Zunahme des Radtourismus schafft auch Probleme

Mountainbiker ohne Grenzen?

Freitag, 02. September 2016 | 12:00 Uhr
Update

Bozen – Weil Mountainbiker nahezu überall unterwegs sein dürfen, entstehen auch Probleme. Die Zahl der verletzten Bergradfahrer nimmt nämlich zu – auch jene der schweren Unfälle.

Der traurige Höhepunkt dieser Entwicklung wurde am vergangenen Dienstag erreicht: Ein bundesdeutscher Mountainbiker ist in den Sextner Dolomiten auf 2.300 Höhenmetern 180 Meter tief abgestürzt. Er überlebte den Unfall nicht.

Für Hubert Unterweger, Geschäftsführer des Landesverbands der Tourismusorganisationen Südtirols (LTS), ist es unverständlich, wie man derart gefährliche Strecken wählen kann. „Es gibt viele tolle Strecken in Südtirol für Mountainbiker, die man mit gutem Gewissen befahren kann. Die Demut-Passage im Hochpustertal gehört mit Sicherheit nicht dazu.“

Während der LTS geeignete Radstrecken bewirbt, bei denen auch das Einverständnis der Grundbesitzer vorliegt, gibt es viele Internet-Plattformen für Mountainbiker, auf denen Strecken empfohlen werden, die eher gefährlich sind.

Obwohl die Radfahrer dadurch sich selber, aber auch Wanderer und Bergsteiger gefährden, ist dagegen leider nur schwer etwas zu machen, weil es auch keine rechtliche Grundlage gibt, schreibt das Tagblatt Dolomiten. Denn geradelt werden darf prinzipiell überall. „Es gibt einige Naturparke in Südtirol, in denen es verboten ist. Und auch einige ausgewiesene Wege, etwa am Ritten“, weiß Bauernbund-Direktor Siegfried Rinner. Ansonsten gilt: Alles erlaubt.
Und weil immer mehr Rad-Touristen Südtirol entdeckten, umso problematischer werde es.

Als Beispiel nennt Rinner Waldarbeiten. Kein Problem sei dies, wenn die Biker auf den Wegen bleiben, denn dann könne man diese einfach sperren. „Doch sie fahren quer durchs Gelände, ich kann aber nicht um meinen Wald einen Zaun ziehen, wenn dort gearbeitet wird. Wir hatten schon einige Fälle, in denen es sehr knapp her gegangen ist“, weiß er.

Auch der E-Bike-Trend bereitet Rinner Sorgen: „Der Trend geht zunehmend in Richtung E-Bike, sogar E-Cross. Und damit kommen noch mehr Radler und auch solche, die vielleicht sonst die steilen Steigungen nicht packen würden.“

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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17 Kommentare auf "Mountainbiker ohne Grenzen?"


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tresel
Tratscher
25 Tage 8 h

mit a problem sein di elektroradlan, iatz kimmp a jeder der a net der beschte aufn radl isch aufn berg und di almwege sein oft überfüllt mit radlan. es sei sicher jedem gegönnt die natur zu genießen ober wo isch die grenze?? die hüttenwirte sein di oanzigen wos profitieren siehe seiseralm, semm ischs komplett aus.

marsmaennchen
Grünschnabel
25 Tage 7 h

Vollgefressene Touristen, die auf ihrem E-Bike mit einem fetten Grinsen mühelos an einem vorbeifahren. Echt nervig!

tom
Grünschnabel
25 Tage 9 Min

@marsmaennchen
Treffen sich ein E-bike und ein Kuhfladen. Fragt der Kuhfladen: Was bist du?. Sagt das E-Bike: Ich bin ein Fahrrad. Der Kuhfladen: Wenn du ein Fahrrad bist, bin ich eine Sachertorte.

Surfer
Neuling
25 Tage 7 h

Bin selber auch begeisterter Mountainbiker, wichtig isch dass man sich bewußt isch dass mir grossteils auf Wanderwegen unterwegs isch. Deswegen muss ein Mountainbiker auf die Wanderer aufpassen, sich bemerkbar machen dass der Wanderer nicht erschrickt und die Geschwindigkeit anpassen. So haben wir es schon vor Jahren gelernt, doch leider meinen viele RadTouristen sie müssen sich an keine Regeln halten und alle Mountainbiker werden in ein schlechtes Licht gestellt

wuestenblume
Tratscher
25 Tage 5 h

@surfer…ein vorbildlicher mountenbiker!

