Verteidigerin Beatrice Zavarro hatte die Exhumierung beantragt

Mögliches Opfer von Dominique Pelicot exhumiert

Donnerstag, 16. April 2026 | 18:21 Uhr

Von: APA/AFP

Im Fall des verurteilten Serienvergewaltigers Dominique Pelicot ist eine möglicherweise von ihm getötete Frau exhumiert worden. Die Staatsanwaltschaft in Nanterre bestätigte am Donnerstag die Exhumierung einer jungen Immobilienmaklerin, die 1991 beim Besuch einer Wohnung vergewaltigt und getötet worden war. Pelicots Anwältin Béatrice Zavarro hatte die Exhumierung beantragt. Mit einem Ergebnis der Untersuchungen wird erst in einigen Wochen gerechnet.

Dominique Pelicot hatte die Verantwortung für die Tat bestritten. Er hatte allerdings ein Teilgeständnis in einem ähnlichen Fall abgelegt, in dem es um eine versuchte Vergewaltigung einer anderen Immobilienmaklerin im Jahr 1999 ging. Nachdem er durch einen DNA-Test überführt worden war, hatte Pelicot eingeräumt, dass er die junge Frau entkleidet habe, aber dass er sie nicht habe vergewaltigen wollen. Die Umstände der Taten waren nach Angaben der Ermittler ähnlich: Beide Frauen wurden gefesselt, in beiden Fällen wurde Äther als Betäubungsmittel eingesetzt.

Pelicot war im Dezember 2024 in einem Aufsehen erregenden Prozess in Avignon zur Höchststrafe von 20 Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte gestanden, seine frühere Frau Gisèle fast zehn Jahre lang immer wieder mit Medikamenten betäubt, vergewaltigt und in Internetforen anderen Männern zur Vergewaltigung angeboten zu haben. Neben Pelicot waren in dem Prozess 50 Mitangeklagte schuldig gesprochen und zu Haftstrafen zwischen drei und 15 Jahren verurteilt worden. Gisèle Pelicot, die eine öffentliche Gerichtsverhandlung gefordert hatte, wird seit dem Prozess als eine Vorkämpferin für Vergewaltigungsopfer gefeiert.

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