztransplantation: Auch Dosierung eines Medikaments im Fokus

Sonntag, 08. März 2026 | 10:45 Uhr

Von: mk

Bozen/Neapel – Im Fall des verstorbenen Zweijährigen, der nach einer misslungenen Herztransplantation im Krankenhaus Monaldi in Neapel verstorben ist, gibt es Hinweise darauf, dass das Spenderherz bereits durch die falsche Dosierung eines Medikaments einer Anästhesistin in Bozen Schaden genommen haben könnte. Dies geht aus dem Bericht der Inspektoren des Gesundheitsministeriums hervor, schreibt die Nachrichtenagentur Ansa, die sich auf einen entsprechenden Bericht der Zeitung La Repubblica beruft.

Das Medikament soll bereits verabreicht worden sein, bevor das Spenderherz Kälteverbrennungen durch die Verwendung von Trockeneis beim Transport von Südtirol nach Neapel erlitt. Wie der Anwalt der Familie des kleinen Domenico, Francesco Petruzzi, erklärt, werde sich dies durch die Gewebeuntersuchung im Rahmen der Autopsie klären.

Dennoch sieht er die Verantwortung hauptsächlich beim Team aus dem Krankenhaus Monaldi. „Ersten Ermittlungen zufolge war das Team aus Neapel ohne einen Kardiotechniker angereist“, so der Anwalt. Die zuständige Chirurgin habe darum gebeten, dass die Infusion der Konservierungsflüssigkeit von einer anderen Person durchgeführt wird – allerdings unter ihrer Aufsicht.

Wie Petruzzi erklärt, sei die Infusion jedoch nicht zu Ende geführt worden, weil ein Chirurg aus Innsbruck auf eine Schwellung von Leber und Herz aufmerksam gemacht habe. Derselbe Chirurg sei schließlich eingeschritten, um die Situation zu bereinigen, erklärte der Anwalt.

Bezirk: Bozen

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