Dramatische Lage, aber keine Verletzten

Mure donnert auf Ahrntaler Straße: 150 Einsatzkräfte kämpfen gegen Geröllmassen

Donnerstag, 06. August 2026 | 08:41 Uhr

Von: Lukas Unterkofler

Ahrntal – Nach den heftigen Regenfällen in der Nacht auf Donnerstag hat eine Mure die Ahrntaler Straße im Bereich Gisse zwischen Luttach und St. Johann verschüttet. Das hintere Ahrntal war zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten. Rund 120 Menschen mussten vorsorglich evakuiert werden, verletzt wurde niemand.

Der Murenabgang wurde durch den Rotbach im Bereich der Daimerhütte ausgelöst. Nach den intensiven Niederschlägen rissen die Wassermassen aus rund 2.800 Metern Höhe gewaltige Mengen an Schlamm, Geröll und Holz talwärts. Das Material verstopfte zunächst eine Brücke, wodurch die Ahr kurzfristig aufgestaut wurde, ehe die Schuttmassen die Landesstraße unter sich begruben.

Aus Sicherheitsgründen räumten die Einsatzkräfte in der Nacht ein Hotel sowie drei Wohnhäuser. Rund 120 Menschen mussten ihre Unterkünfte verlassen. Die Evakuierung verlief laut Feuerwehr ohne Zwischenfälle. Inzwischen konnten die Betroffenen wieder in ihre Häuser beziehungsweise in das Hotel zurückkehren.

Seit kurz vor Mitternacht stehen rund 150 Einsatzkräfte im Dauereinsatz. Vor Ort sind mehrere Feuerwehren, die Bergrettung, das Weiße Kreuz, Carabinieri, Notarzt- und Kriseninterventionsteams sowie der Straßendienst. Unterstützt werden die Arbeiten von privaten Unternehmen mit schwerem Räumgerät. Fünf Bagger, Lastwagen, Drohnen und leistungsstarke Scheinwerfer kommen zum Einsatz, um die gewaltigen Schuttmassen zu beseitigen und das Gelände laufend zu überwachen. Bürgermeister Gartner Markus machte sich noch in der Nacht ein Bild von der Lage.

Freiwillige Feuerwehr Luttach

Nach ersten Schätzungen liegen allein im Bereich der Mündung des Rotbachs mehr als 10.000 Kubikmeter Geröll und Schlamm. Derzeit konzentrieren sich die Arbeiten darauf, die Straße freizuräumen, den Wasserabfluss zu sichern und die betroffene Brücke auf mögliche Schäden zu überprüfen.

Die Ahrntaler Straße bleibt vorerst gesperrt, das hintere Ahrntal ist weiterhin nicht erreichbar. Die Arbeiten, die Straße wieder befahrbar zu machen laufen aber auf Hochdruck. “Dies kann vorsichtig optimistisch zur Mittagszeit passieren”, wie die Freiwillige Feuerwehr Luttach mitteilt.

Die Linienbusse verkehren derzeit nur bis Sand in Taufers, zudem wurden mehrere Wanderwege im Bereich des Rotbachs aus Sicherheitsgründen gesperrt. Wann die Straße wieder freigegeben werden kann, hängt von den laufenden Sicherheitsüberprüfungen und der Stabilität des Geländes ab.

Freiwillige Feuerwehr Luttach

Bezirk: Pustertal

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