Iris
Neuling
25 Tage 8 h

iaz hots in 1. toedlichen Unfoll mitn Mtb gebn (jeder Unfoll isch zu viel), schon wird wieder diskutiert und iber Verbote gred, wiaviel folln von Berg oar a ohne Radl?? es isch olm traurig, ober a bei der Sportart isch wieder amol jeder fuer sein Leben selber verantwortlich 

OrB
Grünschnabel
25 Tage 5 h

Recht hosch!

sarnarle
Neuling
25 Tage 1 h

Bin a begeisterter MTBer. Bin voll deiner Meinung. Wieso werd nie über die gonzn Skiunfälle im Winter diskutiert? Möcht nicht wissen wieviel da in einem Winter Verletzungen anfallen. Niemand käme aber auf die Idee etwas dagegen zu sagen weil dort zuviel Geld und ganze Existenzen dahinterstecken.

tom
Grünschnabel
25 Tage 6 Min

@sarnarle
Die Skipisten werden explizit für Skifahrer angelegt. Die Wanderwege wurden ursprünglich für Wanderer angelegt, werden aber nachträglich durch MTBler beansprucht. Das ist ein kleiner feiner Unterschied

knedlfanni
Grünschnabel
25 Tage 7 h
gonz ehrlich… i hons schun awia gegn di radlfohrer, obwohl men nia olle über oan komm scheren soll und darf… ober di meisten moanen schun, dass sie es worme wosser dorfunden hoben!! total egoistisch und respektlos, wos i jeden tog in bozen sig- mi wunderts dass do net öfter eppes örgers passiert- bei der Ampel oder stau, links und rechts di auto überholen, zu 2. oder no mehr af stroßen nebenanonder in unübersichtliche kurven, durch woldwege prettern si a wie verruckt… von mir aus wellen de a net di Natur genießen sondern lai IHMENE Hobby nochgian, men muas holt ondere freizeitsportler a… Weiterlesen »
elmar
Grünschnabel
25 Tage 5 h

warum muss man mit dem Rad auf jeden Gipfel und Berg fahren ??? ist das wirklich nötig ? zeitweise ist in den Bergen mehr Verkehr als auf den Radwegen und das kann es nicht sein

Anonymer
Neuling
25 Tage 3 h
Fakt ist halt nun einmal, dass Südtirol ein Touristenland ist, welches Outdoorsportler anzieht und diese auch aktiv bewirbt. Dadurch sind eben sehr viele Leute in unseren Bergen unterwegs, was wiederum zu schweren Unfällen führt. Dies führt unweigerlich zu einer Erhöhung der Freizeitunfällen in den Bergen, egal ob es sich dabei um Bergsteiger, Mountainbiker, Touren- oder Normalskifahrer oder eben Wanderer handelt. Dass man aber Hetze gegen die Mountainbiker betreibt, verstehe ich nicht. Klar gibt es überall schwarze Schafe, die meiner Meinung nach auch evtl. bestraft gehören, wenn sie z. B. Wanderer in Gefahr bringen, aber man darf wie schon gesagt nicht… Weiterlesen »
PI16
Neuling
25 Tage 6 h

es ist immer lustig wenn was passiert, wird heiss diskutiert, aber für die vielen wanderer die überhaupt nichts kapieren und überall oben sind ischt alles gleich. so ein Unfall kann immer passieren! war bestimmt schon 20 mal bei dem punkt oben und habe gesehen dass es sehr steil ist, man muss halt aufpassen und nicht überall hinschauen! 

Huggy
Neuling
25 Tage 50 Min

für viele Berg Radler gilt leider das Recht des stärkeren. Egal wo und wie (schnell) sie unterwegs sind, der Wanderer muss schauen wo er bleibt, damit nichts passiert.

Mikeman
Tratscher
25 Tage 2 h

@ marsmaennchen :
don’t worry , es bleiben aber immer welche auf der Strecke 😀

marsmaennchen
Grünschnabel
24 Tage 20 h

Meine Smileys sind verschwunden… also schreib’ ich’s: Daumen hoch für deinen Kommentar…

Jogl
Tratscher
24 Tage 19 h

Bei so vielen Unfällen braucht man sich nicht wundern, den einige
überschätzen sich und würden sogar auf dem Ortler herumfahren.

😁

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